FC Bayern München
·21. Februar 2026
Deshalb geht der FC Bayern gestärkt ins Gipfeltreffen mit dem BVB

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·21. Februar 2026

Es lief bereits die Nachspielzeit, da flog Jonathan Tah plötzlich quer durch die Luft. Einen gefährlichen Frankfurter Steilpass in die Tiefe unterband der Verteidiger des FC Bayern artistisch, eingebettet in ein erleichtertes Raunen der Bayern-Fans, die in der Schlussphase zittern mussten: Nach einer haushoch überlegenen ersten Hälfte und einer vermeintlich beruhigenden 3:0-Führung nach Doppelpack von Harry Kane und Aleksandar Pavlović, hatten die Bayern höchstselbst die Eintracht wieder zurück ins Spiel gebracht.
Einen Elfmeter und einen Abwehrfehler nutzte das ersatzgeschwächte Frankfurt, um in der Schlussphase einen insgesamt vor allem offensiv schwachen Auftritt in München zu kaschieren und noch auf 2:3 zu stellen. Am verdienten Heimsieg, der gewaltig Rückenwind für das anstehende Gipfeltreffen in einer Woche bei Borussia Dortmund gibt, änderte das aber nichts mehr.
Gerade dieser Sieg, errungen durch eine lange Phase an beeindruckender Dominanz samt nervenaufreibender Schlussphase, ist für die Bayern nun von unschätzbarem Wert: Mit dem Erfolgserlebnis im Rücken, reist der FC Bayern am Samstag in einer Woche mit breiter Brust und als Tabellenführer zum Spitzenspiel nach Dortmund. „Wir haben uns selbst ein bisschen aus dem Spiel gespielt“, fand Vincent Kompany, Cheftrainer des FC Bayern. „Frankfurt hat es am Ende richtig gut gemacht. Aber eine lange Zeit waren wir sehr dominant und haben sehr viel richtig gemacht. Wir müssen daraus lernen und sind in einer perfekten Lage für das nächste Spiel.“
Vor allem die erste Hälfte gehörte im Duell der Traditionsclubs den Gastgebern. Frankfurt zog sich enorm tief zurück, überließ den Bayern nicht nur das Spiel, sondern auch das komplette Mittelfeld und viel Raum vor dem Strafraum. Die Folge war nicht nur eine drückende Überlegenheit, sondern auch zahlreiche bayerische Offensivaktionen. Einzig Unkonzentriertheiten sorgten noch dafür, dass die Führung auf sich warten ließ. Mehr als 49 Prozent der ersten Viertelstunde spielte sich im Spielfelddrittel der Eintracht ab, zwölf zu null Ballaktionen im Strafraum zählten die Statistiker.
Den ersten Torschrei gab es nach dem vierten Eckball in Minute 15, als Aleksandar Pavlović ein abgewehrter Ball vor die Füße sprang und der abgeklärte Bayern-Staubsauger diesen satt ins untere Eck zum 1:0 schickte. Zwei Eckbälle später gar das 2:0: Einen Eckball von Michael Olise verlängerte der auffällige Josip Stanišić per Kopf auf den Kopf von Harry Kane. Mit dem 501. Treffer seiner Profikarriere, dem 27. Saisontor (letzte Saison: 26), sorgte der Engländer nach zwanzig Spielminuten auch dafür, dass die Eintracht in der Tabelle der meisten Gegentore mit Schlusslicht Heidenheim gleichzog (48). Nur der FC Metz kassiert in den fünf europäischen Top-Ligen auswärts mehr Gegentore als Frankfurt. Und der FC Bayern hatte nun nach elf Eckbällen je einen Treffer in der Bundesliga erzielt – vor Dortmund (zehn) ein Ligabestwert.
Auf der anderen Seite nutzte der FC Bayern einen enormen Pressingdruck aus der Anfangsphase zu fünf Torschüssen und zwei Treffern. 64:36 Prozent gewonnene Zweikämpfe zogen den Gästen zusätzlich den Mut: Frankfurt bekam das Spiel nicht geordnet, das Aufbauspiel verpuffte wie eine Silvesterrakete Sekunden nach dem Start. Bis zur 32. Minute waren fünf gespielte Pässe in die Angriffszone alles, was die Eintracht offensiv auf den Rasen der Allianz Arena brachte. Die 48 Gegentore bedeuteten zudem Bundesliga-Negativrekord – nur 1981/82 und 84/85 waren es für die Eintracht zum gleichen Zeitpunkt ebenso viele.
Die hohe Überlegenheit der Gastgeber führte aber auch zu weiteren Unkonzentriertheiten auf und neben dem Platz – Physiotherapeut Helmut Erhard rutschte am Spielfeldrand aus, Cheftrainer Vincent Kompany fing den Physiotherapeuten sicher auf. Gleich mehrfach scheiterte die Heimoffensive – mal schlenzte Jamal Musiala, der erstmals seit dem 4. April 2025 (3:1 in Augsburg) wieder in der Bundesliga-Startelf stand, um Zentimeter vorbei, mal zielte Olise hauchzart daneben – oder Luis Díaz bekam im Fallen nicht mehr genügend Präzision in den Versuch.
So kam es, wie es im Fußball oft kommt: Einen Konter aus dem Nichts der Gäste bugsierte Jonathan Burkardt irgendwie an den Bayern-Pfosten und impfte seine Mitspieler schlagartig mit Mut und Courage. Das Tor aber, das machten jetzt die Bayern: Harry Kane wurde nicht angegriffen und zielte mit links millimetergenau neben den Eintracht-Pfosten zum 3:0. Stanišić und Joshua Kimmich hatten zuvor im Pressing einen Fehlpass im Aufbauspiel erzwungen (68. Minute). 28 Tore in 23 Ligaspielen sind für Harry Kane zudem eingestellter Bundesligarekord: Nur Robert Lewandowski gelangen bislang genauso viele 2020/21 und 21/22.
„Vom Gefühl haben wir gedacht, dass es zu locker ist. Wir haben viele Möglichkeiten verpasst. Bis zum 3:0 war es eine richtig dominante Vorstellung, die Leistung auch“, freute sich Kompany.
Doch die Partie wurde höchst unnötig noch einmal spannend: Kane traf bei einem Klärungsversuch seinen Gegenspieler am Fuß, den fälligen Strafstoß verwandelte Burkardt zum 1:3. Und als die Eintracht auch noch einen Fehlpass im Aufbauspiel der Bayern verwertete, stand der Heimsieg allen Ernstes wieder auf der Kippe (2:3, 87.). „In der zweiten Hälfte haben wir es gut gemacht, verlieren trotzdem verdient“, resümierte Frankfurts Elfmeterschütze Burkardt. „Wenn man am Ende so nah dran ist, hätte man natürlich gerne etwas mitgenommen.“ Aus drei Torschüssen machte Frankfurt zwei Tore und zielte einmal ans Aluminium. „Durch die zwei Fehler am Ende wurde es nochmal etwas spannend, was nicht hätte sein müssen. Die drei Punkte sind das Wichtigste“, fand Harry Kane. Dass es nicht doch noch ein Unentschieden wurde, der FC Bayern sich für mehr als eine Stunde hochüberlegenen Fußball mit drei Punkten belohnen durfte, dafür sorgte auch Jonathan Tah mit seinem artistischen Rettungsflug.
„Wir müssen unsere Energie und unseren Fokus immer auf hundert Prozent haben, egal in welchem Spiel und egal wann“, fand Jamal Musiala. „Wir müssen daraus lernen, es passiert, aber wir haben zum Glück die drei Punkte.“ Mit diesem Sieg im Rücken geht der FC Bayern nun mit viel Selbstvertrauen und als Spitzenreiter ins Topspiel gegen Borussia Dortmund. Die Mannschaft hat ein klares Zeichen gesetzt: Sie ist bereit für den nächsten, vielleicht entscheidenden Schritt im Titelrennen. „Wir müssen daraus lernen und sind in einer perfekten Lage für das nächste Spiel“, freute sich Vincent Kompany. Und Torjäger Harry Kane meinte: „Jetzt können wir zufrieden sein und auf das Spiel nächste Woche blicken.“
Die Stimmen zum Spiel gegen Frankfurt:









































