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·11. Juni 2026

Deutschlands mögliche Showstopper bei der WM sitzen auf der Trainerbank

Artikelbild:Deutschlands mögliche Showstopper bei der WM sitzen auf der Trainerbank

Deutschland geht mit einem gewagten Experiment ins Turnier: Der jüngste Trainer setzt bei seinen Co-Trainern auf Weggefährten ohne Erfahrung auf Top-Niveau.

Julian Nagelsmann ist ein talentierter Trainer, der bislang jedoch nur wenige Titel vorweisen kann (einmal deutscher Meister). Es gibt Größen des deutschen Fußballs, die ihn hinter vorgehaltener Hand für das taktische Scheitern im EM-Viertelfinale gegen Spanien kritisieren. Dennoch attestieren ihm viele Experten das Potenzial, ein Weltklasse-Coach zu werden. Mit 38 Jahren ist Nagelsmann bei der WM 2026 der jüngste Nationaltrainer.


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Zwei wichtige Elemente fehlen ihm als Nationaltrainer eines Top-Teams jedoch: langjährige Erfahrung auf höchstem Niveau inklusiver Titelsammlung; zudem war er selbst aufgrund einer Verletzung kein Profifußballer. Diese Punkte sind jedoch keine unüberwindbaren Hindernisse, keine Showstopper.

Klinsmann ergänzte sich perfekt mit Löw

Denn die logische Konsequenz ist es, das Trainerteam mit Co-Trainern zu ergänzen, die diese Lücken schließen. Ein bekanntes Beispiel ist Belgien, das einst den französischen Weltmeister Thierry Henry als Co-Trainer engagierte. Auch in Deutschland erkannte Jürgen Klinsmann von 2004 bis 2006 seine Defizite in Erfahrung und taktischem Verständnis und holte den deutschen Pokalsieger und österreichischen Meistercoach Joachim Löw an seine Seite – das Ergebnis ist bekannt.

Nagelsmann hat für die WM 2026 jedoch sein Trainerteam aus seiner Zeit bei der TSG 1899 Hoffenheim wieder zusammengeführt. Co-Trainer Benjamin Glück, ein Jahr älter als Nagelsmann, stammt ebenfalls aus Oberbayern, hat keine Erfahrung als Profi, ist jedoch ein langjähriger Weggefährte Nagelsmanns.

Für den 2025 abgewanderten Sandro Wagner, den Nagelsmann als Spieler in Hoffenheim betreut hatte, engagierte er Benjamin Hübner als neuen Co-Trainer. Hübner, ehemaliger Verteidiger und solider Bundesligaspieler unter Nagelsmann in Hoffenheim, bringt kaum Profierfahrung als Co-Trainer (rund ein Jahr Hoffenheim) mit.

Nagelsmann holte Schreuder nach

Offenbar hat auch Nagelsmann erkannt, dass seinem Team wichtige Elemente fehlen. Wohl deshalb holte er im März 2026 Alfred Schreuder hinzu. Der 53-Jährige war ein solider Spieler in der niederländischen Liga und hatte zahlreiche Cheftrainerstationen, wenn auch mit durchwachsenen Erfolgen – darunter die mittelmäßige Saison 2019/20 bei Hoffenheim. Zuvor hatte Schreuder jedoch als Nagelsmanns Co-Trainer bei Hoffenheim sehr gut mit ihm zusammengearbeitet, weshalb nun die Wiedervereinigung wohl erfolgte.

Nagelsmann setzt bei seinem Trainerteam auf Vertrauen und bewährte Methoden aus der gemeinsamen Zeit in Hoffenheim. Insgesamt fehlt dem Team jedoch internationale Spielerfahrung, und auch in Bezug auf Cheftrainerleistung und -erfahrung auf Top-Niveau besteht noch deutlich Luft nach oben.

Das bedeutet nicht, dass Deutschland bei der WM 2026 keinen Erfolg haben kann. Doch das DFB-Team geht mit einem gewagten Experiment ins Turnier: ein junges, insgesamt unerfahrenes Trainerteam soll auf höchstem Niveau performen. Vertrauen, Teamgeist und langjährige Zusammenarbeit sollen dies ausgleichen und den Erfolg bringen.

Immerhin kommt hinzu, dass Nagelsmann mit Sportdirektor Rudi Völler eine erfahrene Persönlichkeit im Hintergrund hat. Allerdings sitzt Völler eben nicht auf der Trainerbank, um in einer K.o.-Runde in der 70. Minute aufgrund seiner Erfahrung dem Bundestrainer die richtigen Ratschläge zu geben, um die beste Entscheidung für das Team zu treffen.

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