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·25. September 2026
DFB-Debütant Philipp Treu: Plötzlich ist die rechte Seite seine Bühne

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Philipp Treu hat bei seinem ersten Einsatz für die Nationalmannschaft nachhaltig Eindruck hinterlassen. Der 25-Jährige empfahl sich beim 1:1 gegen die Niederlande als dynamische und entschlossene Option auf der rechten Abwehrseite.
AMSTERDAM, NIEDERLANDE – 24. September 2026: Cody Gakpo von den Niederlanden wird im Nations-League-Spiel gegen Deutschland von Philipp Treu attackiert. (Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty Images)
Mit zerzaustem Haar, lockerem Auftreten und erstaunlich schlagfertigen Antworten stellte sich Philipp Treu nach seinem erfrischenden DFB-Debüt den zahlreichen Interviewanfragen. Erst beim Thema Trikot wurde es für den Freiburger kompliziert: Sein erstes Nationalmannschaftsjersey, das noch in einer schwarzen Plastiktüte steckte, wolle er daheim im Wohnzimmer aufhängen.
„Da muss ich die Freundin noch fragen, ob es da hängen darf“, sagte Treu. Vorsichtshalber ergänzte er: „Erst mal waschen.“
Die Zustimmung seiner Lebensgefährtin dürfte ihm sicher sein. Schließlich musste Treu lange darauf warten, dass „mal einer die Augen aufgemacht und nach Freiburg geguckt hat“. Dort bearbeitet der Spätstarter seit geraumer Zeit jene rechte Außenbahn, die beim DFB seit Jahren als Problemposition gilt.
Der 25-Jährige verfolgte seinen Karriereplan mit Geduld und Ehrgeiz. „Ich wollte mich immer peu à peu auf die Überholspur setzen und mich ranpirschen, um meine Konkurrenten zu überholen“, erklärte Treu. In Amsterdam gelang ihm das zunächst eindrucksvoll. Nach dem 1:1 gegen die Niederlande winkten seine Eltern stolz von der Tribüne. „Mit ganz viel Stolz“, wie ihr Sohn berichtete: „Das ist ein unfassbares Gefühl.“
Der Sprung auf die große Bühne wirkt auch deshalb bemerkenswert, weil Treu mit 20 Jahren noch für Freiburg II in der Regionalliga gegen Eintracht Stadtallendorf und Bayern Alzenau spielte. Erst am Donnerstag, kurz vor Mitternacht, nahm er sich die Zeit, seinen ungewöhnlichen Weg einzuordnen. „Man checkt dann erst: Ey, was du für einen Weg gegangen bist!“
Über den FC St. Pauli führte seine Entwicklung zurück zum SC Freiburg, mit dem er das Europa-League-Finale erreichte. Nun folgte der erste Auftritt in der Nationalmannschaft. Auf der rechten Defensivseite präsentierte sich Treu robust, offensivfreudig und entschlossen. Seine Ansage nach dem Debüt fiel entsprechend klar aus: „Jetzt geht’s erst los. Ich will mehr und bin hungrig.“
Philipp Treu geht gegen Cody Gakpo energisch in den Zweikampf: Der deutsche Außenverteidiger stemmt sich beim Nations-League-Spiel gegen die Niederlande am 24. September 2026 in der Johan Cruijff Arena in Amsterdam gegen den Offensivmann von Oranje. Dean Mouhtaropoulos / Getty Images Europe via Getty Images
Auf seiner Position ist der Konkurrenzdruck hoch. Treu verfolgt die Leistungen seiner Rivalen genau und gestand mit einem Augenzwinkern, wie er Josha Vagnomans Treffer für den VfB Stuttgart gegen den FC Bayern erlebt hatte. „Ich saß auf der Couch dachte: Scheiße, jetzt macht der sein Tor!“
Missgunst verspüre er deshalb allerdings nicht. „Wir pushen uns gegenseitig, so verschiebt man seine Grenzen“, betonte Treu. Auch Ridle Baku von RB Leipzig zählt zu den Kandidaten für die rechte Seite und hat in dieser Saison bereits zwei Tore erzielt. Treu selbst kommt nach 65 Bundesligapartien auf einen Treffer, den er gegen den VfL Wolfsburg erzielte.
In Amsterdam hätte der Freiburger beinahe auch seinen ersten Länderspieltreffer gefeiert. Im Strafraum erhielt er das Spielgerät in aussichtsreicher Position, legte jedoch etwas zu selbstlos für Karim Adeyemi auf. Trotz dieser verpassten Chance lobte Jürgen Klopp seinen ersten Debütanten ausdrücklich als „außergewöhnlich“.
Die Vorgabe des neuen Bundestrainers war knapp formuliert: „Gib Gas und hab Spaß!“ Treu setzte beides um. Vor dem Duell mit dem niederländischen Offensivstar Cody Gakpo verspürte er keine Nervosität. „Für mich ist das eher Motivation, wenn ich weiß: Mein Gegenspieler ist Cody Gakpo“, sagte der Außenverteidiger.
Auch Mitspieler wie Jonathan Tah zeigten sich von Treus Auftritt angetan. Sollte sich der Debütant dauerhaft festbeißen, könnten auf seiner Seite bald Gegner wie Kylian Mbappé mit Frankreich oder Vinicius Junior mit Brasilien warten. Treu dürfte auch diese Aufgaben selbstbewusst und unbeschwert angehen. Zunächst zog er sich ins Teamhotel zurück, um die vielen Glückwünsche zu beantworten. Möglicherweise hatte er dabei auch schon seine Freundin auf das Trikot im Wohnzimmer vorbereitet.
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