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Selina Eckstein·7. Februar 2026
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Selina Eckstein·7. Februar 2026
Sie haben "eine brutale Connection" und sind schon auf und neben dem Platz zu "best buddys" geworden. Bei Mainz-Neuzugang Phillip Tietz und Nadiem Amiri passt es einfach. Auf Anhieb hatte sich der Stürmer unter Urs Fischer in die Startelf gespielt – und macht damit einem anderen Mainzer das Leben noch schwerer.
Denn Nelson Weiper dürfte sich aktuell wie in einem schlechten Film fühlen, der in Dauerschleife läuft. Schon wieder kämpft er um einen Startelfplatz, weil die Tore eben ein anderer macht. Dabei hätte nach dem Abgang von Jonathan Burkardt zur Eintracht doch eigentlich alles gut werden sollen.
Stattdessen gab es im Sommer erst mal Zoff. Die Mainzer wollten seinen Vertrag verlängern, um keinen ablösefreien Abgang 2026 zu riskieren. Die Verhandlungen mit dem U21-Europameister zogen sich allerdings so lange hin, dass die Nullfünfer genervt davon waren und beschlossen, ihr Eigengewächs in die U23 zu schicken. Weiper fehlte sowohl im DFB-Pokal gegen Dresden als auch im Conference-League-Playoff-Hinspiel.
Vor dem Bundesliga-Start folgten dann die guten Nachrichten: Weiper verlängerte seinen Vertrag bis 2029 und stand auch wieder im Kader. Besonders sein damaliger Trainer Bo Henriksen freute sich, einen „wichtigen Spieler“ zurück zu haben. Ende gut, alles gut? Dachte man zunächst. Gemeinsam mit Neuzugang Benedict Hollerbach und Jae-sung Lee bildete er im ersten Spiel gegen den 1. FC Köln das Offensivtrio.
📸 Christian Kaspar-Bartke - 2025 Getty Images
In den folgenden Wochen durfte der 20-Jährige, der wegen seiner Statur oft mit Nick Woltemade verglichen wird, auch in der Sturmspitze auflaufen. Seine Offensiv-Partner wechselten hin und wieder, doch seine Minuten wurden weniger. Der Ball wollte einfach nicht ins Tor – und da Stürmer schließlich an Toren gemessen werden (fünf Euro ins Phrasenschwein), landete er häufiger auf der Bank.
Dazu kam deutliche Kritik von seinem Trainer, der ihm zu Beginn der Saison noch das Vertrauen geschenkt hatte. "Wir haben mit ihm fünf- oder sechsmal in der Startelf gespielt in den letzten zwei, drei Monaten. Wir haben den Schlüssel nicht gefunden", sagte Henriksen nach der 0:1-Pleite gegen Eintracht Frankfurt und ergänzte: "Er muss mit dem Rücken zum Tor ein bisschen besser werden."
Auch seine Trainingsleistungen bemängelte der Ex-Coach. Als Weiper in der Conference League gegen Universitatea Craiova fehlte, nannte Henriksen die mangelnde Trainingsleistung als Grund.
Doch selbst mit neuem Coach kam die Wende nicht. Unter Urs Fischer kommt der U21-Nationalspieler in der Bundesliga gerade einmal auf 21 Minuten. Zwar fehlte er auch zwei Mal krankheitsbedingt, in zwei Partien kam er aber trotz Kaderplatz nicht zum Einsatz. Immerhin nannte der neue Mainz-Coach nicht die Einstellung als Problem.
Der Angreifer wisse, "woran er arbeiten muss, wo er noch Potenziale hat. Und das setzt er momentan im Training gut um", hatte Fischer vor dem Bundesliga-Spiel gegen Leipzig gesagt. Er lenkte aber auch ein, dass er dem Youngster keine Einsatzminuten garantieren könne. Es sei "nicht möglich, es allen absolut recht zu machen", weiß auch Fischer.
Zumal sich der Konkurrenzkampf durch die Neuzugänge noch einmal verschärft hat. Tietz und Silas machen Weiper das Leben nicht einfacher. Doch diese Situation dürfte er schon kennen – als sein Teamkollege nicht Phillip, sondern Jonathan hieß.

Die fehlenden Spielminuten könnten allerdings auch Folgen für seine Wohlfühloase haben. Mit der deutschen U21 wurde er im Sommer Vizeeuropameister, traf im Finale gegen England und war hinter Nick Woltemade der zweitbeste deutsche Torjäger.
Doch mittlerweile sind auch dort andere an ihm vorbei gezogen. Nicolo Tresoldi, Said El Mala und Lennart Karl sorgen dafür, dass Antonio Di Salvo Weiper auf die Bank setzt. "Er braucht das Vertrauen, er braucht aber dann auch die Minuten", sagte sein ehemaliger Mainzer A-Jugendtrainer Benjamin Hoffmann gegenüber der 'Bild', als er auf Weipers aktuelles Formtief angesprochen wurde.
Hoffmann ist sich sicher: Sobald das erste Tor fällt, werden Weiper auch weitere Treffer leichter fallen. Doch bis dahin geht es für ihn vor allem um Vertrauen – und um Minuten. Die "brutale Connection" zwischen Tietz und Amiri zeigt, wie schnell sich in Mainz plötzlich Dinge zum Guten ändern können. Weiper wartet aktuell noch auf genau diesen Effekt.
📸 Christian Hofer - 2025 Getty Images








































