Vertikalpass
·20. Februar 2026
Die Bravehearts aus Bad Cannstatt

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Another day in Paradise: Don’t think twice, der VfB beeindruckt mit einem 4:1 in Glasgow und einem überragenden Auftritt der Fans mit einer fucking Choreo und dem Ergebnis, dass der Celtic Park schon vor Spielende leer gespielt wurde.
Wir alle kennen wahrscheinlich Nessie, das sagenhafte Ungeheuer von Loch Ness, aber habt ihr schon schon von “droch chleachdadh” gehört? Bedeutet “schlechte Chancenverwertung“ und ist ein mystisches Ungeheuer, das angeblich der zwölfte Mann sein soll im Team des VfB. Sichtungen gab es in dieser Saison verstärkt bei den Europa League-Auswärtsspielen in Bern, Istanbul und Rom.
Ganz anders in Glasgow: Bilal El Khannouss verwertet die ersten beiden Chancen – auch bedingt durch einen traurigen Kasper Schmeichel, der seine 39 Jahre alten Knochen kaum mehr in Richtung des Balles bewegen kann. Dass er dafür von den Celtic-Fans ausgepfiffen wurde: unwürdig. Bei allen vereinspolitischen Problemen – das sollen die weithin geschätzten schottischen Fans sein? The Celtic Star fragt sich das auch: “The German fans sang like we should have, as our prawn sandwich brigade yawned their way to defeat. Where is the rousing support which had us lauded around Europe for so long?“

Trotz des Fehlers im Aufbau von Alex Nübel und Ata Karazor, ist ein völlig neuer Geist im Team des VfB kaum zu übersehen: “àrd sgioba“, zu deutsch „Spitzenmannschaft. Reif, ruhig, souverän, stets Herr der Lage. Nachdem Jamie Leweling das 3:1 schießt – wieder Schmeichel mit einer mehr als unglücklichen Aktion – ist das Spiel zu. Ermedin Demirovic nach einem genialen Spielzug mit einem Abseitstor, Tiago Tomàs mit dem emotionalen Ende und einer gigantischen Jubeltraube. Geht es noch besser im „Paradise“ von Celtic?
Im Vorfeld wurde gemutmaßt, dass Celtic dem VfB nicht liegen würde. Zu kämpferisch, zu abgezockt, zu körperlich, zu energetisch deren Stil und dann noch die Zuschauer! Zu sehen und zu spüren war davon im ersten Play-off nichts. The Celtic Star grumpy: “Celtic were poor in all areas across the pitch, from our hapless goalkeeper to our insipid ‘strike force’.”

Die Bravehearts aus Bad Cannstatt lassen Celtic im „Paradise“ keine Chance!
Auch bei der erdrückenden Überlegenheit des VfB zeigte sich nie der Geist namens “tuiteam bholtaids“. Kam es sonst bei VfB-Führungen gerne einmal zu einem „Spannungsabfall“, blieb die Mannschaft fokussiert, spielte seriös, erlaubte sich überhaupt keine Nachlässigkeiten. Zugegeben: Celtic machte einen fast schon mitleiderregenden Eindruck, aber auch in der 85. Minute hoch anzulaufen, weiter auf ein Tor zu gehen, ist eine neue Qualität des VfB – vor allem in einem Auswärtsspiel der Europa League. Das Ergebnis ein Abend, von dem noch lange gesprochen wird. Der für immer in den Erinnerungen bleiben wird. Womöglich mit internationalen Highlights wie Manchester United, Barcelona, Juve und den Duellen 2003 gegen Celtic.
Das Achtelfinale ist damit so gut wie sicher. Kaum vorstellbar, dass diese erschütternde schottische Elf den VfB im Neckarstadion mit vier Toren Unterschied besiegt. Am Sonntag wartet mit Heidenheim ein Gegner mit ähnlicher Attitüde. Nicht besonders waghalsig ist die These, dass es dem VfB auf der Ostalb schwerer gemacht wird als in Glasgow.
Zum Weiterlesen: Derek Rae mit einem schönen Porträt des VfB bei ESPN.
Rund um den Brustring sah eine “rundum gelungen Auswärtsreise mit nicht nur einem sehr guten Ergebnis für das Rückspiel, sondern auch einer Leistung, auf der sich aufbauen lässt.”
Der Celtic Blog beschreibt hier, warum die Zeit von Schmeichel in Glasgow zu Ende gehen sollte.
Bilder: Aufmacher (na ja), Artikelbild (WM Sport Media/Getty Images)









































