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·6. April 2026
Die Bundesliga hat ihre Chance verspielt – jetzt drohen Rechnungen mit Polizeikosten

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·6. April 2026

Nach Ausschreitungen beim Zweitligaspiel Dresden gegen Hertha fordert Sachsens Innenminister Konsequenzen. Das Bundesverfassungsgericht erlaubt Ländern, Klubs Polizeikosten in Rechnung zu stellen.
750 Polizisten für ein Zweitligaspiel. Verstärkung aus Bayern, Thüringen, der sächsischen Bereitschaftspolizei – und trotzdem kletterten rund 60 Vermummte über die Zäune, rannten am Spielfeldrand entlang Richtung Gästeblock, zündeten Pyrotechnik und Raketen. Mehr als ein Dutzend Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung. Dresden gegen Hertha, Samstagabend, 2. Bundesliga: Das ist kein Ausrutscher. Das ist der Moment, in dem die Politik aufhört zu verhandeln.
Sachsens Innenminister Armin Schuster hat das so klar formuliert, wie es ein Minister selten tut: „Meine Geduld hat endgültig ein Ende." Die Ereignisse stünden „symbolisch für die Gewaltfolklore in deutschen Fußballstadien" und stellten „den gesamten bisherigen Verhandlungsweg mit DFB und DFL in Frage". Wer diesen Satz als rituelle Empörung abtut, hat nicht aufgepasst. Schuster und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Herbert Reul hatten DFB und DFL bereits Mitte März öffentlich unter Druck gesetzt – weil die Verbände den auf der Dezember-Innenministerkonferenz ausgehandelten Kompromiss zur Stadionverbotsordnung schlicht nicht umgesetzt hatten. Zwei CDU-Innenminister, zwei der größten Fußball-Bundesländer, eine gemeinsame Botschaft: Ihr hattet eure Chance.
DFB und DFL werden einwenden, dass Vereine nicht für das kriminelle Handeln Einzelner haften können. Sie werden auf Investitionen in Fan-Arbeit verweisen, auf Stadionverbote, auf Dialog. Das ist nicht falsch – aber es reicht der Politik nicht mehr. Und juristisch stehen die Verbände schlechter da, als ihnen lieb sein kann. Das Bundesverfassungsgericht hat im Januar 2025 entschieden, dass Länder den Klubs Polizeikosten in Rechnung stellen dürfen. Die Grundlage für eine Umwälzung in Millionenhöhe existiert. Was bisher fehlte, war der politische Wille, sie auch anzuwenden. Dresden liefert diesen Willen auf dem Silbertablett.
Schuster macht den Charakter der nächsten Innenministerkonferenz im Juni davon abhängig, „wie drakonisch die Konsequenzen sind, die auf diese Krawallexzesse gezogen werden. DFB, DFL und die Vereine können nur noch mit Wirkung überzeugen." Das ist eine Frist, ein Ultimatum, kein Gesprächsangebot. Liefern die Verbände bis Juni nicht, werden 16 Innenminister Fakten schaffen – und die treffen nicht die Vermummten hinter den Zäunen, sondern die Bilanzen der Klubs.









































