FC Bayern München
·14. Februar 2026
Die Erfolgsformel hinter dem Sieg im Weserstadion

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·14. Februar 2026

Im Pokal gegen Leipzig am späten Mittwochabend, da waren es zwei Tore binnen drei Minuten gewesen. Am Samstagnachmittag in der Bundesliga in Bremen, da waren es schon wieder zwei Tore binnen drei Minuten, die die Partie entscheidend in Richtung Bayernsieg lenkten: Harry Kane traf per verwandeltem Elfmeter (22. Minute) und mit einem zauberhaften Rechtsschuss (25. Minute) zur 2:0-Führung gegen einen keineswegs schwachen SV Werder und sorgte so für die Vorentscheidung. Leon Goretzka setzte mit dem 3:0 später den Schlusspunkt zum 16. Auswärtssieg des Rekordmeisters in Folge im Weserstadion. Damit bleibt der FC Bayern saisonübergreifend seit 20 Bundesliga-Auswärtsspielen unbesiegt – nur von 1985 bis 1987 (26 Spiele) und von 2012 bis 2014 (33) hatten die Münchner auswärts längere Ungeschlagen-Serien in der Bundesliga.
Bis die wichtigen drei Punkte aber amtlich waren – Verfolger Borussia Dortmund war durch das 4:0 am Vortag gegen Mainz auf nur noch drei Punkte an den Tabellenführer herangerückt – begann das abstiegsbedrohte Bremen jeweils nach Anpfiff und Wiederanpfiff mit mutigem Offensivdrang, der die Gäste, die hier und da etwas unsortiert aus der Kabine kamen, beinahe überrumpelte. Von Tabellenrang 16, zehn sieglosen Spielen in Folge, Trainerwechsel und der drittschwächsten Offensive der Bundesliga war wenig zu spüren – Bremen versuchte mit Kampf und Einsatz bei frostigen Temperaturen im hohen Norden, dem großen Favoriten die Spielfreude zu nehmen, und tauchte immer wieder gefährlich vor dem Bayern-Tor auf. „Im Fußball geht es darum, dass du Punkte holst, da bringt es dir nichts, wenn man gut gespielt hat“, ärgerte sich Marco Friedl, Bremens Kapitän mit FC Bayern-Vergangenheit. Denn: Bremen traf nicht – brachte in Hälfte eins keinen einzigen Torschuss aufs Gästetor.
Auch als Bayern zunehmend die Spielkontrolle übernahm, knapp 70 Prozent Ballbesitz aufbaute, sich aber noch schwertat, nach dem 2:0-Sieg über Leipzig am späten Mittwochabend das Tempo rasant anzuziehen, blieb Bremen aggressiv und diszipliniert in der Defensive. Erst als Lennart Karl ein starkes Dribbling startete, zwei Bremer im Strafraum austanzte und der Dritte den 17-Jährigen zu Fall brachte, nutzte Harry Kane vom Elfmeterpunkt die Riesenchance zur Führung. Es war bereits das neunte Elfmetertor in dieser Bundesliga-Saison für den Engländer. Nur Bayern-Legende Paul Breitner waren 1980/81 noch mehr Elfmetertore in einer Saison gelungen.
Als Kane nach starkem Goretzka-Pressing auch noch das 2:0 mit einem „außergewöhnlichen“ (O-Ton Goretzka) Fernschuss und damit Saisontor 26 erzielte – so viele wie in der gesamten vergangenen Bundesligasaison – , drohte Bremen weiter nicht auseinanderzufallen. Die Gastgeber zeigten Moral und hielten weiter engagiert dagegen. Der Münchner Torjäger hingegen, der hatte einmal mehr Geschichte geschrieben: 26 Tore nach 22 Spieltagen sind eingestellter Ligarekord, nur Robert Lewandowski 2020/21 und 2021/22 waren zuvor so viele Treffer an den ersten 22 Spieltagen einer Saison gelungen. „Wir waren in der ersten Halbzeit nicht ganz so passsicher und haben ein paar leichte Fehler gemacht“, analysierte Christoph Freund, der Sportdirektor des FC Bayern: „Mit dem Elfmeter und dem Supertor von Harry ging es dann in die richtige Richtung.“ Für Kane war der Distanzschuss zum 2:0 das insgesamt 500. Karrieretor – was für eine Zahl!
Bayern führte zwar verdient zur Pause, hatte aber lediglich vier Schüsse aufs Tor abgegeben – weniger waren es in der ersten Halbzeit in dieser Saison nur beim Champions League-Spiel bei Arsenal Ende November (drei Torschüsse) gewesen.
Wer nun glaubte, Bremen würde angesichts des Rückstands und der Dominanz der Münchner nachlassen und nun endlich wichtige Räume öffnen, wurde getäuscht. Krülls Kopfball klatschte ans Lattenkreuz von Torhüter Jonas Urbig, Manuel Neuer war mit leichten Wadenproblemen in der Kabine geblieben. „Es war eine Vorsichtsmaßnahme, wir wollten nichts riskieren, er hat eine leichte Verhärtung in der Wade“, verriet Sportdirektor Freund: „Jonas Urbig hat es wieder sehr gut gemacht, seine Körpersprache, wie er mitspielt – immer wenn wir ihn brauchen, ist er da.“
Und das musste der Schlussmann auch, denn der Kopfball war der Beginn der stärksten Bremer Phase in diesem Spiel. Bayern leistete sich weiter Pass- und Stellungsfehler, die die Gastgeber mit dem Publikum im Rücken nach vorne trieben. 3:0 Torschüsse waren bis zur 60. Minute die Folge, Urbig parierte eine Großchance, als Schmid frei vor dem Schlussmann zum Torschuss kam.
Vincent Kompany reagierte und brachte nun frische Beine in die Partie – und mit Jamal Musiala und Alphonso Davies zwei Akteure mit gewaltigem Kreativpotenzial. Dass sie allein den Unterschied machen können, zeigten sie in ihrer ersten Offensivaktion: Musiala per Absatz zu Davies, der Kanadier mit viel Übersicht zu Goretzka – und dieser erzielte sein erstes Tor in einem Auswärtsspiel seit fast einem Jahr zum 3:0. Der Treffer war der entscheidende, letzte Stich ins Bremer Fußballherz. Nun war die Hoffnung, der Glaube der Grün-Weißen endgültig gebrochen. Weil auch noch Kimmich und Kane etwas eher Feierabend machen durften, wanderte die Kapitänsbinde in dieser Begegnung tatsächlich zu vier Bayernspielern: Neuer, Kimmich, Kane und am Ende Jonathan Tah.
Bemerkenswert noch, bevor es aus dem frostigen Norden mit drei wichtigen Punkten zurück nach München ging: Luis Díaz’ Vorarbeit zu Harry Kanes 2:0 war der zehnte Assist im 21. Spiel für den kolumbianischen Neuzugang – nur Michael Olise, der diesmal mit Gelbsperre fehlte, hat noch mehr Torvorlagen gesammelt (zwölf). So viele Assists gelangen Díaz für Liverpool in ganzen 73 Premier-League-Partien.
Besondere Erfolge feiern wollen sie aber alle: „Wir haben diese Saison das Gefühl, dass ganz viel möglich ist“, verriet Torschütze Leon Goretzka: „Ich habe das Glück, schon einmal dabei gewesen zu sein, als wir sechs Titel in einem Jahr gewonnen haben. Ich weiß, was das für eine geile Zeit war. Wir haben damals gesagt, dass wir das nochmal mit Fans erreichen wollen, damals war das wegen Corona nicht möglich. Dafür werden wir alles in die Waagschale werfen, um am Ende mit den Fans die ganz großen Titel feiern zu können.“ Genauso sah es Cheftrainer Vincent Kompany: „Wenn die Mannschaft so drauf ist wie jetzt, dann können wir viel gewinnen. Das ist wichtig am Ende.“
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