WolfsBlog
·21. Januar 2026
Die Geschichte eines Podcasts: Teil 4

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·21. Januar 2026

Zehn Jahre Wölferadio. Zehn Jahre DER VfL-Podcast – und ja, man kann es so deutlich sagen: Für alle, die wirklich VfL Wolfsburg hören, fühlen und verstehen wollen, ist das Wölferadio bis heute das einzige durchgehend relevante Audio-Format rund um die Grün-Weißen. Fan- und Clubradio zugleich – mit den drei „Ms“, die das Wölferadio bis heute auszeichnen: Meinung, Mehrwert und Humor. In dieser Wolfs-Blog-Serie gibt es die Hintergründe von der Entstehung bis heute. Der letzte Teil der Serie.
Hörer im Mittelpunkt: messen, fragen, verbessernSchon früh setzte Lenny auf einen Ansatz, den man eher aus Redaktionen oder Produktentwicklung kennt: Feedback als Motor. Regelmäßig, oft zum Saisonende, wurden Umfragen unter Hörern und Fans gemacht. Was funktioniert? Was fehlt? Was sollte anders klingen? Und das Ergebnis war nicht nur motivierend, sondern auch ein klarer Auftrag: Teilweise lagen die Zustimmungswerte für Sendung und Moderation bei über 95 Prozent. Ein Wert, der nicht einfach „gut“ ist – sondern ein Zeichen dafür, dass das Wölferadio bei den Menschen angekommen war, für die es gedacht ist.
Mehr Sichtbarkeit: Social Media und Specials mit SignalwirkungParallel wurde die Außenwirkung größer. Social Media wurde stärker genutzt, das Wölferadio spielte sich nicht nur über den Feed in die Ohren, sondern auch über Online-Aktionen in die Timelines. Dazu kamen besondere Momente, die wie Wegmarken wirkten: Live- und Online-Specials, etwa zur 100. Sendung – gesendet aus einem eigenen Mini-TV-Studio, das neben dem Podcast-Studio im Dachgeschoss entstand. Aus dem „Projekt“ wurde eine kleine Medienzentrale. Wolfsburg aus dem Rheinland, aber in HD.
Mehr Tiefe: O-Töne, Interviews, neue VfL-WeltenAuch inhaltlich wurde ausgebaut. Neben Experten- und Fangesprächen kamen O-Töne aus der Mixed Zone, Stimmen von Spielern, Hintergrund-Interviews mit Staff-Mitgliedern. Und der Blick weitete sich: Der VfL-Fokus blieb, aber das Thema war nicht mehr nur Herrenfußball. Frauen, Akademie, CSR-Themen – der Klub als Gesamtorganismus, nicht nur als Samstagsabend-Ergebnis. Das Wölferadio wurde breiter, ohne beliebig zu werden.
Der Stress lohnt sich
Und dieser Breite führte auch zu einem Projekt, dass nachhaltige Auswirkungen auf die gesamte Fanszene des VfL Wolfsburg haben sollte: Durch eine Wölferadio-Sendung im Frühjahr 2016 lernten sich Chris Krüger, David Bebnowski und Lenny kennen. Der gemeinsame Draht war sofort da und die Überlegung, was kann man noch mehr für den VfL machen, auch. Die Idee: ein Dokumentarfilm über Verein und Fanszene zum 20-Jährigen Bundesliga-Jubiläum 2017. Es war Eile geboten, um möglichst viele Unterstützer ins Boot zu holen. Die Dreharbeiten wurden erschwert durch eine Katastrophen-Saison des VfL mit dem Höhepunkt Relegation gegen Braunschweig. Logistisch und emotional für die Filmcrew ein Albtraum, für den Filmstoff ein Segen – umjubelte Premiere im Wolfsburger Scharoun Theater mit 1000 Gästen und Kino-Vorstellungen über die Stadtgrenzen hinaus inklusive. “20 – DER Stress lohnt sich” ist bis heute ein lebendiges Zeugnis über die Erfolge und den Spirit des VfL und seiner Fans. Ein Film, den es ohne Wölferadio so wahrscheinlich nicht gegeben hätte.
2018: Der Meilenstein – Kooperation mit dem VfL und Arena LiveDann kam das Jahr, das alles noch einmal auf eine neue Ebene hob: 2018. Der VfL Wolfsburg fragte an, ob das Wölferadio als Clubradio fungieren wolle – inklusive Übertragungen von Bundesligaspielen. Für viele wäre das ein „Wow-Moment“, für Lenny war es vor allem eine große Verantwortung. Und eine logistische Aufgabe, die man nicht nebenbei stemmt.
Gemeinsam mit zwei medienerfahrenen Kollegen, Malte Truxius und Andre Voigt, setzte Lenny das Projekt um. Erst ausgewählte Spiele, später alle Heimspiele, dann alle Bundesligaspiele des VfL. Kurz darauf stieß Jan Schildwächter dazu, nach dem Weggang von Voigt kam Tim Schulze ins Team. Aus dem Podcast wurde ein System. Aus dem System wurde ein Team. Und aus dem Team wurde eine Instanz: Wölferadio Arena Live.
Wölferadio Arena Live: Stimmen, Legenden, Bundesliga-RhythmusHeute ist daraus ein großes Team geworden, das Bundesliga-, Pokal- und Europapokalspiele des VfL abdeckt – plus ausgewählte Partien der Wolfsburg-Frauen. Am Mikro sitzen unter anderem Roy Präger, Holger Ballwanz und Gerald Schröder – Ex-Spieler, Vereinslegenden, Stimmen mit Stallgeruch. Dazu Volker Rechin und Dirk Schlag als Wolfsburger Musiker, Dennis Lindner, der auch den Podcast mitmoderiert, und viele weitere. Sogar Pierre Littbarski, Ex-Weltmeister, gehörte zeitweise zum Team. Das ist nicht nur ein Line-up – das ist grün-weiße Geschichte am Mikrofon.
Seit 2020: Inklusion mit Anspruch – das Blinden- und SehbehindertenradioEin weiterer Schritt, der mehr ist als nur „Feature“: Seit 2020 ist das Wölferadio auch das offizielle Blinden- und Sehbehindertenradio – aufgegangen in Wölferadio Arena Live. Alle Teammitglieder wurden dafür geschult, Spiele stärker audiodiskriptiv zu begleiten. Seitdem ist es ein Mix aus emotionaler Fußballreportage aus grün-weißer Sicht und einer besonders beschreibenden Spielbegleitung, getragen vom inklusiven Gedanken.
Dazu kam Technik, die das Ganze im Stadion wirklich nutzbar macht: eine Software-Lösung, über die es via App Raydio möglich ist, das Wölferadio im Stadion von allen Plätzen in Echtzeit zu verfolgen. Fußball hören, wie er passiert – und so beschrieben, dass niemand ausgeschlossen wird.
Vom Podcast zum Expertenstatus: Lenny in TV, Funk und TalkrundenMit der wachsenden Reichweite kam eine Entwicklung, die man so vorher kaum für möglich gehalten hätte: Lenny wurde zunehmend als VfL-Experte in Medienformaten eingeladen. Im November 2021 etwa in den Sport1-Doppelpass, später auch beim Doppelpass on Tour – mit Namen wie Effenberg, Basler und Helmer. Dazu Live-Schalten bei VfL-Champions-League-Spielen, etwa in Salzburg, Auftritte im Fantalk von Sport1, Expertenschalten für ntv, O-Töne für BILD und andere Printmedien. Und auch als Moderator bei Talks mit VfL-Bezug – zum Beispiel bei einer Diskussion mit dem damaligen niedersächsischen Innenminister und heutigen Verteidigungsminister Boris Pistorius über Fußball-Fanszenen in Deutschland.
Diese Präsenz öffnete wiederum neue Türen: Lenny konnte zwei weitere Bücher über den VfL realisieren – Die Fußballbibel und Populäre Irrtümer über den VfL. Das Wölferadio wurde nicht nur gehört, es wurde zum Referenzpunkt.
2022: Wenn das Leben ruft – und das Team trägtDoch jede Erfolgsstory hat auch ihre Belastungsproben. 2022 musste Lenny aus beruflichen Gründen kürzertreten. Und genau hier zeigt sich, ob ein Projekt wirklich Substanz hat: Es fand sich Unterstützung. Erst mit Christian Ohrens, später mit Dennis Lindner kamen weitere Moderatoren hinzu – und hielten den Podcast am Laufen. Ohne diese Hilfe wäre das Wölferadio wohl deutlich seltener erschienen. Mit ihr blieb es das, was es immer sein wollte: verlässlich.
2023: Hinter der Rückennummer – die nächste Stufe Nähe2023 folgte die nächste Weiterentwicklung: die Rubrik Hinter der Rückennummer. Volker Rechin präsentiert darin Spielerinnen und Spieler ganz persönlich und ausführlich – mit Themen abseits des Fußball-Tagesgeschäfts. Zu Gast waren unter anderem Maximilian Arnold, Yannick Gerhardt, Josuha Guilavogui und Joelle Wedemeyer. Das ist das Wölferadio-Prinzip in Reinform: Nähe, Tiefe, Persönlichkeit.
2026: Zehn Jahre – Geburtstag, Live-Podcast, Star-GästeUnd dann steht 2026 das Jubiläum an: zehn Jahre Wölferadio. Mit einer Geburtstagsfeier und einem Live-Podcast im B’moovd – und mit Patrick Wimmer und Jan Bürger als Star-Gästen. Ein Moment, in dem sich ein Kreis schließt: vom nervösen Start im Dachgeschoss bis zum Live-Format mit Publikum.
Ausblick: größer denken, breiter bekannt machenUnd wie geht es weiter? Die Richtung ist klar: Weiterentwicklung weiter vorantreiben, das Wölferadio noch stärker als DAS Audio-Angebot rund um den VfL etablieren. Mehr investieren in Promotion und Reichweiten-Entwicklung, damit es wirklich jeder VfL-Fan kennt, der vielleicht einfach mal Lust hat reinzuschalten. Denn das Wölferadio ist längst mehr als ein Podcast. Es ist eine grün-weiße Stimme, die bleibt – wenn man sie weiter wachsen lässt.







































