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Selina Eckstein·26. Juli 2026

Die WM als Karrierekiller: Hat sich dieser DFB-Star massiv verzockt?

Artikelbild:Die WM als Karrierekiller: Hat sich dieser DFB-Star massiv verzockt?

"Stand jetzt wird er gute Chancen haben zu spielen", sagte Julian Nagelsmann dem 'kicker' vor der WM. Bayern-Bankdrücker Leon Goretzka sollte beim DFB, ähnlich wie in der Quali, im Mittelfeld gesetzt sein und wollte sich so für einen neuen Topklub empfehlen. Beides ist jedoch nicht passiert und nun steht Goretzka von einem Problem. 

Aufgrund seines Reservistendaseins und seines hohen Gehalts, wurde sein Vertrag in München nicht verlängert. Goretzka pokerte anschließend und unterschrieb noch nirgendwo anders. Wahrscheinlich sah er sich mit dem Turnier vor der Brust in einer komfortablen Lage.


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Doch die Hoffnungen sind nur einen Monat später schon wieder verpufft. Das DFB-Team schied bereits im Sechzehntelfinale aus und Nagelsmann löste sein Versprechen nicht ein. Stattdessen spielte Goretzka in der Gruppenphase gegen Curacao (17 Minuten) und die Elfenbeinküste (5 Minuten) nur kurz und saß gegen Ecuador komplett auf der Bank. Gegen Paraguay wurde er immerhin schon zur zweiten Halbzeit eingewechselt, fiel dann allerdings auch nur dadurch auf, dass er im Elfmeterschießen offenbar nicht antreten wollte. 

Schon vor dem entscheidenden Spiel habe sich Goretzka von den Mitspielern abgekapselt und sei offensichtlich enttäuscht von seinem Standing gewesen, heißt es in einem Bericht der 'Sport Bild'. Außerdem sei er durch seine schlechte Laune negativ bei den Teamkollegen aufgefallen. 

Die Enttäuschung sei groß gewesen, schließlich habe sich der 31-Jährige nach Nagelsmanns Ankündigung schon als wichtiger Spieler auf der Doppel-Sechs gesehen. Mit wenig Einsatzzeit bei der WM und den Negativ-Schlagzeilen geht es für ihn nun trotzdem darum, einen neuen Klub zu finden. Das Transferfenster ist schon eine Weile geöffnet, doch von einer Einigung ist Goretzka gerade so weit entfernt, wie von einem Stammplatz im DFB-Team. 

Vor dem Turnier hatte es noch Gerüchte um einen Wechsel zu Milan gegeben, doch diese sind mittlerweile erkaltet. Stattdessen soll Juventus Interesse haben. Sein gefordertes Handgeld könnte den Klub abschrecken. Wie das italienische Portal 'Calciomercato' berichtet, soll der ehemalige Bayern-Star für seine Unterschrift rund zehn Millionen Euro sowie ein Netto-Gehalt von sieben Millionen Euro pro Saison fordern. Bei den Bayern waren es, laut 'Bild', rund 17 Millionen Euro brutto pro Jahr. 

Neben Goretzka steht offenbar auch der vereinslose Franck Kessié auf der Wunschliste der Alten Dame und wäre somit eine günstige Alternative. Zumal er weniger Gehalt fordern soll. 

Die hohen Forderungen von Goretzka dürften auch andere Klubs abschrecken – und somit bleibt es verhältnismäßig ruhig um den deutschen Nationalspieler, der nun auch um seinen Platz im DFB-Team bangen muss. Denn gerade erst wurde mit Jürgen Klopp ein Trainer vorgestellt, der im Spielaufbau auf Pressing setzt. Die Räume sollen geschlossen, die Zweikämpfe aggressiv gesucht werden. Auf das richtige Timing beim Rausrücken und Absichern wird es unter dem neuen Bundestrainer also ankommen. 

Allerdings ist genau das dem Mittelfeldakteur in den letzten Jahren ein bisschen flöten gegangen. Man darf nicht vergessen, mit 31 Jahren ist er schon ziemlich lange im Profi-Geschäft. Nachdem er 2012 sein Profi-Debüt für Bochum in der 2. Liga gegeben hatte und seit 2013 durchgehend in der Bundesliga spielte, ist er mittlerweile weit von seinem Peak entfernt. Sein Marktwert lag 2021 noch bei 70 Millionen Euro, mittlerweile sind es gerade mal zwölf Millionen Euro (Quelle: 'transfermarkt.de'). Zumal die deutlich jüngere Konkurrenz um Felix Nmecha oder auch Tom Bischof schon bereit steht. 

Statt des erhofften Boosts durch die WM muss er nun aufpassen, dass seine Forderungen nicht zum endgültigen Karrierekiller werden. Denn je länger das Transferfenster geöffnet ist, desto kleiner wird der Kreis der Klubs, die bereit sind, für ihn so tief in die Tasche zu greifen. Goretzka muss sich entscheiden: Abstriche beim Gehalt machen oder akzeptieren, dass seine nächste Station sportlich eine Nummer kleiner ausfällt.


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