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Lennard Bacher·16. August 2026
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Lennard Bacher·16. August 2026
Seit Dienstagabend ist es offiziell: Hannover 96 holt sich für die "Mission Wiederaufstieg" Marcel Hartel mit an Bord. Der ehemalige Unioner, der zuletzt für St. Louis City in der MLS aktiv war, soll der seit 2019 anhaltenden Zweitklassigkeit endlich ein Ende setzen.
Auch wenn es aus Sicht der Niedersachsen weh tut, das anzuerkennen, muss man klar sagen, dass Hannover 96 seit Jahren ein klassischer Zweitligist ist. Nach dem letzten Abstieg 2019 hatte der Klub, der noch vor 15 Jahren im Europapokal in einem spektakulären Gefecht an Atlético Madrid gescheitert war, nie ernsthaft etwas mit dem Aufstieg zu tun. Außer in der vergangenen Saison.
Nur drei Spieltage vor Schluss standen die Hannoveraner mit einem Punkt Abstand auf den Zweitplatzierten und späteren Aufsteiger Elversberg auf dem Relegationsplatz. Man hatte mindestens diese beiden "Alles-oder-Nichts-Spiele" in der eigenen Hand. Durch den Mega-Patzer der Saarländer am 33. Spieltag wäre Hannover sogar aufgestiegen, hätte man seine Hausaufgaben gemacht.
Am Ende blieb nichts davon. Am 32. Spieltag kam die Titz-Truppe nicht über ein 3:3 gegen den Tabellenletzten aus Münster hinaus, spielte eine Woche danach Remis gegen Bochum und lies sich am letzten Spieltag durch ein 3:3 gegen Nürnberg sogar noch den Relegationsplatz vom SC Paderborn abluchsen. Nach der ersten Saison, in der die jährlich wiederholten Aufstiegsambitionen hätten wahr werden können, versagten den 96ern die Nerven auf ganzer Linie.
📸 Selim Sudheimer - 2026 Getty Images
Während man viel darüber philosophieren kann, woran et jelegen hat, haben Jonas Boldt und Hannover jetzt reagiert. Kaum jemand dürfte auf dem aktuellen Spielermarkt mit seinen noch immer recht knackigen 30 Jahren so viel Ruhe, Erfahrung und Qualität in eine Zweitliga-Mannschaft reinbringen wie Marcel Hartel.
2020 gelang dem gebürtigen Kölner der Aufstieg mit Arminia Bielefeld, 2024 schoss Hartel den FC St. Pauli als absoluter Leistungsträger zurück in die Bundesliga. Sollte sich Hannover in dieser Spielzeit wieder bis zum Ende im Aufstiegsrennen befinden, ist der Neuzugang genau das, woran es in der letzten Saison gefehlt hatte.
Ein Leader, der in den größten Drucksituationen Ruhe ausstrahlt und schon mehrfach gezeigt hat, dass er Mannschaften aus seiner Komfortzone namens 2. Bundesliga zurück nach oben führen kann. Bei seiner Verpflichtung sagte 96-Boss Jonas Boldt nicht ohne Grund, dass der 30-jährige "ein erfahrener Spieler sei, der mit seiner Persönlichkeit immer eine wichtige Rolle innerhalb seiner Mannschaften gespielt" habe.
📸 Selim Sudheimer - 2024 Getty Images
Die Zahlen im deutschen Unterhaus sprechen dabei für sich. In seinen stolzen 185 Spielen für St. Pauli, Union Berlin und Arminia Bielefeld gelangen dem ehemaligen deutschen U-Nationalspieler gleich 75 Torbeteiligungen. Auch in die MLS ging Hartel wahrlich nicht, um im Spätherbst seiner Karriere nochmal abzucashen und eine ruhige Kugel zu schieben. 38 Scorer in 67 Spielen zeigen deutlich, dass der Mittelfeldspieler immer noch gut im Saft steht.
"Ich habe natürlich genau geschaut, welche Station nach meiner Zeit in der MLS in Deutschland für mich infrage kommt. Die Gespräche mit Hannover 96 waren extrem gut und haben mir genau das Gefühl gegeben, das ich für diesen Schritt gebraucht habe", sagte Hartel bei seiner Vorstellung im 96-Dress. Dazu scheint der Neuzugang auch von der Titzschen Taktik überzeugt: "Ich konnte einerseits ein klares Bild davon gewinnen, wie unser Fußball aussehen soll und welchen Beitrag ich dazu leisten kann."
Das Ding ist auf den ersten Blick ein absolutes Perfect-Match! Nach dem Fehlstart bei Aufsteiger Energie Cottbus muss 96 schnell die Souveränität finden, die man in der 2. Bundesliga braucht, um sich mit der Konkurrenz und insbesondere dem Aufstiegsfavoriten aus Wolfsburg messen zu können. Ob Hartel am Sonntag schon Minuten bei dem Top-Duell gegen Reese & Co. bekommt, wird sich zeigen. So oder so ist er der Baustein, der der lange anhaltenden Zweitklassigkeit der Hannoveraner endlich ein Ende setzen könnte.
📸 Dilip Vishwanat - 2026 Getty Images







































