FC Red Bull Salzburg
·3. Mai 2026
Dramatisches Remis mit spätem VAR-Drama

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·3. Mai 2026

Ein Vertessen-Treffer bringt uns gegen Sturm Graz früh in Front, doch nach einem Gegentor spät in der Nachspielzeit und einem aberkannten Yeo-Tor endet dieses hitzige Duell mit 1:1. Zwei Runden vor Schluss der ADMIRAL Bundesliga-Saison liegt der Titel damit nicht mehr in unserer eigenen Hand.
Kaiserwetter, eine mit 17.318 restlos ausverkaufte Red Bull Arena und ein Duell, dessen Ausgangslage nicht spannender hätte sein können: Unser Stadion war an diesem Sonntag der Ort, an dem die Salzburger Fußball-Herzen höherschlagen durften, zumindest für 93 Minuten.

Bereits nach 40 Sekunden zwang Sota Kitano den gegnerischen Keeper zum ersten Eingreifen, danach entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch auf Augenhöhe. Kerim Alajbegovic versuchte es in der 18. Minute mit einem Distanzschuss, dem jedoch die nötige Durchschlagskraft fehlte. Die Führung entstand dann aus einer Aktion, die alles hatte: Torschütze Yorbe Vertessen (traf diese Saison in drei Duellen mit Sturm) leitete sie mit einem überragenden Außenrist-Seitenwechsel-Pass selbst ein, danach folgte Wille pur. Eine Direktabnahme von Maurits Kjaergaard wurde erst pariert, Karim Onisiwo stocherte nach, und schließlich drückte unser belgischer Offensivspieler das Spielgerät über die Linie (22.). Fast folgte der direkte Nachschlag, ein wuchtiger Vertessen-Schuss klatschte jedoch an die Grazer Außenstange (26.).

Danach wurden auch die Gäste aktiver, aber selten zwingend. In der 29. Minute rettete Alex Schlager stark im Eins-gegen-Eins mit Malone, den Nachschuss jagte Jatta über das Tor. Auf der Gegenseite fehlten Kitano in der 40. Minute aus der Drehung nur Zentimeter zum 2:0. Trotz ausgeglichener Statistiken gingen wir als bessere Mannschaft in die Pause, die Führung war allemal verdient.
Sturm kam mit mehr Spielkontrolle aus der Kabine und brachte unsere Hintermannschaft zeitweise in Bedrängnis, ohne dabei zu hochkarätigen Abschlüssen zu kommen. Ab der 54. Minute fanden wir besser ins Spiel zurück: Kitano (58.) und Frans Krätzig (62.) verzeichneten gute Möglichkeiten. In der frühen Mai-Hitze entwickelte sich schließlich ein echter Abnutzungskampf, in dem unsere Burschen sichtlich alles in die Waagschale warfen. Mit Moussa Yeo, Karim Konate und Edmund Baidoo brachte die Schlussphase noch jede Menge Speed für Konter, wobei Konate in der 86. Minute den Deckel knapp nicht draufmachen konnte. Was folgte, war pure Dramatik: In der dritten Minute der Nachspielzeit hatte der frisch eingewechselte Kayombo nach einem Kiteishvili-Pass in unserem Sechzehner zu viel Platz und zirkelte den Ball trotz Ausrutschers unhaltbar zum 1:1 ins lange Eck. Noch war die Partie aber nicht vorbei: Wir wollten diese bittere Pille nicht tatenlos schlucken und warfen alles nach vorne. Plötzlich drückte Yeo nach einer Terzic-Flanke die Kugel tatsächlich über die Linie, doch eine hauchdünne Abseitsposition ließ den vermeintlichen Siegtreffer nach minutenlangem VAR-Check nicht gelten. Ein bitterer Punktverlust, der uns zwei Runden vor Schluss die Chance auf den Meistertitel aus eigener Kraft nimmt. Nächsten Sonntag sind wir auf Auswärtsfahrt beim LASK, es ist unsere letzte Chance, den Druck nach oben hochzuhalten.
Wir haben alleine schon in diesen zweieinhalb Monaten, in denen ich hier bin, so viele Spiele hintenraus noch hergeschenkt – da hat es schon viele bittere Momente gegeben. Aber dieser tut besonders weh. Am Ende passt es auch dazu, dieser Spielfilm ist Minimum fünf Mal schon vorgekommen. Diese Spiele über die Zeit zu bringen, damit wäre man ja praktisch schon durch. So hat man fast keinen Anspruch auf den Titel.
Daniel Beichler
Wir sind gut hineingekommen, hatten die eine oder andere Möglichkeit, die wir besser nutzen hätten müssen – mit einem 2:0 sieht es ganz anders aus. So haben wir die Grazer immer wieder am Leben gelassen, und das riechen sie, die nötige Qualität haben sie natürlich. Es tut sehr weh, es ist ein Stich ins Herz.
Karim Onisiwo
Aufstellungen & Wechsel
FC Red Bull Salzburg: Schlager © – Lainer, Schuster, Drexler, Krätzig – Diabate, Kitano (87. Terzic), Kjaergaard – Vertessen (74. Baidoo), Onisiwo (80. Konate), Alajbegovic (80. Yeo) SK Sturm: Khudyakov – Gazibegovic, Mitchell (59. Koller), Vallci, Karic (73. Geyrhofer) – Hödl, Gorenc Stankovic ©, Mamageishvili (73. Kiteishvili), Fosso (73. Weinhandl) – Jatta, Malone (88. Kayombo)
Schiedsrichter: Harald Lechner Tore: Vertessen (22.) bzw. Kayombo (90.+3) Gelbe Karten: keine bzw. Mamageishvili (5./Foul), Trainer Ingolitsch (77./Kritik), Gazibegovic (90.+9/Foul) Zuschauer: 17.318

































































