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Moritz Oppermann·22. Mai 2026
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Moritz Oppermann·22. Mai 2026
Die vergangene Länderspielpause hat Julian Nagelsmanns Wunschvorstellung für den WM-Mittelsturm einmal mehr unterstrichen. Auf der Neun soll entweder Kai Havertz oder Nick Woltemade starten. Deniz Undav muss in jedem Fall mit der Bank vorliebnehmen. Wenige Wochen vor dem WM-Start steht die Wahl des Bundestrainers jedoch noch nicht hundertprozentig fest. Alle drei Stürmer müssen ihrem Trainer noch etwas beweisen.
Am meisten gilt das für Deniz Undav, auch wenn zumindest die Zahlen aktuell eine mehr als deutliche Sprache für ihn sprechen. In der abgelaufenen Saison erzielte der VfB-Star auf Vereinsebene wettbewerbsübergreifend 25 Tore in 44 Spielen und legte dazu noch 14 weitere auf. Kai Havertz kommt in 16 Partien auf fünf Tore und einen Assist. Woltemade hat nach 44 Spielen zehn Buden und eine Vorlage auf seinem Konto. 2026 traf er bislang nur ein einziges Mal. Und dann soll nicht Undav von Beginn an spielen?
📸 Sona Maleterova - 2026 Getty Images
„Wir werden sehen, aber es ist eher unwahrscheinlich, weil ich die Rollengespräche nicht für den März geführt habe, sondern für die WM“, erklärte der Bundestrainer, angesprochen auf Undavs Jokerrolle nach den Testspielen im März gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1). Will er in die Startelf, muss er im Pokalfinale gegen Bayern und in der WM-Vorbereitung aber mal so richtig weiterballern. Anscheinend legt Nagelsmann einfach mehr Wert auf einen anderen Stürmertypen.
Mit Nick Woltemade hat er einen Spieler, der, im Gegensatz zu Undav, permanent pressen kann, die Abwehr enorm unter Druck setzt und in der Theorie Fehler erzwingt. Dass er trotz einer recht mäßigen Saison Tore schießen kann, hat er nicht zuletzt bei der Nationalmannschaft eindrucksvoll bewiesen. In drei entscheidenden Qualifikationsspielen gegen Nordirland (1:0), Luxemburg (2:0) und die Slowakei (6:0) traf der Ex-Stuttgarter vier Mal und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass das DFB-Team überhaupt zur WM 2026 fahren darf. Kai Havertz musste sich das Ganze wie so oft zuletzt von der Tribüne aus ansehen.
Der Arsenal-Star litt bis Mitte der Saison an einer Knieverletzung und kam auch anschließend nicht wirklich in Tritt. Immer wieder musste Havertz aufgrund muskulärer Probleme pausieren. War er dann fit, reichte es zumeist hinter dem Schweden Viktor Gyökeres nur für Kurzeinsätze.
Immerhin: Vergangenen Montag durfte der 26-Jährige im Ligaspiel gegen Burnley starten und lieferte direkt ab. Beim 1:0-Sieg der Gunners erzielte er den entscheidenden Treffer. Der Gewinn der Meisterschaft mit Arsenal dürfte für zusätzliches Selbstvertrauen sorgen und dann ist da ja noch das Champions-League-Finale gegen PSG.
Anders als Undav und Woltemade muss sich Havertz auch weniger an Toren messen lassen. Durch seine Vielseitigkeit und enorme Spielintelligenz schafft der 26-Jährige viele Räume, kreiert Chancen und hat auch ohne Scorerpunkte einen enormen Einfluss auf das offensive Spiel seines Teams. Er muss allerdings nachweisen, dass er komplett gesund ist. Sollte Havertz fit sein, scheint zudem auch ein Einsatz auf der rechten Außenbahn möglich.
📸 Pool - 2020 Pool
„Kai hat zu Zeiten von Peter Bosz bei Leverkusen fast immer rechts gespielt und fühlt sich dort auch wohl“, erklärte Julian Nagelsmann gegenüber dem 'kicker'. So wie im Test gegen Ghana könnte Havertz dann sogar an der Seite von Nick Woltemade starten. In der Schlussphase wäre womöglich Platz für Deniz Undav.
„Deniz hat viele gute Aktionen auch in der Bundesliga, wenn der Gegner schon ein bisschen müde ist“, betonte Nagelsmann. „Er hat eine außergewöhnliche Kreativität, die geht ein bisschen flöten, wenn er im Spiel arbeiten muss.“
Undavs 25 Saisontore, die er nahezu ausschließlich von Beginn an erzielte, sprechen an der Stelle eine andere Sprache. Julian Nagelsmann wird das sehr wahrscheinlich auf dem Schirm haben – genauso wie Havertz’ Fitnesszustand und Woltemades torarme Rückrunde. Doch verändert das wirklich etwas an der deutschen Startelf?
Das wird sich spätestens zum WM-Auftakt gegen Curaçao am 14.06. zeigen. Bis dahin können Undav (im DFB-Pokal-Finale gegen Bayern), Woltemade (im PL-Spiel gegen Fulham) und Havertz (im PL-Spiel gegen Crystal Palace und im CL-Finale gegen PSG) allesamt noch weiter auf sich aufmerksam machen.
📸 Alex Grimm - 2026 Getty Images
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