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·26. Juni 2026

Ein anderer Blickwinkel: Die ungewöhnliche Transfergeschichte der Familie El Mala

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Ein anderer Blickwinkel: Die ungewöhnliche Transfergeschichte der Familie El Mala

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Simon Bartsch

26 Juni, 2026

350.000 Euro haben den FC die Brüder Malek und Said El Mala gekostet. Mittlerweile flossen noch einmal rund zwei Millionen Euro zur Viktoria. Doch auch das ist nichts gegen die 50 Millionen, die der FC gerne hätte und die die Familie ausgeschlagen hat. Interessenten verhandeln nicht nur mit dem 1. FC Köln: Said El Mala und die Familie hinter dem Transfer.

Christian Keller hatte recht – Said El Mala wird der größte Transfer der Kölner Vereinsgeschichte. Doch wann und wohin? Das entscheidet aktuell eine Familie, die sich ganz offensichtlich weder von Ablösesummen noch von Millionengehältern beeindrucken lässt.

Said El Mala wird nicht nach Brentford wechseln

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Christian Keller geht für die FC-Fans sicherlich nicht als der beliebteste aller FC-Verantwortlichen in die Kölner Geschichtsbücher ein. Zahlreiche seiner Transfers gingen nicht auf. Mit einem Bauchgefühl wird der ehemalige Geschäftsführer der Kölner aber recht behalten. Vor einigen Monaten erklärte Keller, Said El Mala werde der höchste Transfer der Kölner Vereinsgeschichte werden. Damit wird der promovierte Wirtschaftsexperte recht haben und die Bestätigung wird es wohl diesen Sommer noch geben. Keller selbst hat dem FC dann unterm Strich doch den Megacoup eingefädelt, wobei zu dem Masterpiece sicherlich auch die Vertragsverlängerung ohne Ausstiegsklausel von Thomas Kessler zählt. Die Zahlen erscheinen mittlerweile fast unwirklich. Rund 350.000 Euro soll der FC vor gut zwei Jahren an Viktoria Köln für die El-Mala-Brüder bezahlt haben. Für den Offensivspieler verlangen die Geißböcke nun 50 Millionen. Auf dem Transfermarkt befindet sich der 19-Jährige also gleich mehrere Regalfächer höher als noch vor zwei Jahren und ganz sicher auch als bei der Verpflichtung – in diesem Tempo – erwartet.

El Mala sagt Brentford ab

Umso erstaunlicher erscheint da, dass die Familie El Mala sich trotz des rasanten Aufstiegs, der beeindruckenden Entwicklung und den komplett anderen Finanz-Strukturen nicht mehr auf professionelle Expertise in der Beratung verlässt, sondern einen Großteil jener selbst übernimmt. Seit einigen Monaten berät Sabrina El Mala ihre Söhne Said und Malek, Vater Mohammed hat dem Vernehmen nach eine beratende Funktion. Keine Agentur, kein etabliertes Beraterbüro — eine Familie, die weitgehend selbst entscheidet. Das ist im Profifußball ungewöhnlich. Gerade Top-Talente werden über Jahre über Berater oder von ihnen aufgebaut. Wer am Ende des Tages beim Brentford-Wechsel die Absage erteilt hat, wer auf welchen Rat gehört hat, wird wohl nur die Familie selbst wissen. Fakt ist, die Spielerseite hat den Deal platzen lassen. Einen Deal, der 50 Millionen Euro umfasste, zudem ein Millionengehalt für den Spieler, Prämien für die Familie. Es gab sicherlich Grund genug, schwach zu werden – für alle Beteiligten. Doch es kam eine klare Absage. Deal geplatzt, Brentford vom Tisch. El Mala bleibt – vorerst.

Geduld statt dem schnellen großen Geld?

Schon 2024 entschieden sich die El Malas gegen einen Wechsel nach Dortmund. Zwar hatte Said damals einen Berater, doch nach eigener Aussage war für ihn das Thema vom Tisch, als klar war, dass der BVB Bruder Malek nicht unter Vertrag nehmen würde. Die Lesart scheint eindeutig: Die Familie muss von dem Weg, dem nächsten Schritt, aber ganz sicher auch von den Rahmenbedingungen überzeugt sein. Geld ist offenbar nicht der ausschlaggebende Grund. Das lässt sich als Sturheit lesen — oder eben als bemerkenswerte Konsequenz in einem Geschäft, das junge Spieler und ihre Familien oft zu schnellen Entscheidungen drängt. El Mala ist mit seinen 19 Jahren noch jung auf dem Markt, kennt das Gefühl, ausgemustert zu werden, also in diesem Geschäft Niederlagen hinnehmen zu müssen. Die Familie bewegt sich auch noch nicht lange alleine in diesem Metier. Es verdient Respekt, dass seine Familie Geduld beweist und nicht das erstmögliche Angebot annimmt – unabhängig davon, ob man die einzelnen sportlichen Entscheidungen am Ende des Tages nachvollziehen kann oder will.

Für den FC macht es die Sache etwas unplanbarer. Auch, wenn Gelassenheit nach außen transportiert wird, hängt letztlich von den Entscheidungen der El Malas dann doch viel ab. Jede künftige Offerte für Said El Mala muss nicht nur eine Ablösesumme bieten, die Kessler überzeugt — sie muss eine ganze Familie überzeugen, die sich bislang dreimal nicht von der Größe eines Angebots beeindrucken ließ. Wer um den wertvollsten Spieler des FC verhandelt, verhandelt nicht nur mit einem Sportdirektor. Er verhandelt mit einer Familie, die ihre eigenen Maßstäbe, ihre eigenen Ambitionen hat.


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