RB Leipzig
·7. Juni 2026
Ein RBL-Duo für den 5. Stern

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·7. Juni 2026

Warum Assan Ouédraogo? Und wie plant Julian Nagelsmann mit David Raum? Kurz vor dem deutschen WM-Auftakt gegen Curaçao hat der Bundestrainer zu beiden Leipzigern klare Antworten geliefert.
Bei Assan gaben nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Lennart Karl mehrere Faktoren den Ausschlag: sein starker Eindruck im DFB-Kreis, positives Feedback aus der Mannschaft – und ein entscheidender Rhythmus-Vorteil durch die Südafrika-Tour der Roten Bullen.
Bei David machte Nagelsmann deutlich: Unser Kapitän bleibt auf der linken Seite fest eingeplant – als Qualitätsspieler, emotionaler Leader und wichtiger Faktor für den Turnierverlauf.
Nach Karls Ausfall habe man sich „relativ schnell“ für Assan entschieden, erklärte Nagelsmann vor der erfolgreichen WM-Generalprobe gegen Co-Gastgeber USA (2:1) am RTL-Mikrofon. „Wir wollten unbedingt einen jungen Spieler mitnehmen und haben uns für den entschieden, der bei uns mit Lenny zusammen den besten Eindruck hinterlassen hat.“
Auch menschlich habe der Rechtsfuß total überzeugt: „Assan hat nach unserem Lehrgang im November von allen Spielern extrem positives Feedback gekriegt. Er ist ein super angenehmer Mensch, der große Fähigkeiten hat.“ Diesen Eindruck unterstrich der Youngster mit seinem Debüttor in seinem bislang einzigen A-Länderspiel beim 6:0 gegen die Slowakei in der Red Bull Arena.
Ein weiterer Pluspunkt: Während andere Kandidaten zuletzt weniger Spiel- und Trainingspraxis hatten, stand der 20-Jährige mit RBL noch am 29. Mai im Testspiel gegen die Mamelodi Sundowns auf dem Platz. „Er ist total im Saft und im Rhythmus, hat mit Leipzig in Südafrika gespielt und trainiert“, sagte Nagelsmann. „Uns bringt kein Spieler was, den wir noch mal eine Woche heranführen müssen, sondern er muss sofort fit sein.“
Damit bringt unsere Nummer 20 alles mit, um dem DFB-Team direkt helfen zu können – ob auf der Zehn, über die Flügel oder etwas defensiver im Mittelfeldzentrum.

Assan selbst wurde im Urlaub in Marbella vom Anruf des Bundestrainers etwas überrascht: „Als Julian Nagelsmann mir gesagt hat, dass ich nun dabei bin, musste ich den Moment erst einmal kurz verarbeiten und realisieren, bevor ich direkt meine Sachen gepackt habe. Es ist eine Riesenehre und macht mich sehr stolz, Deutschland bei der WM mitzuvertreten“, sagt unser Mittelfeldmann, der zugleich an Lennart Karl denkt: „Es tut mir sehr leid für ihn. Deshalb empfinde ich neben der Freude auch Respekt vor der Situation.“

Während sich beim DFB-Team vor dem WM-Start auf den meisten Positionen eine Stammformation herauskristallisiert, bleibt es hinten links spannend. Die Konkurrenzsituation zwischen David und Frankfurts Nathaniel Brown, der gegen Finnland und die USA startete, ordnete Nagelsmann so ein: „Sie machen es beide gut. Man kann David keinen Vorwurf machen. Er hat am Ende der Ligasaison noch etwas gekränkelt, konnte nicht alle Spiele machen.“ Gleichzeitig stellte der Bundestrainer klar: „Egal, wer von den beiden gegen Curaçao startet – wir werden beide im Verlauf des Turniers brauchen.“
Gegen die USA kam unser Kapitän in der 61. Minute für Brown ins Spiel – und war sofort drin. Raumi schob an, brachte Tempo über links und servierte in der 78. Minute eine messerscharfe Flanke, die über Jamie Leweling bei Deniz Undav landete und für Gefahr sorgte. Einmal mehr zeigte der Linksfuß, was ihn auszeichnet: Energie, Präsenz, Führungsqualität.
Genau diese Rolle kann im Turnierverlauf wichtig werden. Der gebürtige Franke ist im DFB-Team nicht nur Linksverteidiger, sondern auch emotionaler Leader – einer, der anschiebt, mitreißt und ein Turnier prägen kann. Bei der Heim-EM bewies er bereits, wie schnell er in einem großen Turnier Verantwortung übernehmen kann.

Deutschland geht zwar nicht als Topfavorit bei der WM 2026 an den Start. Doch die Mischung stimmt: Erfahrung, Titelhunger, junge Energie. Die Gruppenphase mit Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador bietet die Chance, ins Turnier hineinzuwachsen. Und in der K.o.-Phase kann in einem Spiel ohnehin alles passieren. Der Traum vom fünften WM-Titel nach 1954, 1974, 1990 und 2014 lebt.
Mittendrin: Zwei Rote Bullen auf der Weltbühne. David Raum als erfahrener Antreiber. Assan Ouédraogo als hochtalentierter Newcomer, der sich kurz vor Turnierstart seinen Kindheitstraum erfüllt hat.
Ein RBL-Duo für den fünften Stern.
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