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·24. März 2026
Einig mit Brighton: Warum ein Wechsel von El Mala zu früh kommt

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·24. März 2026

Noch ist nichts offiziell. Der mögliche Transfer von Said El Mala zu Brighton & Hove Albion nimmt aber immer konkretere Formen an. Sportlich stellt sich jedoch die Frage, ob dieser Schritt für den 19-Jährigen zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt sinnvoll ist?
Gerade deshalb lohnt sich der Blick über die reine Ablösesumme hinaus. Denn aus Kölner Sicht mag ein Deal in Richtung 40 Millionen Euro plus Boni fantastisch klingen. Aus Spielersicht ist die Sache deutlich komplizierter. Brighton ist ein klug geführter Premier-League-Klub mit klarem Plan. Genau das macht den Schritt auf den ersten Blick attraktiv, und auf den zweiten riskant.
Dass Brighton an El Mala interessiert ist, ergibt sportlich durchaus Sinn. Trainer Fabian Hürzeler kennt den deutschen Markt, der Klub sucht gezielt nach entwicklungsfähigen Spielern, und die Seagulls haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass junge Profis dort auf ein neues Niveau gehoben werden können. Genau das ist der Reiz des Projekts.
Nur: Ein guter Klub ist nicht automatisch der richtige nächste Schritt. El Mala spielt gerade seine erste Bundesliga-Saison. Er hat sich in Köln überraschend schnell angepasst, ist mit seinen Toren und seiner Direktheit schon jetzt ein Unterschiedsspieler. Doch der U21-Nationalspieler stand nur in 13 von 27 Ligaspielen in der Startelf und ist trotz seiner starken Zahlen (10 Tore, 2 Vorlagen) noch nicht an dem Punkt, an dem man sagen würde: Diese Liga ist für ihn sportlich schon zu klein geworden.
Hier fehlt eine Zwischenstufe. Er müsste eigentlich erst einmal ein kompletter Stammspieler werden, eine Saison über Wochen und Monate lernen, wie Gegner sich auf ihn einstellen. Erst dann wäre ein Premier-League-Wechsel die logische Fortsetzung statt ein Sprung ins Ungewisse.

Foto: Getty Images
Der entscheidende Punkt ist nicht sein Talent, sondern Einsatzzeit. Brighton hat viele gute Ideen, aber eben auch viele gute Spieler. Und genau da beginnt das Risiko. Der Kader ist breit aufgestellt, insbesondere auf den offensiven Außenpositionen herrscht hohe Konkurrenz.
Sehr anschaulich ist das Beispiel Brajan Gruda. Auch er kam als deutsches Offensivtalent nach Brighton, bekam die nötigen Minuten aber nicht und wurde im Januar zu RB Leipzig verliehen. Hürzeler sagte bei der Leihe, Gruda wolle regelmäßigen Fußball und Brighton könne ihm den in der zweiten Saisonhälfte nicht garantieren. Genau das ist die Warnung für El Mala. Brighton verpflichtet nicht, um einem Talent geduldig durch jede Formschwankung zu helfen. Brighton verpflichtet, bewertet ständig neu und parkt Spieler notfalls sehr schnell zwischen. Für einen 19-Jährigen, der in Köln noch mitten in seiner ersten großen Entwicklungsschleife steckt, kann das brutal sein.
Dazu kommt ein Punkt, der in der Debatte oft zu kurz kommt: El Mala profitiert in der Bundesliga noch von Eigenschaften, die in England nicht automatisch denselben Effekt haben würden. Seine Explosivität, seine Dynamik im Eins-gegen-Eins und auch seine Physis stechen hier bereits heraus. Das bedeutet nicht, dass er in der Premier League nicht bestehen könnte. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er erst einmal Anpassungsprobleme hätte, ist hoch.

Foto: Getty Images
Deshalb spricht sportlich mehr für ein weiteres Jahr in Köln als für den sofortigen England-Schritt. Beim FC hätte El Mala ein vertrautes Umfeld, Bundesliga-Minuten, Verantwortung und Raum für Fehler. Gerade weil er schon jetzt so produktiv ist, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass sein Marktwert eher steigt als fällt. Zumal Köln ihn wegen des langfristigen Vertrags nicht unter Druck verkaufen muss.
Brighton kann El Mala Geld, Projekt und einen guten Trainer bieten. Das ist alles verlockend. Aber Karrieren von Offensivtalenten scheitern selten am fehlenden Interesse, sondern oft am falschen Timing. Und bei El Mala wirkt es so, als wäre der Schritt zwar nicht zu groß, aber schlicht ein Jahr zu früh.









































