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·20. August 2026
Eintracht Frankfurt: Trainer Hütter stellt Santos ins Tor und lässt ihn im Regen stehen

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·20. August 2026

Der Keeper spielt in Runde eins – und hört gleichzeitig, dass sein Trainer Zugänge nicht ausschließt. Diese Doppelbotschaft schützt niemanden.
Ein Satz, sechs Wörter, offenes Ende: „Dann werden wir sehen, was in Zukunft noch passiert“, sagte Adi Hütter am Mittwoch, als er nach der Verpflichtung eines neuen Torhüters gefragt wurde. Zwei Tage später steht Kaua Santos beim Fünftligisten FC St. Tönis im Tor von Eintracht Frankfurt. Beides zugleich.
Genau diese Gleichzeitigkeit ist das Problem des Trainer-Rückkehrers. Wer einen Torwart aufstellt und im selben Auftritt die Frage nach einem neuen Torwart offen lässt, stellt ihn nicht auf, sondern zur Ansicht. Santos geht am Freitag nicht als Nummer eins ins Spiel, sondern als Nummer eins auf Widerruf – und das weiß in Frankfurt inzwischen jeder, auch er selbst.
Das 0:7 beim FC Brentford am Sonntag hat die altbekannte Debatte neu entfacht, und niemand kann Hütter vorwerfen, die Niederlage kleingeredet zu haben. „Sowas geht in dieser Form überhaupt nicht“, sagte er, sprach von einer klaren Analyse und einem Schuss vor den Bug. Bei einer Generalprobe fallen sieben Gegentore – und Santos kassierte in London genau diese sieben.
Eine Zahl, die einen Torwart erschlägt, wenn man sie ihm allein zuschreibt. Sieben Gegentore in einem einzigen Spiel sind kein Torwartbefund, sondern ein Mannschaftsbefund, und Hütter selbst hat die Partie mit seinen Schützlingen aufgearbeitet, nicht mit einem Einzelnen. Umso auffälliger, dass laut Medienberichten der Vertrauensverlust ausgerechnet den 23-Jährigen trifft.
Es spricht für einen Trainer, dass er den Angezählten nicht am Tag nach dem Debakel aus der Elf streicht. Wer Santos in Runde eins auf die Bank setzt, verkündet damit ein Urteil, ohne es aussprechen zu müssen; ein Torwart, dem man öffentlich die Tür zeigt, bevor der Nachfolger da ist, ist als Profi beschädigt. Hütter hält ihn im Spiel, und in einem Pokalspiel beim Fünftligisten kann Santos beweisen, dass er die Debatte übersteht.
Nur trägt diese Fairness nur, solange sie in eine Richtung zeigt. Sie zerfällt in dem Moment, in dem derselbe Trainer die Zukunftsfrage nicht beantwortet und mögliche Verstärkungen nicht kommentieren will – auch auf anderen Positionen, wie er ausdrücklich hinzufügte. Vertrauen im Pflichtspiel und offene Kaderfragen im selben Pressetermin heben sich gegenseitig auf: Was bleibt, ist ein Torwart, der am Freitag arbeitet und nicht weiß, ob er in zwei Wochen noch die Kabine von innen kennt.
Dass Noah Atubolu vom SC Freiburg und der Ex-Frankfurter Lukas Hradecky von der AS Monaco als Transfer-Kandidaten gelten, macht die Lage nicht schwebend, sondern eindeutig. Zwei Namen im Umlauf sind für einen Klub eine Option, für den amtierenden Torwart eine Ansage. Eine Torhüterfrage, die der Trainer nicht schließt, schließen andere für ihn.
Die Verantwortung dafür liegt nicht bei Santos. Er hat sieben Gegentore auf dem Konto und einen Auftritt in St. Tönis vor sich, an dem er nichts gewinnen und alles verlieren kann: Hält er, war es der Fünftligist, kassiert er, war es der Beweis. Ein Torwart in dieser Konstellation spielt nicht um Vertrauen, er spielt gegen ein bereits gefälltes Urteil.
Entweder ist Kaua Santos der Torwart von Eintracht Frankfurt, oder er ist es nicht. Ein Trainer, der ihn aufstellt und gleichzeitig seine Nachfolge im Raum stehen lässt, hat sich nicht für ihn entschieden – er hat die Entscheidung nur an den Freitag delegiert.
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