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·31. Januar 2026
Eintracht Frankfurt wagt mit Riera das Risiko, das andere Klubs nicht eingehen wollen

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·31. Januar 2026

Der 43-jährige Spanier kommt vom slowenischen Klub NK Celje und erhält einen Vertrag bis 2028. Sein Debüt steigt am Freitag gegen Union Berlin.
Eintracht Frankfurt geht einen ungewöhnlichen Weg. Während andere Bundesligisten bei der Trainersuche reflexartig auf bewährte Namen setzen, holt der Klub einen 43-jährigen Spanier vom slowenischen Conference-League-Teilnehmer NK Celje. Albert Riera ist keine Lösung aus dem Katalog der üblichen Verdächtigen. Das macht die Entscheidung interessant.
Die Namen, die zuvor durch die Gerüchteküche geisterten, klangen vertrauter: Marco Rose, Alexander Blessin, Roger Schmidt. Alles Trainer mit Bundesliga-Erfahrung oder zumindest mit einem Profil, das sich leichter einordnen lässt. Dass Sportchef Markus Krösche stattdessen einen Mann verpflichtet, dessen jüngste Stationen Girondins Bordeaux und NK Celje heißen, zeugt entweder von bemerkenswerter Überzeugung oder von einem Mangel an Alternativen. Vermutlich von beidem.
Riera bringt eine Spielerkarriere mit, die Respekt verdient. Der FC Liverpool steht in seinem Lebenslauf, das öffnet Türen und verschafft Autorität in einer Kabine voller Profis. Doch als Trainer muss er sich erst beweisen. Seine bisherigen Stationen waren keine Leuchttürme des europäischen Fußballs. In Bordeaux erlebte er einen Klub im freien Fall, in Celje arbeitete er abseits der großen Bühnen. Die Bundesliga ist ein anderes Kaliber.
Der Vertrag bis Sommer 2028 signalisiert, dass Frankfurt langfristig plant. Das ist mutig, denn Riera hat noch nicht bewiesen, dass er auf diesem Niveau bestehen kann. Gleichzeitig gibt ihm diese Laufzeit den nötigen Rückhalt, um seine Ideen zu implementieren. Krösche spricht von modernem, intensivem und offensivem Fußball. Das klingt nach einem klaren Konzept, das nun mit Leben gefüllt werden muss.
Das Debüt gegen Union Berlin am kommenden Freitag wird zum ersten Gradmesser. Die Köpenicker sind kein Gegner, der sich von taktischen Finessen beeindrucken lässt. Sie werden Frankfurt mit ihrer physischen Spielweise testen. Riera wird schnell lernen, dass die Bundesliga wenig Eingewöhnungszeit gewährt.
Die Eintracht hat seit der Trennung von Dino Toppmöller nach dem 3:3 bei Werder Bremen am 16. Januar auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer Zeit verstreichen lassen. Dennis Schmitt und Alexander Meier überbrückten die Vakanz. Nun liegt die Verantwortung bei einem Mann, der sich in Frankfurt erst einen Namen machen muss.
Das Risiko ist offensichtlich. Aber vielleicht liegt genau darin die Chance. Riera hat nichts zu verlieren und alles zu gewinnen. Wenn er scheitert, wird man in Frankfurt schnell vergessen haben, wer er war. Wenn er Erfolg hat, wird man fragen, warum nicht mehr Klubs den Mut hatten, solche Wege zu gehen.








































