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·18. September 2026
Endes Plan greift langsam: Weshalb F95 auf dem Vormarsch ist

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Nach zwei Auftaktniederlagen hatten sich alle, die am Scheitern unerklärliche Freude verspüren, schon die Hände gerieben: Fortuna Düsseldorf stolperte einfach weiter durch die Niederungen des deutschen Profifußballs. Drei Wochen darauf glänzt noch alles in güldenen Farben, doch vor dem Klassiker bei Alemannia Aachen hat die Fortuna Blut geleckt. Kann das Aufstiegsrennen jetzt beginnen?
So lässt es sich in der 3. Liga leben: An einem Dienstagabend auf Visite im rund 550 Kilometer entfernten Regensburg, mit im Gepäck rund tausend Schlachtenbummler. Ein enges, umkämpftes Spiel – und darin endlich mal wieder die Oberhand behalten, ganz anders als zu Zweitliga-Zeiten. Da war es noch ungeschriebenes Gesetz, dass F95 letztlich den Kürzeren ziehen würde. Das hätte auch mitten in der Englischen Woche passieren können, denn mit dem Jahn-Pressing – ein altbekanntes Mittel gegen den dominanten Spielansatz von Düsseldorf-Coach Alexander Ende – fremdelte die Fortuna zunächst. Doch angetrieben von den derzeit überzeugenden Tim Oberdorf, Andreas Müller und Torschütze Erik Wekesser fanden die Gäste nach dem Seitenwechsel zu immer mehr Stabilität.
Dass das eine oder andere noch ruckelt, ist unverkennbar – und für Trainer Alexander Ende völlig normal. Gerade der mutige und zuweilen riskante Spielaufbau durch das Mittelfeldzentrum resultiert noch zu oft in Fehlern, auf die die Gegner lauern. "Den Fußball zu entwickeln, für den wir stehen wollen, erfordert Überzeugung, Haltung und Nachhaltigkeit", zitiert ihn die "Rheinische Post". "Ich würde sogar so weit gehen und ein Versprechen machen: Wenn wir nochmal drei, vier Wochen weiter sind, wird unser Vorhaben noch besser funktionieren. Ich habe diesen Prozess mit meinen vorherigen Mannschaften schon sehr oft durchlaufen. Irgendwann kommen der Flow, das Verständnis und die Selbstverständlichkeit." Eine ambitionierte Prognose – und eine versteckte Warnung an die Konkurrenz?
Sinnbildlich für den Fortuna-Aufschwung stand derweil Matchwinner Lukas Eixler. Eixler ist in einer namhaften Truppe voller Zweitliga-Erfahrung der Nobody. Doch weder Ex-Regensburger Eric Hottmann noch Starstürmer Fabian Schleusener hatten am Dienstagabend ihren großen Moment: Es war der 22-jährige Eixler, der zum Saisonauftakt noch überhaupt nicht im Kader gestanden, an dessen Sofort-Tauglichkeit für die ambitionierten Fortuna-Ziele mancher gezweifelt hatte. Doch in jener 79. Minute schaltete der Joker am schnellsten und zeigte jene Qualität, die in der 3. Liga so wichtig ist: Aus dem Nichts zuschlagen können und ein klassisches 1:1-Spiel, wie es das über weite Strecken wenig mitreißende Duell war, auf seine Seite zu ziehen. Nicht schön, aber effektiv – auch das ist eine Auszeichnung.
Nun ist Fortuna Düsseldorf dies bereits zum zweiten Mal in Serie gelungen, erneut mit einem Lucky Punch in der Schlussphase. Die Hoffnung, dass der befreiende Moment im Derby gegen Duisburg eine ganze Saison in die Spur bringen könnte, wird größer. Mindestens mal ist das negative Momentum des verunglückten Starts verflogen. Coach Ende hob dazu die Bedeutung des Siegs indirekt hervor, indem er über das Potenzial des Gegners – Regensburg rutschte unter der Woche auf den letzten Tabellenplatz ab – sehr positiv urteilte. "Ein sehr starkes Team, das wird sich auf Strecke noch zeigen", legte sich der 46-Jährige fest: "Regensburg wird noch eine sehr gute Runde spielen, und wir sind froh, dass wir hier bestehen konnten."
Was keiner sagte: Für Fortuna war es ein Geschenk, kurz nach dem Derbysieg an die Donau fahren zu dürfen, denn verlieren können sie gegen den Jahn eigentlich nicht. Das 2:1 bedeutete den neunten Erfolg im 14. Anlauf bei nur einer Niederlage, das Torverhältnis dabei beträgt 27:11, seit 2022 gewann Fortuna jedes seiner vier Gastspiele im Südosten – das ist die Definition eines Lieblingsgegners.
Nahtlos übertragen lässt sich das auf den kommenden Gegner Alemannia Aachen nicht: Auch wenn die Statistik F95 erneut positiv gesinnt ist (22 Siege für Düsseldorf, 14 für Aachen), so liegen die letzten Pflichtspiele zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Weiß schon gut 15 Jahre zurück. Die Erinnerungen daran werden auf beiden Seiten dürftig ausfallen: Zwischen 2009 und 2012 kämpften TSV und F95 sechsmal um Zweitliga-Punkte, viermal endeten teils ganz zähe Spiele torlos 0:0. In Teilen übrigens auf Aachener Seite beobachtet vom heutigen Düsseldorfer Sportvorstand Samir Arabi, dessen Funktionärskarriere als Chefscout auf dem Tivoli begann, ja der sogar in der Kaiserstadt geboren ist. Die etwa 22.000 Fans, die das Traditionsduell zu jener Zeit im Schnitt besuchten, werden nun hingegen deutlich übertroffen, der Tivoli ist mit mehr als 30.000 Zuschauern (5.500 Gäste) schon seit langem ausverkauft.
Mancher Spieler der 3. Liga blickt auf so eine Kulisse ehrfürchtig, für die Fortuna-Elf gibt es nach dem Straßenbahnduell vor fast 50.000 Menschen dazu keinen Anlass – nicht einmal für die Jüngsten im Kader wie Anas Slimani. Sportjournalisten verweisen im Vorfeld solcher Partien gerne auf die vielzitierte Reifeprüfung. Die muss der höchst erfahrene Kader des Aufstiegsfavoriten vom Flinger Broich aber ebenso nicht mehr ablegen. Durchkommen und positiv überraschen ist die Devise, ehe in der dreiwöchigen Länderspielpause die Zeit für taktischen Feinschliff kommt.
Dass dieser in einem noch längst nicht perfekt funktionierenden Spielsystem erforderlich ist, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Umso erfreulicher ist aus Fortuna-Sicht die Erkenntnis, schon jetzt zunehmend konkurrenzfähig zu sein – ein solider, mit mindestens einem Punkt belohnter Auftritt in Aachen würde diesen Eindruck weiter stabilisieren.







































