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·1. Juli 2026
England gegen DR Kongo: Pflichtaufgabe mit Fallhöhe für die Three Lions

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·1. Juli 2026

Am heutigen Mittwoch steht um 18:00 Uhr das nächste Sechzehntelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft an, inklusive der Beteiligung eines Topfavoriten. England geht als klarer Favorit in das Duell mit der DR Kongo, ließ im bisherigen Turnierverlauf aber noch einige Fragen unbeantwortet. Während die Three Lions ihre Gruppe zwar gewannen, dabei jedoch eher mit biederen Offensivauftritten als mit Glanz überzeugten, reist der Außenseiter mit einer ganz anderen Energie nach Atlanta. Für den Kongo ist dieses Spiel schon jetzt historisch. Für England dagegen beginnt das Turnier heute erst richtig.
Thomas Tuchel dürfte sehr genau wissen, dass solche Partien auf dem Papier meist einfacher aussehen, als sie auf dem Platz tatsächlich sind. England wird viel Ballbesitz haben, die Partie dominieren wollen und vermutlich auf einen Gegner treffen, der tief verteidigt, die Räume eng macht und auf Fehler lauert. Schon in der Gruppenphase taten sich die Three Lions gegen Ghana und Panama in solchen Spielen schwer. Ungeduld und Nervosität machten sich dabei nicht nur auf dem Platz, sondern auch auf den Rängen bemerkbar.
Thomas Tuchel wurde nach dem Abschied von Gareth Southgate als Heilsbringer gesehen. Southgate kam mit England zwar häufig weit, stand mit seiner Spielweise aber nie für Spektakel. Der Deutsche, der zudem als Turniertrainer gilt, sollte nun die Offensive rund um Star-Stürmer Harry Kane auf ein neues Niveau heben.
In der Gruppenphase hat die Mannschaft allerdings vor allem gezeigt, dass sie dominant auftreten kann, Spiele aber nicht zwangsläufig früh und spektakulär entscheidet. Auch unter Tuchel kommt dieses Team bislang eher über Ordnung und individuelle Qualität, ohne jedoch das große Feuerwerk abzubrennen. Das kann in einer K.o.-Partie sehr wertvoll sein. Es kann aber auch dazu führen, dass ein Gegner wie der Kongo lange im Spiel bleibt und von Minute zu Minute mutiger wird.
Die Achse im Zentrum ist das Prunkstück der englischen Auswahl. Declan Rice ist auf der Sechs der Ankerspieler, sorgt für Balance und bringt zusätzlich erhebliche Gefahr bei Standardsituationen mit. Vor ihm werden Jude Bellingham und Harry Kane einmal mehr die Unterschiedsspieler sein. Bellingham als Spieler, der aus engen Räumen Dynamik erzeugen kann. Kane als Fixpunkt, Vollstrecker und Verbindungsspieler zugleich. Ein früher Treffer könnte den Matchplan der Zentralafrikaner zerstören und für mehr freie Räume für die Offensivkünstler sorgen.
Die personelle Ausgangssituation ist bei den Engländern nicht perfekt. Reece James fehlt verletzt, auch Jarell Quansah steht nicht zur Verfügung. Dadurch dürfte der offensiv ausgerichtete Djed Spence die rechte Seite übernehmen. In puncto Konterabsicherung dürfte sein Tempo durchaus helfen, sein Drang nach vorne kann aber eben auch Lücken hervorrufen.
Für die DR Kongo ist dieses Duell ein absolutes Highlight. Der Außenseiter hat bereits jetzt Historisches erreicht und kann dieses Spiel mit enormer Vorfreude angehen.
Trainer Sebastien Desabre wird wohl kaum ein offensives Spiel mit Platz und Räumen auf beiden Seiten forcieren. Alles spricht für eine kompakte, robuste und disziplinierte Grundordnung, aus der heraus nach Ballgewinnen schnell umgeschaltet werden soll. Die Defensive ist mit viel Physis und internationaler Erfahrung ausgestattet. Auf Aaron Wan-Bissaka werden die Scheinwerfer nicht nur aufgrund seiner persönlichen Geschichte gegen England gerichtet sein, sondern auch wegen seiner defensiven Stabilität und Athletik. Angetrieben über den Profi von West Ham United könnten die Afrikaner über die Außen immer wieder zu Kontermöglichkeiten kommen.

Foto: Getty Images
Der Kongo wird versuchen, aus wenigen Momenten maximalen Ertrag zu ziehen. Standards, zweite Bälle, direkte Läufe in die offenen Halbräume, dazu intensive Zweikämpfe, die England den Rhythmus nehmen. Doch auch offensiv besitzt Desabre zahlreiche Akteure mit sehr guter Qualität. Noah Sadiki vom Überraschungsteam Sunderland wird in den Umschaltsituationen die Offensive rund um Yoane Wissa suchen. Der 29-Jährige hat nach einer verkorksten Saison auf Klubebene rechtzeitig seine Form gefunden und konnte bereits drei Treffer erzielen. Mit seinem Tempo kann er der englischen Defensive gerade in jenen Umschaltsituationen große Probleme bereiten.
Auf dem Papier ist England klar besser. Die individuelle Qualität ist höher, die Kaderbreite größer, die Erfahrung in solchen Spielen deutlich ausgeprägter. Doch der Kongo bringt neben einer starken Außenseitergeschichte auch gute individuelle Qualität mit. Wissa, Bakambu, Mbemba oder Wan-Bissaka stehen exemplarisch dafür. Mit viel Glaube, Körperlichkeit und Disziplin kann daraus ein unangenehmes Spiel für England werden. Je länger der Kongo die Null hält, desto mehr wird das Duell zu einer Zerreißprobe für die Three Lions.







































