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Justus Pludra·17. Januar 2026

Er hatte längst aufgegeben! 75-Mio.-Mann macht jetzt sogar Haaland Angst

Artikelbild:Er hatte längst aufgegeben! 75-Mio.-Mann macht jetzt sogar Haaland Angst

Manchester City hat vor einer Woche für Antoine Semenyo satte 75 Millionen Euro an den AFC Bournemouth geblecht. Antoine - wer? Hierzulande wussten zuvor nur die Fanatiker der Premier League von Semenyos Qualitäten.

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Dann ging sein Name als bisher teuerster Transfer des laufenden Winters weltweit durch die Medien und der Stürmer ließ prompt einen Traumstart bei den Skyblues folgen. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer außergewöhnlichen Vita, die langsam aber sicher selbst Erling Haaland Angst macht.


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Das Ende vom Anfang

Ein Kopfschütteln reichte, dann war Larry Semenyo klar: Auch hier wird der Traum von meinem Sohn platzen. Sein 15-jähriger Filius hatte soeben bei einem Testspiel für Crystal Palace eine Torchance liegen lassen. Das Missfallen des Trainers war den geschulten Augen des Ex-Profis anschließend nicht entgangen. Er sollte Recht behalten, auch die Eagles erteilten Antoine, der bereits zwei Wochen mittrainiert hatte, nach der Partie eine Absage.

Probetrainings bei Arsenal, Tottenham oder Fulham waren zuvor bereits erfolglos verlaufen, jetzt sollte Schluss sein. Im darauffolgenden Jahr machte er nach eigenen Angaben dann gar keinen Sport mehr und nahm an Gewicht zu. 

Der gläubige Christ konzentrierte sich in dieser Zeit auf die Schule, wo es schließlich doch wieder in den Füßen juckte. Wenig später schloss sich der Teenager dem Fußballprogramm am South Gloucestershire and Stroud College an, wo er David Hockaday auffiel. Der Engländer kickte einst selber professionell und nahm sich dem untersetzten Jungen an. 

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📸 Pete Norton - 2019 Getty Images

Er ermutigte Semenyo an seine Stärken zu glauben. Und siehe da: Mit dem Selbstbewusstsein wuchs dann auch der Körper des mittlerweile 1,85 Meter großen Mannes. Mit 18 erhielt der selbst ernannte Spätstarter eine Chance bei Bristol City, wo ihm nach Anlaufschwierigkeiten und mehreren Leihen in der Saison 2021/22 schließlich der Durchbruch gelang.

Acht Tore und zwölf Assists brachten dem Nationalspieler Ghanas eine WM-Nominierung ein und weckten das Interesse des AFC Bournemouth. Die Cherries schlugen noch im gleichen Winter für knapp zehn Millionen Euro zu, überzeugt hatte sie nicht zuletzt das spannende Profil von Semenyo.

Ein Fehler als Feature

Denn neben seiner clever eingesetzten Physis und dem pfeilschnellen Antritt bestach der Angreifer schon seit Kindesbeinen an durch seine Beidfüßigkeit. „Mein Vater hat mich früher dazu gebracht, alles mit beiden Füßen zu kicken – egal ob Papier, eine Dose oder irgendetwas anderes. Mit sechs Jahren konnte ich bereits mit beiden Füßen schießen. Heute fühlt sich das ganz selbstverständlich an", beschrieb er gegenüber 'Sky' einst eine Qualität, die ihn für gegnerische Verteidiger unberechenbar macht.

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Darüber hinaus besticht sein erfolgreicher Spielstil durch ein Feature, das eigentlich ein Fehler sein sollte: Semenyo lernte das Fußballspielen außerhalb der PL-Akademien. „Antoine ist anders. Er ist sozusagen durch die Hintertür gekommen. Er konnte sich einfach Schritt für Schritt weiterentwickeln“, erklärte Dean Holden, Semenyos Trainer bei Bristol City, jüngst bei 'Sky' das Erfolgsrezept seines Ex-Schützlings.

Der steinige Weg hat dabei einen harten Arbeiter geschliffen. Vor jeder Saison hält der City-Neuzugang schriftlich fest, wie viele Scorer er in der folgenden Spielzeit erzielen will und sucht in eigenen Videoanalysen ständig nach Szenen, die er verbessern kann.

(K)Ein erneuter Fehlstart

Eine Zielstrebigkeit, die sich Jahr für Jahr auszahlte. Denn auch die erste Saison bei Bournemouth verlief holprig für Semenyo. Im ersten Halbjahr nach seinem Wechsel gelang ihm nur ein einziger Treffer. Ohnehin zumeist nur spät eingewechselter Joker, verlor er gegen Ende der Spielzeit sogar gänzlich den Anschluss zum Team.

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Doch wie schon in Bristol, bewies der flexibel einsetzbare Torjäger Nehmerqualitäten und feilte an seinem Spiel. Die Formkurve zeigt seit Beginn der Spielzeit 2023/2024 steil nach oben. Auf elf PL-Scorer folgten 17 in 2024/2025, vor Jahresbeginn 2026 standen schon wieder zwölf Torbeteiligungen in seinem Statistikheft. Manchester City hatte endgültig genug gesehen und griff bekanntermaßen tief in die geräumige Brieftasche der gut betuchten Besitzer.

Eine Investition, die sich umgehend lohnte. Denn Semenyo machte einfach da weiter, wo er im letzten Spiel für Bournemouth aufgehört hatte: Er führte sein Team zum Sieg. Nach den ersten zwei Einsätzen weist der Neuzugang schon zwei Tore und eine Vorlage vor.

Noch kann Haaland drüber lachen

Heute steht das Stadtderby gegen United an, ein Duell in dem Helden geboren werden können. Wer in solchen Spielen abliefert, empfiehlt sich für die großen Auszeichnungen des Fußballs. Die hat natürlich auch die norwegische Tormaschine Erling Haaland stets im Blick - und sieht den neuen Kollegen dabei zunehmend als ernstzunehmenden Konkurrenten. 

Am Dienstag war Semenyo drauf und dran im EFL-Cup gegen Newcastle einen Doppelpack zu schnüren. Doch Haaland "verhinderte" sein zweites Tor, weil er beim abfälschen des Abschlusses seines Sturmkollegen hauchdünn im Abseits stand. Eine Szene, die der Ex-Dortmunder in einem Video der Vereinsmedien anschließend humorvoll kommentierte: "Semenyo will sich meinen goldenen Schuh schnappen, er spielt nicht zu mir ab!"

So richtig bedroht muss sich Haaland noch nicht fühlen. Mit aktuell 20 Treffern führt er das Rennen um die Auszeichnung für den treffsichersten Spieler der Premier League komfortabel an, Semenyo steht bei zehn. Doch der Verfolger reagierte auf die "Anschuldigungen" des Führenden durchaus ernsthaft: "Ich werde es tun". Vielleicht fängt er ja schon heute damit an, dann dürfte Haaland das Lachen - langsam aber sicher - vergehen.


📸 OLI SCARFF - AFP or licensors

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