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Matti Peters·24. September 2026
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Matti Peters·24. September 2026
Wenn Jürgen Klopp heute zum ersten Mal als Bundestrainer zum Auftakt in der Nations League gegen die Niederlande an der Seitenlinie steht, soll eigentlich ein neues, glanzvolles Kapitel des DFB-Teams aufgeschlagen werden. Die Vorfreude im Land ist riesig, der Hype um den neuen Mann auf der Bank greifbar. Doch auf der gegnerischen Seite lauert eine Personalie, die sich perfekt dafür eignet, die Debütanten-Party krachend mit einer Abrissbirne zu zerschmettern: Brian Brobbey.
Ausgerechnet jener Angreifer, den man in der Bundesliga vor fünf Jahren noch mitleidig als Missverständnis abgestempelt hatte, tritt mit Oranje in der wohl besten Form seiner bisherigen Karriere zum Klassiker gegen Deutschland an.
Warum die DFB-Defensive vor dem 24-jährigen Kraftpaket zittern sollte? Dafür genügt schon ein Blick auf sein letztes Spiel am am vergangenen Wochenende gegen Manchester City. Da zerlegte Brobbey im Trikot des FC Sunderland die Hintermannschaft Skyblues beim spektakulären 5:3 fast im Alleingang. Die englischen Medien überschlugen sich nach seinem Dreierpack regelrecht vor Lob. 'BBC Sport' zückte die seltene Höchstnote 10, während 'Sky Sports' vorrechnete, dass Brobbey an diesem Spieltag persönlich einen höheren expected-Goals-Wert aufwies als fast jedes Team der Premier League.
Besonders ein Aspekt der Partie dürfte Klopp und seinem Trainerstab Kopfzerbrechen bereiten: Brobbeys schiere Physis. 'The Athletic' stellte heraus, dass der Holländer Citys Abwehrchef Rúben Dias phasenweise nach Belieben dominierte. Dias habe zwar früh versucht, den Stürmer hart anzupacken, „aber bei zwei Gelegenheiten wurde er einfach zur Seite geschoben.“ Für den 'Telegraph' war der Niederländer über weite Strecken schlicht „fast unmöglich zu stoppen“. Auch 'The Mirror' resümierte treffend, dass Brobbeys Hattrick nur die halbe Geschichte erzähle: „Immer wieder war er am richtigen Ort und bereitete City riesige Probleme.“
Diese Naturgewalt auf dem Platz hat allerdings wenig mit dem Brian Brobbey zu tun, der 2021 bei RB Leipzig auflief. Damals wechselte das Ajax-Eigengewächs mit großen Vorschusslorbeeren in die Bundesliga, scheiterte jedoch auf ganzer Linie. Nach nur 14 Einsätzen und ernüchternden null Toren ging es fluchtartig zurück nach Amsterdam. Ein gescheitertes Experiment? Zweifellos. Doch Brobbey nutzte den Umweg. Bei Ajax reifte er zum gestandenen Profi, ehe ihn Sunderland 2025 in die Premier League holte, wo er an der Seite von Granit Xhaka aufblühte.
Welche Entwicklung der Stürmer seither genommen hat, bewies er spätestens bei der Weltmeisterschaft 2026. Beim 5:1-Kantersieg gegen Schweden schnürte der eiskalte Kraftwürfel als Vertreter von Memphis Depay binnen 17 Minuten einen Doppelpack und avancierte zum Matchwinner.
Ein Faktor, warum es für den bulligen Angreifer mittlerweile deutlich besser läuft, ist ein entscheidender Entwicklungsschritt: "Ich bin besser darin geworden, mich umzuschauen", wurde Brobbey kürzlich von der niederländischen Tageszeitung 'De Gelderlander' zitiert. "Ich habe ein besseres Verständnis dafür, wo mein Verteidiger ist, und das macht die Dinge für mich auch ein wenig leichter."
📸 Molly Darlington - 2026 Getty Images
Die Auftritte bei der WM sollen sogar dazu geführt haben, dass sich Topklubs, darunter angeblich auch der FC Bayern, im Sommer mit dem Niederländer beschäftigt haben sollen. Eine Ablöse von bis zu 50 Millionen Euro stand im Raum. Ein Wechsel kam letztlich aber nicht zu Stande, Brobbey blieb in Sunderland.
Dass Brobbey ausgerechnet zum Klopp-Debüt derart aufdreht, ist taktisch hochbrisant. Klopps Fußball ist seit jeher von hoher Intensität, aggressivem Pressing und einer hoch stehenden Abwehrlinie geprägt.
Genau hier liegt jedoch das Gefahrenpotenzial: Brobbey ist kein filigraner Künstler, sondern ein kompromissloser Wandspieler mit gewaltiger Wucht, aber auch Tiefgang und Unberechenbarkeit. Er ist genau jene Sorte Neuner, die gegnerische Innenverteidiger über 90 Minuten bindet, Räume für schnelle Mitspieler wie Cody Gakpo, Crysencio Summerville oder Justin Kluivert aufreißt und Bälle dort festmacht, wo es weh tut.
Wenn selbst ein Weltklasse-Verteidiger wie Rúben Dias im physischen Duell einfach beiseite geschoben wird, muss sich die neu formierte DFB-Defensive auf einen extrem unangenehmen Abend einstellen.
Für Jürgen Klopp könnte der Einstand auf der DFB-Bank somit direkt zum echten Härtetest werden. Brobbey ist längst kein Bundesliga-Flop mehr, sondern Oranjes unberechenbare Allzweckwaffe. Wenn der Ball am Donnerstag rollt, wird sich zeigen, ob Deutschlands Abwehr der rohen Gewalt des Ex-Leipzigers gewachsen ist – oder ob der Niederländer die Premiere des neuen Bundestrainers gründlich vermiest.
📸 PAUL ELLIS - AFP or licensors







































