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·23. September 2026
Ex-Drittliga-Spieler #1: Was macht eigentlich Marc Heider?

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Seit der Einführung der 3. Liga im Jahr 2008 haben schätzungsweise mehr als 5.000 verschiedene Spieler mindestens eine Partie in Deutschlands dritthöchster Spielklasse bestritten. Einige blieben dabei besonders in Erinnerung. Auf diese Spieler schaut liga3-online.de in der Serie "Was macht eigentlich …?". Heute: Marc Heider, der noch in der Westfalenliga auf dem Platz steht und eine Karriere als Trainer im professionellen Bereich plant. Im Gespräch mit liga3-online.de erzählt der 40-Jährige zudem über sein Familienleben, Ferienwohnungen und Fitnesstipps.
"In Bremen durfte ich lange oben mittrainieren, in Zeiten der Champions League. Naldo, Mertesacker, Pizarro, Özil. Das waren echt Ansagen und ich war Teil dieser Trainingsgruppe", erinnert sich Marc Heider an seine Anfangszeit im Profifußball zurück. Über 20 Jahre ist das her. Eine Achillessehnenverletzung warf den Mittelstürmer damals zurück, doch das Schicksal meinte es trotzdem gut mit ihm. "Ich durfte dann noch weiter nach Norden ziehen, und in Kiel wartete meine Frau dann auf mich", schwärmt der 40-Jährige. Sieben Jahre spielte der gebürtige US-Amerikaner für die KSV Holstein, dann noch einmal sieben Jahre für den VfL Osnabrück. Eine Zeit, die Heider heute nicht missen will.
"Auf die US-Staatsbürgerschaft haben mich übrigens schon viele Leute angesprochen", verrät Heider mit einem Augenzwinkern. "Mein Vater war Kampfpilot bei der Bundeswehr und zu dem Zeitpunkt in den Vereinigten Staaten stationiert. Meine Mutter, die damals schwanger war, ging halt mit. Eigentlich habe ich gar keine familiäre Bindung dorthin. Das war einfach ein günstiger Zeitpunkt." Eine Anfrage von einem US-amerikanischen Klub gab es vor seinem Wechsel von Kiel nach Osnabrück trotzdem einmal, aber auch in diesem Fall vertraute Heider auf das Gefühl seiner Frau: "Sie sagte mir damals: 'Komplett rüber? Joa, ich weiß ja nicht.'" Stattdessen wurde Heider noch einmal Publikumsliebling beim VfL, bei dem er schon in der Jugend aktiv war.
Und dann kam eigentlich das Karriereende im Mai 2023. Osnabrück war in die 2. Bundesliga aufgestiegen, und Heider machte mit 37 Jahren Schluss. "Es war dann so, dass ich in der Geschäftsstelle im Marketing und Vertrieb angefangen habe. Aber ich habe auch immer gesagt, dass ich nebenbei noch Fußball spielen möchte. Ich war noch fit und es machte einfach Spaß", erzählt Heider. So ging er in die Oberliga nach Lotte – und sammelte 32 Scorerpunkte in 32 Spielen. "Lotte war quasi auf meinem Arbeitsweg, aber das Jahr war dann doch etwas anstrengender, als ich gedacht hätte. Gerade im Marketing/Vertrieb arbeitest du ja auch schonmal über die Stundenzahl hinaus, weil du Sponsorentermine oder -abende hast, die zeitlich unberechenbar sind. Da kam ganz gut was zusammen", so Heider.
Erst der Arbeitsalltag, dann das Fußballtraining in Lotte und dann wieder ein Termin am Abend – Heider lernte in dieser Zeit, wie intensiv die Fußballwelt abseits des Rasens gelebt wird. Als die Sportfreunde Lotte in die Regionalliga West aufstiegen, ließ der 40-Jährige den Job in der VfL-Geschäftsstelle aus Zeitgründen sein. Und trotzdem arbeitete Heider seither immer an einer Karriere nach der Karriere. "Ich habe schon mit der B-Lizenz als Fußballtrainer während meiner Zeit auf der Geschäftsstelle gemacht. Letztes Jahr habe dann erfolgreich die UEFA A-Lizenz gemeistert, auf die ich auch sehr stolz bin. Das ist mittlerweile ein Haufen Arbeit und dauert fast ein Jahr. Und dadurch ist es irgendwo auch mein Ziel, sie nicht nur zu haben, sondern hoffentlich im kommenden Sommer auch damit arbeiten zu können." Eine Rückkehr in den professionellen Fußball als Trainer könnte sich der 40-Jährige entsprechend vorstellen.
Dann möchte Heider auch Tipps an Spieler weitergeben, wie er sie einst erhalten hat. "Thomas Wolter war mein Trainer bei der U23-Mannschaft von Werder Bremen. Er hat mir immer gesagt, dass unsere Körper unser Kapital sind. Das ist ein Spruch, den ich seit 20 Jahren mit mir trage", erklärte der 40-Jährige. Entsprechend wäre das auch ein Weg für ihn gewesen, wenn es zum Fußballprofi nicht gereicht hätte. "Ich habe eine Lizenz zum Fitnesstrainer gemacht, weil ich mich extrem für den eigenen Körper interessiere. Ich glaube, dass ich das auch ganz gut an andere Leute weitergeben könnte." Dass der Mittelstürmer heute noch in der Westfalenliga für Rot Weiss Ahlen kickt, spricht für die Methoden des Ex-Profis.
Parallel vermietet Heider gemeinsam mit seiner Frau ein Ferien-Apartment in Laboe. "Man sollte mit dem Geld gut haushalten, wenn man nicht gerade Bundesliga oder 2. Bundesliga gespielt hat. Das habe ich in meiner Karriere ganz gut hinbekommen. Es ist nicht so, dass ich die Füße hochlegen kann, aber ich mache mir auch keine Sorgen", gibt Heider als Tipp, dass man auch als ehemaliger Fußballprofi eine gewisse Verantwortung über seine Finanzen behalten sollte. Und auch die Zeit mit der Familie sei kostbar, was er besonders in Ahlen merkt: "Einen freien Samstag hatte ich in meiner Karriere selten. Da kann man dann auch mal Sachen bei den Kindern gucken gehen, was echt wertvoll ist."
Was in Zukunft noch im Fußballgeschäft für ihn herausspringt, ist offen. Aber hat sich der Sport mittlerweile eigentlich verändert? "Früher haben die mir mit 28 Jahren gesagt, du hast noch so viel Zeit und man sei im besten Fußballalter. Wenn ich heute einen Jamal Musiala sehe, denke ich schon, dass ich alt bin, weil der schon so viele Spiele auf dem Buckel hat mit Anfang 20. Unglaublich, wie reif diese Jungs heute für die große Bühne sind", gibt Heider zu. "Aber auf dem Platz bleibt es Sport, bleib es Eins-zu-Eins das gleiche. Man geht raus, um ein Spiel zu gewinnen." Eine Mentalität, die der 40-Jährige auch als zukünftiger Trainer beibehalten will.















