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·5. März 2026

Fall Undav: Warum hat Nagelsmann keinen Kontakt zum besten deutschen Stürmer?

Artikelbild:Fall Undav: Warum hat Nagelsmann keinen Kontakt zum besten deutschen Stürmer?

Trotz 17 Toren in 24 Spielen für den VfB Stuttgart gibt es laut Deniz Undav keinen Austausch mit Julian Nagelsmann. Die Nominierung steht am 19. März an.

Kein Kontakt. Zwei Worte, die aufhorchen lassen. Deniz Undav beantwortet die Frage nach dem Austausch mit Bundestrainer Julian Nagelsmann mit einer Direktheit, die im durchgetakteten Medienbetrieb des Profifußballs selten geworden ist. Die Frage lautete: Wie ist denn so der Austausch mit Julian Nagelsmann, Herr Undav? "Gibt keinen", sagte Stürmer Deniz Undav vom VfB Stuttgart bei Sky.


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Ich finde diese Offenheit bemerkenswert – und zugleich irritierend.

Hier steht ein Stürmer, der seit November in 24 Pflichtspielen für den VfB Stuttgart 17 Tore erzielt und zehn weitere vorbereitet hat. Undav verweist selbst auf seine Spitzenwerte bei Toren und Scorer-Punkten. Die Zahlen sind keine Erfindung, sie stehen in jeder Statistik. Sein Mitspieler Jeff Chabot bringt es auf den Punkt: "Zahlen lügen nicht." Und trotzdem herrscht zwischen dem formstärksten deutschen Stürmer dieser Wochen und dem Bundestrainer Funkstille.

Meine Irritation gilt weniger Undav als dem System dahinter. Nagelsmann hat in seinen bisherigen Amtszeiten immer wieder betont, wie wichtig ihm der direkte Draht zu Spielern sei. Er inszeniert sich als moderner Kommunikator, als Trainer, der Hierarchien aufbricht und Nähe sucht. Doch wenn ein Angreifer mit dieser Bilanz sagt, es gebe schlicht keinen Kontakt, dann passt das Bild nicht zusammen.

Undav selbst wirkt nicht verbittert, eher pragmatisch. Er findet es schade, sich immer rechtfertigen zu müssen. Das ist keine Anklage, sondern eine nüchterne Feststellung. Der Stürmer weiß, dass er liefert. Er weiß auch, dass Leistung allein im Nationalmannschaftsbetrieb nicht automatisch zur Berufung führt.

Dort zählen Beziehungen, Systemfragen, manchmal auch Vereinszugehörigkeiten. Undav spielt für Stuttgart, nicht für einen der großen Drei. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität, die sich durch Kaderlisten der vergangenen Jahre belegen lässt.

Die Nominierung für die nächsten Länderspiele steht am 19. März an. Bis dahin ist noch Zeit, sagt Undav. Er gibt sich entspannt, doch die öffentliche Eigenwerbung spricht eine andere Sprache. Wer sich nicht meldet, dem muss man sich in Erinnerung rufen. Chabot tut es für seinen Teamkollegen, Undav tut es für sich selbst.

Was mich an dieser Situation stört, ist nicht die Frage, ob Undav nominiert wird oder nicht. Es ist die Intransparenz, die das Verhältnis zwischen Bundestrainer und Spielern prägt. Wenn Leistung nicht reicht und Kommunikation ausbleibt, dann bleibt nur Spekulation. Das schadet dem Spieler, es schadet aber auch dem Vertrauen in die sportliche Führung des DFB.

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