come-on-fc.com
·28. Mai 2026
Falls 1. FC Köln-Abschied: Warum Brentford für Said El Mala eine passende Adresse sein könnte

In partnership with
Yahoo sportscome-on-fc.com
·28. Mai 2026


Simon Bartsch
28 Mai, 2026
Noch ist nichts unterschrieben, noch nicht einmal ganz sicher, dass es sich beim El-Mala-Interessenten wirklich um den FC Brentford handelt. Doch die Adresse wäre keine schlechte für das Kölner Talent. Immerhin ist Brentford in gewisser Weise ein Vorbild.
Läuft Said El Mala künftig auch für die Bees auf? (Foto: Shaun Botterli/GettyImages)
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.



Die Umgebung kann sich schon einmal sehen lassen. Brentford, im Westen von Greater London gelegen, grenzt an wohlhabende, typisch englische Gegenden wie Chiswick, Kew oder Richmond. Das wiederum ist der Ort, in dem die fiktive Serie Ted Lasso spielt und Stars wie Mick Jagger, Tom Hardy, Anastacia oder Richard Ashcroft gewohnt haben oder noch wohnen. Das Brentford Community Stadium blickt nicht auf die ganz große Tradition, auf englische Historie zurück, es wurde 2020 eröffnet und erlebte 2022 als Austragungsort der Europameisterschaft der Frauen ein großes Highlight. Ein Jahr zuvor ist dem FC Brentford jedoch Historisches gelungen – zumindest aus Vereinssicht. Den Bees gelang nach sieben Jahren Zweitklassigkeit endlich der ersehnte Sprung in die Premier League – zum ersten Mal überhaupt. Dabei gibt es den Club seit 1889. Doch ein klassischer Traditionsverein ist Brentford wahrlich nicht.
Im Gegenteil, eher klein, beschaulich. Hier wird echter Fußball gelebt, von den Fans gespürt. Gänsehaut, wenn die rund 20.000 Fans vor den Spielen den Beatles-Klassiker „Hey Jude“ anstimmen. Wenn in den großen Arenen auf der Insel, die Stimmung in den vergangenen Jahrzehnten dann doch gelitten hat, kann davon im Westen Londons keine Rede sein. Dass es ein so kleiner Verein in die höchste englische Spielklasse schafft, ist selten. Und wenn, oft mit der Unterstützung reicher Investoren, die im Profi-Fußball ihre Leidenschaft für ein Fußball-Manager-Spiel ausprobieren wollen. Brentford ist allerdings auch nicht die romantische Geschichte, vom kleinen Dorfverein, der mit Leidenschaft entgegen aller Gesetzmäßigkeiten Liga für Liga emporklimmt, um die Großen zu ärgern. Hinter der Story stecken Mathematik, Analysen, Daten. Wenn man so will ist es der Gegenbeweis zu den Fußballromantikern, die glauben, dass Daten und Statistiken im Fußball nichts zu suchen haben.
Es gibt einen wohlhabenden Geldgeber, wenn auch ganz anders. Matthew Benham, nicht der klassische englische Fußball-Fan der 80er, 90er Jahre. Elitäre Grammar-School, Physik-Studium in Oxford, Hedgefondsmanager in London – eine Bilderbuch-Karriere. Doch das ganz große Geld verdiente der heute 68-Jährige mit Glücksspiel, Wetten – und das gesteuert von Daten, Analysen sowie Statistiken und bei seinem heutigen Rivalen Tony Bloom, Funktionär und Macher von Royale Union Saint-Gilloise, Heart of Midlothian und Brighton & Hove Albion (!). Doch schon eben seit den 80er Jahren ist er eben Fan von Brentford. Und als 2005 ein Investor beim englischen Club gesucht wurde, da sprang der Multimillionär anonym ein. Da bereits als Rivale von Bloom, mit dem er sich zerstritten hatte. 2012 übernahm Benham den Verein ganz. Das Know-How aus den datenbasierten, analysierten Wetten fließt längst in den Club.
Benham hat im Verein Menschen um sich geschart, die ähnlich denken, ähnliche Entscheidungen treffen, grundsätzlich datenbasiert. Das Motto ist: Statistik vor Bauch, langfristige Planung, aber nachhaltiger Erfolg. Bei der Berechnung von Chancen, gegnerischen Aktionen, vor allem aber bei der Entwicklung junger Spieler. Ein Ziel ist es anhand von Daten talentierte Spieler zu finden, die durch manche Raster gefallen sind, die nicht auf den Listen der Topclubs stehen, aber das Potenzial zu Topstars haben. Im vergangenen Sommer gab der Club Spieler für knapp 150 Millionen Euro ab, für die er keine 20 bezahlt hatte. Nun ist Said El Mala kein Spieler, der unter dem Radar fliegt. Im Gegenteil, vor wenigen Monaten soll dem Vernehmen nach die gesamte Elite Europas an dem Spieler interessiert gewesen sein. Die meisten Topclubs befinden sich nicht nicht mehr im Rennen, warten lieber ab, schlagen bei weiterer positiver Entwicklung vielleicht in zwei, drei Jahren zu.
Und genau das im Sinne von Brentford. Denn längst ist der Club bereit, auch mehr zu investieren. Allerdings mit dem gleichen langfristigen Ziel. Ein Sepp van den Berg wurde für einst für knapp 20 Millionen Euro nach Westlondon geholt, hat mittlerweile einen Marktwert von mehr als 30 Millionen Euro. Stürmer Igor Thiago, der zweitbeste Torjäger der Premier League, kam für 30 Millionen, ist nun 50 Millionen wert. Die Marschroute ist das Weiterentwickeln der Spieler. Sollten die Bees wirklich für El Mala 45 Millionen Euro auf den Tisch legen, wäre es für den FC der teuerste Abgang der Vereinsgeschichte und für Brentford der teuerste Zugang der Clubhistorie.
Gleichzeitig wäre es aber der feste Glaube, das sichere Vertrauen, dass der Kölner Shootingstar noch eine enorme Entwicklung durchmacht, die mittelfristig einen wirtschaftlichen Erfolg mit sich bringt. El Mala würde sicherlich die erhoffte Spielzeit bekommen und könnte in der wohl besten Liga der Welt wichtige Spielzeit und Erfahrung sammeln. Wohl nur ein Zwischenschritt einer großen Karriere. Der sportliche Erfolg gibt dem Vorgehen des Londoner Clubs auf jeden Fall recht. Der europäische Wettbewerb wurde nur aufgrund der Tordifferenz verpasst. „Nächstes Jahr wird alles besser“, versprach Trainer Keith Andrews – dann möglicherweise mit Said El Mala.







































