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·25. Juli 2026

Fast jeder Neue fürs Zentrum: Überlädt der HSV gerade sein Mittelfeld?

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Fünf Transfers hat der HSV in diesem Sommer bislang getätigt. Mit Ausnahme von Stürmer Patson Daka sind dabei sämtliche Zugänge im zentralen Mittelfeld beheimatet.

Hinzu kommt: Die Rothosen hoffen weiterhin darauf, Leihstar Fábio Vieira dauerhaft im Volkspark zu halten. Auch der Portugiese fühlt sich im Zentrum des Spielgeschehens am wohlsten. Satte 10,5 Millionen Euro investierte der Klub bereits in sein Mittelfeld, bei einer Vieira-Verpflichtung könnte sich dieser Betrag nochmals verdoppeln. Nicht wenige Fans diskutieren deshalb: Überlädt der HSV aktuell eine Position, während andere Baustellen vernachlässigt werden?


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Um diese Frage beantworten zu können, lohnt sich zunächst ein genauer Blick auf die jeweiligen Profile der Neuankömmlinge. Denn obwohl alle nominell im selben Teil des Spielfeldes zu Hause sind, bringen sie völlig unterschiedliche Qualitäten mit.

Youngster Kofi Amoako ist ein klassischer Sechser und soll an der Seite von Platzhirsch Nicolai Remberg reifen. Die einstige Winter-Leihgabe Albert Grønbaek sowie Sommer-Neuzugang Martin Adeline sind dagegen deutlich offensiver ausgerichtet. Beide fühlen sich als Spielmacher oder Halbraum-Zehner am wohlsten, können aber ebenso auf den Flügeln oder auf etwas tieferen Positionen eingesetzt werden.

Nadir bringt dem HSV eine neue Qualität

Der jüngste Zugang Bilal Nadir wiederum bringt ein anderes Profil mit. In erster Linie ist der 22-Jährige auf der Achterposition zu Hause, wobei er von allen HSV-Mittelfeldspielern wohl am ehesten die Eigenschaften eines modernen Box-to-Box-Spielers besitzt. Nadir verfügt über starke Qualitäten als Ballschlepper, gilt als enorm pressingresistent und kann selbst unter hohem Gegnerdruck schwierige Situationen sauber auflösen.

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Foto: IMAGO

Genau diese Fähigkeiten gingen dem HSV-Kader bislang weitgehend ab. Sambi Lokonga, nominell ebenfalls Achter und zudem unumstrittener Stammspieler, interpretiert seine Aufgabe deutlich anders. Der Belgier ist eher ein tiefer Spielmacher, der in der vergangenen Saison zudem seine Torgefahr unter Beweis stellte und fünfmal traf. Mit Ball am Fuß macht Lokonga allerdings deutlich weniger Meter als Nadir.

Der HSV verfügt somit zwar über zahlreiche zentrale Mittelfeldspieler, allerdings über völlig unterschiedliche Spielertypen mit individuellen Stärken und Schwächen. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Trainer Merlin Polzin möchte laut Bild für unterschiedliche Grundordnungen gerüstet sein – mal mit einem Sechser, mal mit einer Doppel-Sechs, mal mit zwei Spitzen oder einer zentralen Sturmspitze samt Flügelspielern. Entsprechend wichtig werden flexible Profis, die mehrere Positionen auf hohem Niveau ausfüllen können.

Der HSV wird immer variabler

Genau diese Vielseitigkeit zieht sich mittlerweile durch den gesamten Kader. Grønbaek, eigentlich Zehner, kam bereits in der Schlussphase der vergangenen Saison als linker Schienenspieler zum Einsatz. Nicolas Capaldo wurde im Sommer 2025 als Nachfolger von Ludovit Reis für die Achterposition verpflichtet. Inzwischen brilliert der Argentinier aber als rechter Innenverteidiger der Dreierkette und ist zusätzlich auf der rechten Schiene eine Option.

Mit Amoako, Grønbaek, Adeline und Nadir erhält Polzin nun weitere Spieler, die verschiedene Rollen übernehmen können und den Kader in erster Linie breiter sowie variabler machen. Für die – je nach Spielsystem – drei zentralen Mittelfeldpositionen stehen dem HSV mit Remberg, Lokonga, Amoako, Grønbaek, Adeline und Nadir bereits sechs ernsthafte Optionen zur Verfügung. Immanuel Pherai zählt theoretisch ebenfalls dazu, dürfte den Verein in diesem Sommer allerdings verlassen.

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Selbst wenn eine Verpflichtung von Vieira letztlich nicht gelingen sollte, könnte der HSV somit ohne größere Sorgen in die neue Saison gehen. Der Portugiese wäre vielmehr die viel zitierte Kirsche auf der Sahnetorte. Sollte der Bonus-Transfer tatsächlich zustande kommen, würde das Hamburger Zentrum sowohl qualitativ als auch quantitativ wohl endgültig zu den stärkeren der Bundesliga zählen.

Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Der HSV wird die verbleibenden Wochen der Transferperiode nutzen müssen, um weitere Baustellen in der Innenverteidigung, auf den defensiven Außenbahnen und im Sturmzentrum zu schließen. Zudem sollen noch einige Verkaufskandidaten den Verein verlassen.

Ein abschließendes Urteil über die Kaderplanung wäre mehr als fünf Wochen vor dem Deadline Day deshalb verfrüht. Festhalten lässt sich jedoch schon jetzt: Der hanseatische Maschinenraum verfügt über ein deutlich höheres technisches Grundniveau als noch in der vergangenen Saison und ist zugleich wesentlich besser auf unterschiedliche Gegner und Spielverläufe vorbereitet.

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