
Miasanrot
·30. August 2025
FC Bayern Frauen Thesenduell 2025/26: 10 Hot Takes zum Saisonstart

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·30. August 2025
Die FC Bayern Frauen starten nach der historischen Vorsaison in die Mission Titelverteidigung. Zeit genug die redaktionsinterne Glaskugel auszupacken und Thesen aufzustellen, die steiler sind als manche Bergetappe bei der Tour de France.
Am heutigen Samstag startet für die FC Bayern Frauen die Pflichtspiel-Saison. Nach einer kurzen und etwas wackeligen Vorbereitung steht für den Double-Sieger mit dem Supercup das erste Titelchen auf dem Spiel. Gegner in Karlsruhe, Anpfiff ist um 14 Uhr, sind die Wölfinnen aus der Autostadt.
Der Vizemeister aus Wolfsburg möchte gegen den ewigen Rivalen aus München die titellose vergangene Saison vergessen machen, Neu-Trainer José Barcala mit seinem Team hingegen die Erfolgsstory weiterschreiben und den ersten Titel nach München holen.
Bei Miasanrot wollen wir diese Chance nutzen und endlich wieder mit gefährlichem Halbwissen glänzen. Macht euch also gefasst auf steile Thesen, wilde Behauptungen und Aussagen rund um die Frauen des FC Bayern, die uns schneller um die Ohren fliegen werden als so mancher Übungsleiter der Männer-Bundesliga aus seinem Trainerstuhl.
Florian: Die Frauen verlieren kein Bundesliga-Spiel.
Die FCB-Frauen hatten schon vor der Saison den besten Kader in der Liga und haben diesen mit Vanessa Gilles, Stine Ballisager und Barbara Dunst gut verstärkt. Zudem kehren die Langzeitverletzten Naschenweng und Oberdorf zurück. Auf dem Papier sehe ich kein Team, das dem FC Bayern national gefährlich werden kann.
Wichtiger Pluspunkt: Das Team hat sich mittlerweile ein Selbstverständnis angeeignet, kann enge Spiele auf ihre Seite drehen, Rückstände aufholen und gewinnt auch dann souverän, wie die Meisterschaft schon in trockenen Tüchern ist. Daher sage ich: Das wird eine perfekte Debüt-Saison für José Barcala.
Jonathan: Nein.
Klar, der FC Bayern war gerade in den vergangenen beiden Jahren unfassbar dominant in der Liga. Ich glaube auch, dass sie wieder den Titel holen und wahrscheinlich auch mit großem Abstand. Aber: Wolfsburg ist jünger, aber kaum schlechter geworden, Leverkusen hat aufgerüstet, von unten kommen große Ambitionen hoch.
Außerdem kommen in der Liga und eventuell in der Champions League mehr Spiele und somit mehr Belastung auf den Kader zu. Alles in allem glaube ich, dass es den ein oder anderen Bundesliga-Samstag geben wird, an dem man nicht die Topelf und -leistung auf den Rasen bringen kann. Dann wird es mindestens eine Niederlage geben.
Jonathan: Arianna Caruso spielt in allen Wettbewerben über 1.700 Minuten, Sarah Zadrazil hingegen kommt auf unter 1.000 Spielminuten.
Vergangene Saison sammelte Caruso mickrige 325 Minuten nach ihrem Winter-Wechsel aus Turin. Das wird sich ändern: Bei der EM konnte sie zeigen, warum der FC Bayern sie haben wollte und warum sie zuvor mit 25 Jahren Rekordspielerin bei Juventus Turin war.
Sie passt perfekt zum neuen Trainer Barcala. Zadrazil dagegen war vergangene Saison die einzige Konstante im Bayern-Mittelfeld (2.145 Minuten). Die Verletzten kommen jetzt aber zurück und die Österreicherin wird nicht jünger. Sie wird zur Ergänzungsspielerin degradiert.
Florian: Klares Jein. (Also nein)
Ich gehe insofern mit, dass Caruso mehr Spielminuten sammeln wird als in der Vorsaison, was auf Grund des späten Wechsels aber auch keine Überraschung ist. Zadrazil wird dennoch zum erweiterten Stamm gehören und dabei den defensiveren Part der Doppelsechs übernehmen.
Caruso muss sich für mein Verständnis eher gegen Stanway durchsetzen, während Zadrazil sich gegen Oberdorf behaupten muss. Auf Grund der großen Konkurrenz wird Zadrazil nicht mehr die Vielspielerin wie in der Vorsaison sein, die 1.000 Minuten knackt sie dennoch.
Florian: Lea Schüller wird die beste Scorerin des FC Bayern.
Lea Schüller wird die Profiteurin vom neuen Spielstil unter Barcala, der die Münchnerinnen etwas offensiver und freier als Vorgänger Straus auftreten lässt. Im 4-2-3-1 wird sie als klare Nummer 9 zu viel Einsatzzeit kommen und dort weitermachen, wo sie vor der EM aufhörte: Mit Tore schießen.
Pernille Harder wird in dieser Saison hingegen etwas seltener zum Einsatz kommen. Ich könnte mir vorstellen, dass Barcala insbesondere die Dänin etwas mehr in Watte packt um sie in der Crunchtime der Saison im Vollbesitz der Kräfte zu haben. Schüller hingegen sammelt mehr Minuten und dadurch erzielt sie das ein oder andere Tor mehr als die Ex-Chelsea-Spielerin.
Jonathan: Nein.
Sollte Pernille Harder einmal länger fehlen, wird diese These eintreffen. Ich lasse Verletzungsanfälligkeit hier aber außen vor und sage, dass die Qualität von Pernille Harder einfach zu groß ist. Im System Barcala führt das ja eventuell sogar zu einer Reduktion der Schüller-Spielzeit und daher wird die Dänin die meisten Scorer in rot sammeln.
Jonathan: Natalia Padilla-Bidas sammelt weniger als 4 Scorer und kommt in der Saison auf unter 500 Pflichtspielminuten.
Die Konkurrenz für die Polin in der Offensive ist einfach zu groß. Padilla-Bidas wird daher nicht auf ausreichend Spielminuten kommen. Außerdem glaube ich, dass ihr aktuell die Qualität fehlt, um in diesem Bayern-Kader eine echte Bereicherung für das Spiel zu sein. Über Notnagel und erste Pokalrunden-Starterin geht das nicht hinaus.
Florian: Nein.
Padilla-Bidas bringt vieles mit, was an Lea Schüller erinnert: Sie schafft durch Tiefenläufe sehr viel Räume in den gegnerischen Abwehrreihen und kann diesen durch ihre Schnelligkeit sehr gut nutzen. Sie ist torgefährlich und eine passable Kombinationsspielerin.
Dinge, die die FC Bayern Frauen im Laufe der Saison benötigen werden. Padilla-Bidas wird eine Profiteurin der Mehrfachbelastung und sammelt bis zum Saisonende ihre Minuten und Scorer.
Florian: Linda Dallmann wird ihre Scorer und Spielzeit im Vergleich zur letzten Saison verdoppeln.
Bianca Rech hat bestätigt, dass der Kader nicht durch eine weitere Offensiv-Spielerin ergänzt werden soll. Linda Dallmann übernahm gegen Real Madrid, wie auch schon in der Vorsaison, die Position auf dem rechten Flügel und glänzte mit Spielwitz und Torgefahr.
Die 30-Jährige wird auch in der kommenden Spielzeit eine wichtige Rolle im bayerischen Offensivspiel einnehmen und das Vertrauen des Trainers mit Scorern zurückzahlen, dort hatte sie im Vorjahr nämlich noch Verbesserungsbedarf. Dallmann ist also wie ein guter Wein: Desto älter, desto besser.
Jonathan: Nein
Linda Dallmann hat in der vergangenem Saison sechs Scorer in 1.563 Minuten Spielzeit in allen Wettbewerben gesammelt. Das wird diese Saison ähnlich aussehen. Die Konkurrenz ist jetzt schon groß: Je nach System muss sich Dallmann mit Tanikawa, Harder, Damnjanović, Padilla-Bidas, Caruso und indirekt vielleicht sogar Schüller messen. Ein möglicher Systemwechsel und diese Konkurrenzsituation wird ein Loch in Dallmanns Spielzeit und ihre Scorer fressen – gerade Alara und Tanikawa sahen in der Vorbereitung sehr vielversprechend aus.
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Jonathan: Mahmutovic wird die neue Nummer 1, aber Grohs darf weiter in den Pokalwettbewerben ran und kommt so auf ihre Minuten.
Ena Mahmutovic ist insgesamt einfach die bessere Torhüterin. Das wird Barcala genauso sehen wie Nationaltrainer Wück. Sie ist die Zukunft, aber eben auch schon die Gegenwart im Münchner Tor. Mala Grohs hat aber auch große Qualität und wird deshalb (und auch um alle zufrieden zu halten) in den Pokalwettbewerben zwischen den Pfosten stehen.
Florian: Wieder Jein. (Aber diesmal eher Ja)
José Barcala hat vor der Saison erklärt, dass er alle Personalentscheidungen leistungsorientiert treffen wird, auch die Torhüterinnen-Frage. Ich sehe Mahmutovic auch leicht vor Grohs, obwohl die Ex-Duisburgerin bei hohen Bällen unsicherer wirkt als ihre zwei Jahre ältere Konkurrentin.
Eine klare Trennung zwischen Liga- und Pokaltorhüterin kann ich mir nicht vorstellen. Meiner Meinung nach wird Mahmutovic als Nummer 1 in die Saison gehen aber nicht alle Spiele bestreiten, Grohs wird in allen beiden Wettbewerben zu Einsatzzeiten kommen. Also stimme ich grundsätzlich zu, dass sie ihre Minuten bekommt.
Florian: Im DFB-Pokal reicht es für den FC Bayern nicht zur Titelverteidigung.
Der FC Bayern hat in der letzten Saison nach langer Anlaufszeit wieder einmal den DFB-Pokal gewonnen. Im Mai 2026 wird allerdings ein anderer Klub den Pott in die Höhe recken, vermutlich sogar der langjährige Abo-Sieger aus der Autostadt. Die Bayern haben diese Saison andere Ziele und scheiden spätestens im Halbfinale aus, Alexandra Popp und Svenja Huth beenden ihre Karrieren mit dem Pokal-Triumph.
Jonathan: Ja
Der Fokus wird diese Saison auf der Champions League liegen. Die gleichen Faktoren, die zu einer Niederlage in der Liga führen werden, werden auch hier eine Rolle spielen. Und im Pokal reicht nunmal ein Spiel, um die Hoffnungen zu ersticken.
Jonathan: Die beiden Youngster Momoko Tanika und Alara Sehiter kommen zusammen auf 20 Scorer.
Momoko Tanikawa und Alara Şehitler sahen in der Vorbereitung beide gut aus. Sie werden mit viel Konkurrenz zu kämpfen haben, aber ich glaube, dass die beiden die Qualität haben, um sich durchzusetzen. Es wird wenig Spielzeit ablaufen, während der nicht wenigstens eine von beiden auf dem Platz steht. Und die Qualität wird sich auch in Scorern äußern.
Florian: Ja
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen auch wenn das für ein Thesenduell doch etwas langweilig ist. Aber die Qualität der beiden Youngsters ist so offensichtlich, das wird und muss sich in dieser Saison auch in den Statistiken widerspiegeln.
Florian: In der Champions League kommt der FCB ins Endspiel.
Man hat den Kader, um in der Champions League weit zu kommen. Das Halbfinale wäre in der vergangenen Saison schon möglich gewesen. Entscheidend wird sein, ob die Münchnerinnen von Verletzungen verschont bleiben. Meine Prognose: Der FC Bayern schafft es mit Barcala sogar ins Finale der Königsklasse. Ob dort der große Coup gelingt, steht dann auf einem anderen Blatt Papier.
Jonathan: Nein
Der FC Bayern wird das große Ziel des Champions-League-Titels dieses Jahr nicht erreichen – und auch nicht das Finale. Für das Halbfinale wird es dennoch reichen. Der Kader ist nochmal besser als vergangene Saison – vorausgesetzt man bleibt von schweren Verletzungen verschont. Nach mehreren bitteren Jahren in der Königinnenklasse ist der Fokus jetzt voll auf diesem Wettbewerb.
Jonathan: Mindestens vier Leistungsträgerinnen werden den Verein nach dieser Saison verlassen.
Für mich ist das ein Jahr, in dem der FC Bayern eine riesige Chance hat, mit einem super Kader (der zusätzlich auch noch sehr sympathisch ist) international anzugreifen. 2026 laufen einige Verträge aus, aber auch für diejenigen mit laufendem Arbeitspapier wird das Ausland verlockend sein. Es droht ein großer und unfreiwilliger Umbruch im kommenden Sommer.
Florian: Ja
Es laufen im kommenden Sommer laut Soccerdonna 13(!) Verträge aus, darunter die Arbeitspapiere von Kapitänin Glódís Perla Viggósdóttir, Magdalena Eriksson, Pernille Harder, Georgia Stanway, Tuva Hansen und Mala Grohs.
Die Münchnerinnen werden also ein neues Gesicht bekommen. Bianca Rech ist allerdings eine Managerin, die mit Weitsicht und Vernunft agiert. Sie wird frühzeitig entsprechende Weichenstellungen treffen und auch mit Schlüssel Spielerinnen verlängern. Doch vier Abgänge wird es mit Sicherheit geben.
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