Miasanrot
·11. April 2026
FC Bayern gleitet zum Sieg und bricht historischen Rekord

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·11. April 2026

Der FC Bayern siegt bei St. Pauli und bricht den 54-jährigen Torrekord. Jetzt sind es 12 Punkte auf Borussia Dortmund in der Tabelle und die Roten sind bereit für Madrid.
Zwischen den beiden Real-Krachern fand sich der FC Bayern mitten im Abstiegskampf wieder. Natürlich nicht selbst, aber für die Gastgeber in Hamburg geht es gerade ums nackte Überleben. Die gute Nachricht für den FC St. Pauli: An diesem Samstagabend bekamen sie es nicht mit der bayerischen Topelf zu tun.
Vincent Kompany rotierte fleißig: Kane, Upamecano, Tah, Díaz und Pavlović saßen nur auf der Bank und Gnabry war wegen leichter Kniebeschwerden gar nicht im Kader. Das bedeutete Startelfeinsätze für Bischof, Ito, Kim, Guerrero, Jackson und den Rhythmussucher Musiala.
Die Erwartungshaltung an den FC Bayern ist natürlich immer ein Sieg, aber man muss schon sagen, dass der Druck diesmal denkbar klein war. Der BVB hatte am Nachmittag schon verloren, sodass der Neun-Punkte-Abstand sowieso gesichert war.
Eine Sache stand aber natürlich auf der Agenda: Der 54-jährige Torrekord sollte an diesem Abend gebrochen werden – zwei Tore fehlten vor dem Spiel noch.
Der FC Bayern begann die Partie gewohnt dominant und kontrollierte ruhig das Spiel. Die ersten paar Minuten blieben highlightarm, aber dann schlugen die Roten direkt vor dem Auswärtsblog das erste Mal zu.
Nachdem Jacksons Schuss noch geblockt wurde, blieb der FC Bayern im Ballbesitz. Konrad Laimer erkannte dann eine Überzahl am zweiten Pfosten und legte den Ball genau dort hin und damit auf den Kopf von Jamal Musiala. Von dort zischte der Ball vorbei an Vasilj ins Tor (9.). Rekord-Counter: 101.
Danach ein gewohntes Bild: Roter Ballbesitz, vornehmlich in der Hälfte St. Paulis. Immer wieder auch gefährlich, wenn sie mit Steckpässen oder Dribblings hinter die Kette gelangten. Jackson (11. und 17.) und Olise (16.) hatten gute Gelegenheiten, den Torrekord zu brechen.
Nach einem hohen Ballgewinn von Joshua Kimmich kam Jamal Musiala denkbar nah an den Rekord: Sein Schuss prallte vom rechten Innenpfosten quasi parallel zur Torlinie wieder raus (27.). Doch auch danach konnte bis zum Pausenpfiff niemand mehr die Bayern-Führung verdoppeln. So ging es mit dem 1:0 in die Halbzeit.
In den ersten Momenten nach den 15 Minuten in der Kabine war St. Pauli klar anzusehen, dass sie sich etwas vorgenommen hatten. Nach einem langen Ball auf Houtondji, konnte sein Schuss Manuel Neuer allerdings nicht in Bedrängnis bringen.
Der FC Bayern ließ sich von dieser Energie nicht beirren und schließlich war es ein Standard der Rekordknacker. Kimmichs Freistoß landet bei Goretzka, der per Volley zum 102. Tor der Saison trifft. Rekord gebrochen – und das am 29. Spieltag.
Direkt danach konnte Michael Olise sogar noch eins drauflegen. Der französische Nationalspieler hatte im Laufe des Spiels eine etwas gereizte Beziehung zum Hamburger Publikum entwickelt. Jetzt konnte er nach Goretzka-Bedienung von der Strafraumkante den Deckel auf das Spiel machen.
Direkt danach war auch Schluss für drei wichtige Leistungsträger mit Kimmich, Laimer und eben Olise. Der Blick ging jetzt ganz klar auf Mittwoch. Allerdings kann der FC Bayern auch mit Blick auf Mittwoch Tore schießen.
Jamal Musiala sammelte seine zweite Torbeteiligung, als er zu Jackson durchsteckte und selbiger kaltschnäuzig zum 4:0 verwandelte. Kurz darauf feierte der FCB einen Debütanten: Bara Sapoko Ndiaye kam für Musiala.
Das Spiel plätscherte seinem Ende entgegen; Bayern blieb dominant und scharf. Diese Schärfe zahlte sich dann auch noch ein fünftes Mal aus: Guerrero verwertete einen weiteren hohen Ballgewinn. Damit steht der FCB nach 29 Spieltagen bei 105 Toren.
Denn kurz darauf war Schluss – ein weiteres Standardtor von Goretzka wurde wegen Abseits zurückgepfiffen. Mit einem von vorne bis hinten dominanten 5:0 baut der FC Bayern seine Führung an der Tabellenspitze auf 12 Punkte aus und bricht fulminant den Torrekord aus der Saison 1971/72.
Tom Bischof kam nicht als Linksverteidiger nach München und es gab durchaus Spiele in dieser Saison, in denen man ihm das angemerkt hat. An diesem Samstagabend brachte er jedoch eine Topleistung auf der Position.
Sein toller Linker ist sowieso selten zu übersehen, aber defensiv ist es bei dem 20-Jährigen manchmal etwas wackelig. Heute hatte er immer wieder gute Ballgewinne gegen seine offensiven Gegenspieler und verlor kaum ein Eins-Gegen-Eins.
Laut fotmob gewann er sieben seiner neun Zweikämpfe – eine super Quote. Als Joshua Kimmich dann raus zum Ausruhen auf die Bank durfte, rückte Bischof ins Mittelfeld und machte auch dort seine Sache sehr gut.
Er ist ball- und passsicher und strahlt eine große Ruhe als Ballverteiler aus. Mit den Sommerabgängen von Guerrero und Goretzka werden nochmal einige Minuten frei, die durchaus auf den deutschen Youngster fallen könnten.
Man kann Jamal Musiala immer wieder ansehen, dass er immer noch auf dem Weg zurück zu 100% ist, nachdem er im Sommer mit einer schrecklichen Verletzung von der Klub-WM zurückgekehrt war. Doch man konnte gegen St. Pauli auch erkennen, wie diese 100% mal aussahen.
Musiala ist ein etwas anderer Spielertyp für die Zehn als Serge Gnabry, der große Teile der Saison dort gespielt hat. Er liebt das Dribbling und den Ball in den Fuß zu bekommen. Gnabry geht dafür eher mal hinter die Kette und sucht auch im Passspiel etwas konsequenter das Vertikale.
Doch beim ersten Tor konnte Jamal Musiala seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen. Mit schlauer Positionierung am defensiv unterbestzten zweiten Pfosten kam er zu einem freien Kopfball, den er dann mustergültig ins Netz nickte.
Beim 4:0 konnte dann Nicolas Jackson aus einem Musiala-Steckpass ein Tor machen. Neben den beiden Torbeteiligungen waren aber auch seine magnetartigen Ballsicherungen und Dribblings zu sehen. Die Kurve bei ihm zeigt klar nach oben und es gibt Hoffnung, dass er bis zur WM wieder in Topform ist.
Für viele war der FC St. Pauli im Vorfeld ein Stolperstein. Im Zweifel auch ein Stolperstein, über den man ruhig fallen kann. Der Blick war auf Real am Mittwoch, Kompany rotierte heftig, St. Pauli steckt tief im Abstiegskampf und würde alles auf dem Rasen lassen.
Doch was die Spieler, die schlussendlich auf dem Rasen standen, dann abspulten, war bemerkenswert: dauernd dominant, hungrig, erbarmungslos. Diese Mannschaft steht keine Minute auf dem Rasen, in der sie nicht ihren Gegner erdrücken will.
Jetzt gilt es, mit dieser Mentalität auch Real Madrid in der Allianz Arena zu begegnen. Die Fans stimmten die Spieler nach der Partie schon mal ein: In der Kurve waren Europapokal- und Anti-Madrid-Gesänge zu hören.









































