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·8. September 2026
FC Bayern München 2026/27: Warum der kleine Kader reicht!

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Der FC Bayern München hat schon wieder richtig Bock, das hat der Deutsche Meister im Supercup und am ersten Bundesliga-Spieltag bewiesen. Auffällig ist dabei, wie klein der Kader für einen Klub dieser Größenordnung ausfällt. Das ist kein Sparzwang, sondern Absicht: Mindestens zehn Profis können mehrere Positionen bekleiden. Wie dieses System funktioniert und was der Sommer finanziell gebracht hat.

Bayern-Trainer Vincent Kompany dirigiert sein Team beim Bundesliga-Spiel gegen den VfB Stuttgart am 28. August 2026 in der Allianz Arena von der Seitenlinie. (Adam Pretty / Getty Images Europe via Getty Images)
Das größte Plus auf der Seite des Rekordmeisters ist diese Flexibilität. Ismael Saibari kann im vorderen Drittel sowohl hinter als auch als Stellvertreter von Harry Kane spielen. Nathaniel Brown, der Ex-Frankfurter, lief zuletzt auf der Zehn auf, weil Jamal Musiala, Serge Gnabry und Lennart Karl angeschlagen waren und sich Saibari erst an die Startelf herantastete. Er machte seine Sache ordentlich bis gut. Zugleich kann der eigentliche Linksverteidiger auch im zentral-defensiven Mittelfeld auflaufen, was unter anderem ein Grund für den Verkauf von Noel Aseko gewesen sein soll.
Dazu kommt Konrad Laimer, der als Rechtsverteidiger geholt wurde, aber jederzeit ins Zentrum neben Joshua Kimmich oder Aleksandar Pavlovic rücken kann. Josip Stanisic hat in der abgelaufenen Saison gezeigt, dass er auf beiden defensiven Außenbahnen eine Option ist. Und Hiroki Ito, für den sich letztlich kein Abnehmer fand, bleibt eine Alternative als Links- und Innenverteidiger. Rechnet man Michael Olise dazu, der vermutlich am liebsten auf der Zehn spielen würde, sowie Karl (Linksaußen und Mitte), Gnabry (alle vier Offensivpositionen), Saibari (Zehn und hängende Neun) und Musiala (Zehn und Linksaußen), kommen die Münchner auf mindestens zehn Multifunktionsspieler.

Die Spieler des FC Bayern München bedanken sich nach dem Bundesliga-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart am 28. August 2026 in der Münchner Allianz Arena bei den Fans. (Adam Pretty / Getty Images Europe via Getty Images)
Dass die prominenten Abgänge von Leon Goretzka, Raphael Guerreiro, Nicolas Jackson, Alexander Nübel und Joao Palhinha kaum ins Gewicht zu fallen scheinen, liegt auch am Zuschnitt der Neuzugänge. Saibari ergänzt die Offensive, Tom Bischof kann die Positionen von Goretzka und Guerreiro spielen, also das Mittelfeldzentrum und wie die meiste Zeit der Vorsaison die linke Abwehrseite. Dazu holten die Münchner Bara Sapoko Ndiaye, für dessen feste Verpflichtung sich besonders Trainer Vincent Kompany eingesetzt hat.
Offen bleibt nach dem Abschied von Arijon Ibrahimovic zum FC Augsburg allein der Back-up für den selten bis gar nicht verletzten Luis Díaz. Auch dafür haben die Verantwortlichen eine Idee: Alphonso Davies ist gelernter Flügelspieler und wurde im Nationalteam schon dort eingesetzt. Mit seiner Schnelligkeit wäre er eine gute Alternative, so wie 2024 im Champions-League-Halbfinal-Rückspiel bei Real Madrid (1:2), als er unter Ex-Coach Thomas Tuchel als offensiver Linker sehenswert die 1:0-Führung erzielte. Wie die Münchner in die Champions-League-Saison starten, steht in unserem Überblick zum Spielplan der deutschen Klubs.
Mit Nübel (Besiktas) und Palhinha (Benfica Lissabon) wurden immerhin zwei Ausgemusterte an den Mann gebracht, allerdings nicht für das erhoffte Ablösevolumen. Die im Verhältnis lukrativsten Einkünfte machten die Bayern mit den am Campus ausgebildeten Spielern. Weitere Überweisungen soll es durch den Wechsel von Nestory Irankunda geben, der für 15 Millionen Euro von Watford zu Sporting Lissabon wechselte, wovon der FC Bayern über eine Weiterverkaufsklausel profitiert.
Demgegenüber stehen rund 100 Millionen Euro für Saibari und Brown. Zwei gute Deals, wenngleich die beiden Verpflichtungen nach den jüngsten Ereignissen rund um Musiala und der zuletzt gehäuften Verletzungsanfälligkeit von Davies in einem anderen Licht erscheinen. Es handelt sich nämlich um genau die beiden Positionen, für die einst jenes Duo vorgesehen war, das den Verantwortlichen im Februar 2025 bei der jeweiligen Verlängerung noch Monster-Verträge wert war.
Mindestens zehn Profis können zwei oder drei Positionen bekleiden: Olise, Gnabry, Musiala, Karl, Saibari, Brown, Bischof, Laimer, Stanisic und Ito. Rechnet man Alphonso Davies als Flügeloption dazu, sind es elf.
Prominent waren die Abgänge von Leon Goretzka, Raphael Guerreiro, Nicolas Jackson, Alexander Nübel und Joao Palhinha. Dazu kamen mehrere Campus-Spieler sowie Arijon Ibrahimovic, der zum FC Augsburg wechselte.
Ismael Saibari verstärkt die Offensive, Nathaniel Brown kam als Konkurrent für Alphonso Davies, Tom Bischof deckt Mittelfeld und linke Abwehrseite ab. Dazu holten die Münchner den 18-jährigen Bara Sapoko Ndiaye, für dessen feste Verpflichtung sich Trainer Vincent Kompany besonders eingesetzt hat.
Weil mit wenigen Spielern viele Positionen doppelt und teilweise dreifach besetzt sind. Das spart Gehalt, hält die Mannschaft flexibel und vermeidet unzufriedene Profis, also unnötige Nebengeräusche in der Kabine.
Nach dem Abschied von Arijon Ibrahimovic gibt es keinen gelernten Ersatz mehr. Im Notfall rückt Alphonso Davies dorthin, der als Flügelspieler ausgebildet wurde und diese Rolle auch im kanadischen Nationalteam schon ausgefüllt hat.
Quelle: SPORT BILD, Text von Georg Holzner.







































