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·27. August 2026
FC Bayern: Thesenduell 2026/27: Dem Kakadu wird die Krone aufgesetzt

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·27. August 2026

Den Supercup bereits in der Tasche, steht der FC Bayern auch in der Liga vor dem Saisonstart. Höchste Zeit für das alljährliche Miasanrot-Thesenduell!
Dortmund ist zum ersten Mal in der Saison besiegt, die Personalplanung größtenteils abgeschlossen, doch wo steht der FC Bayern im Sommer 2026 wirklich?
Zwei Autoren stehen sich im Duell gegenüber, wer hat weniger Ahnung? Wer rät besser ins Blaue? Dieses Jahr sind es Maurice und Daniel, die Zustimmung ablehnen und sich lieber in Wortgewalt flüchten.
Vom großen Musiala-Rebound über Urbigs besonderen Durchbruch und natürlich den unvermeidbaren Erfolg in der Champions League – so läuft die Saison des FCB.
Maurice: Der FC Bayern wird Deutscher Meister und holt mindestens 90 Punkte.
Zum Start lege ich direkt einmal mit einer Doppel-These los. Denn die reine These, dass die Münchner Meister werden, ist mit etwa 88% bei den Buchmachern wahrlich kein Hot Take. Stattdessen gehe ich von einer noch dominanteren Saison der Bayern als im Vorjahr aus – zumindest was die Punkteausbeute angeht. Nach dem Tor-Rekord der Vorsaison will sich Kompany jetzt den Punkterekord holen. Erstmals seit 2013/14 und erst zum vierten Mal überhaupt wird eine Mannschaft in der Liga 90 Punkte oder mehr sammeln.
Daniel: Nein, der FC Bayern wird deutscher Meister, kratzt allerdings nur an den 90 Punkten.
Konkurrenzlos in der Liga werden die Bayern selbstverständlich wieder die Schale holen, lange auf Kurs Punkterekord liegen, am Ende jedoch straucheln und wieder nur bei etwas zwischen 86 und 89 eintrudeln, auch weil…
Daniel: Jetzt oder nie: Der FC Bayern gewinnt zum siebten Mal die Königsklasse.
Letztes Jahr war man dicht dran, musste sich aber PSG geschlagen geben. Dieses Jahr sind die Vorzeichen ähnlich, nur dass diesmal von Anfang an jeder mit den Bayern rechnet und sie auch selbst ganz klar dieses Ziel haben müssen, denn: Jünger werden sie alle nicht mehr. Wie viele dieser Saisons haben Kane, Kimmich und Diáz noch in ihren Köchern? Nach Meisterschaft und Double wird es jetzt nur ein Ziel geben.
Auch anderswo sind die Vorzeichen ähnlich. Real dümpelt weiterhin mit fragwürdiger Personalpolitik herum, Barcelona ist schlagbar, die Engländer scheinen ähnlich gut zu bleiben, nur PSG mit ihrem totalen Fokus auf die Champions League schwebt über den Dingen.
Schaut man sich den Bayernkader und die Konkurrenz also an, mag man geneigt zu sagen: Jetzt oder nie! Und ich sage: Jetzt!
Maurice: Nein
Dann muss ich wohl sagen: Nie! Auch wenn ich daran nicht glaube, aber zumindest in der kommenden Spielzeit sehe ich die europäische Krone wieder in Frankreich und nicht in der bayerischen Landeshauptstadt. Solange sich Paris mit dem aktuellen Kader voll auf die europäische Spitzenklasse fokussieren kann, sehe ich den doppelten Titelverteidiger auch im Frühsommer 2027 den Henkelpott in den Nachthimmel von Madrid recken.
Mit dem aktuellen Kader muss sich Bayern vor keinem Team verstecken. Wie weit es am Ende geht, wird in dem aktuellen Format wieder stark vom Turnierbaum abhängen. Letzte Saison war dieser den Münchnern bekannterweise nicht wohlgesinnt.
Maurice: Über alle Wettbewerbe bestreitet Urbig mehr Partien als Neuer.
Bereits in der letzten Saison gab es den ein oder anderen Miasanrot-Redakteuer, der sich den jungen Urbig statt des alternden Skifahrers als Stammtorhüter der Münchner gewünscht hätte. Doch in der WM-Saison spielte Neuer in 36 Spielen, während Urbig auf 20 Partien kam. In Minuten ausgedrückt: 3120 zu 1650 für den Routinier. Allerdings spielte Urbig sieben Mal zu Null (35%), wobei Neuer in nur elf Spielen eine weiße Weste behielt (31%).
Die großen Spiele wird weiterhin Routinier Neuer bestreiten, weshalb mein Stammspieler im Titel auch Anführungszeichen enthält, aber mehr Spiele hat am Ende der Youngster.
Daniel: Nein, am Ende spielt Neuer deutlich mehr Spieler als Urbig.
Am Status Manuel Neuers als Nummer Eins wird sich auch in der kommenden Saison nichts ändern. Ein Manuel Neuer wird nicht gebencht, auch wenn er es verdient hätte. Wir werden nicht selten die Diskussion führen, ob Jonas Urbig nicht der bessere Torwart wäre, aber schlussendlich wird es Kompany egal sein: Wenn’s um die Wurst geht und Neuer fit ist, spielt er auch. Jonas Urbig wird früher Spiele bekommen (in der Vorsaison hat er im ersten Saisonviertel keine einzige Sekunde Praxis erhalten), aber die alte Nummer Eins wird am Ende deutlich mehr auf dem Konto haben.
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Daniel: Jonas Urbig bestreitet beide Nations-League-Viertelfinalspiele im März.
Im Verein mag er noch Kronprinz bleiben, in der Nationalmannschaft wird sein Status anders aussehen: Nach seinem Länderspieldebüt im Herbst wird der neue Bundestrainer noch andere Torhüter ausprobieren, im neuen Jahr allerdings auf Konstanz setzen: Ähnlich wie bei Oliver Baumann vor ihm, wird sich Urbig mit den Viertelfinalspielen in der Nations League, für die sich Deutschland natürlich erst qualifizieren muss, von seiner Konkurrenz absetzen und beide Spiele bestreiten. Ganz durch wird das Thema Nummer Eins wahrscheinlich erst in der EM-Saison sein, aber Urbig wird sich deutlich die Führung erarbeiten.
Maurice: Nein
Eine deutsche Nummer Eins, die im Verein kein unumstrittener Stammtorhüter ist? Ich traue Jürgen Klopp viel zu, aber wie er in seiner ersten Pressekonferenz bereits die Medien versuchte auf Linie zu bringen, kann ich mir nicht vorstellen, dass er versucht diesen Graben aufzumachen. Die Zeit für Urbig wird kommen – auch mit dem Adler auf der Brust. Aber in der Nations League wird Kloppo noch anderen vertrauen.
Maurice: In der Bundesliga sammelt Musiala mindestens 10 Tore und 5 Vorlagen.
Ähnlich wie sein nach Liverpool gewechselter Partner wurde Musiala im letzten Jahr langsam vom Wunderkind zum Sorgenkind. Insgesamt 216 Tage fehlte die Nummer 10 in der vergangenen Saison nach einem Wadenbeinbruch. In knapp 1200 Minuten erzielte er fünf Tore und bereitete sechs weitere vor. Eine Rebound-Saison war die logische Folge für mich, doch in der Vorbereitung brach der 23-Jährige zwei Mal zusammen. Wie sich diese epileptischen Episoden auf seine Spielzeit auswirken wird, ist noch unklar. Frei nach dem Motto “Come back stronger” bleibe ich allerdings bei meiner These und glaube an den Meistermacher von 2024.
Daniel: Nein, Musiala bleibt Bayerns großes Sorgenkind.
Schon vor dem Bekanntwerden von Musialas neurologischen Problemen dachte ich, dass Musiala Bayerns großes Sorgenkind bleiben wird, nun umso mehr. Ehrlicherweise waren Scorer auch in der Vorsaison weniger Musialas Problem, es wird mehr um Dinge gehen, dass er das Spiel nicht mehr ansatzweise an sich reißt, wie noch vor seiner Verletzung. Nun gut, um mal eine konkrete Zahl zu nennen: In der Liga schießt er nicht mehr als sieben Tore.
Daniel: Ismael Saibari erzielt weniger als 22 Torbeteiligungen in allen Wettbewerben.
Nicht wenige grübelten, was der FC Bayern mit noch einer Nummer Zehn anfangen will, spätestens nach der letzten Woche sieht das ganze anders aus. Saibari wird im Schatten von Musialas Problemen sehr viele Spiele machen und am Ende trotzdem für reichlich Fragen sorgen, weil seine Ausbeute besser als die eines Flops, aber auch schlechter als die einer eingeschlagenen Granate sein wird.
Maurice: Nein
Ich gebe zu, dieses Nein ist ein kleiner Hedge gegen die vorangegangene Musiala-These. Denn in der omnipotenten Bayern-Offensive wird es Scorerpunkte en masse geben. 22 Torbeteiligungen sind allerdings auch kein kleiner Wert. Ein ähnlicher Rollenspieler wie Gnabry hat diese Zahlen in nur drei seiner acht Bayern-Saisons erreicht. Trotzdem traue ich dem Neuzugang eine starke Debütsaison in München zu.
Maurice: Ohne Goretzka wird Ndiaye 1000 Minuten in allen Wettbewerben sammeln.
Die letzten Saisons konnten Nachwuchstalente unter Kompany fleißig Minuten sammeln – und wer sich beweisen konnte, durfte sogar besonders viel spielen. So zum Beispiel Lennart Karl im vergangenen Jahr. Ganz auf diesem Niveau befindet sich Ndiaye nicht, aber der 18-Jährige ist im internen Ranking bei Kompany hoch im Kurs. Mit den Abgängen von Goretzka und Guerreiro werden knapp 3500 Minuten frei. Selbst nach der Rückkehr von Karl und mit dem vermehrten Einsatz von Bischof auf seiner Stammposition bleiben da noch mehr als genug Minuten übrig für das Talent, das bereits letzte Saison 140 Minuten sammelte.
Daniel: Nein
Ndiaye ist eine echte Wildcard beim FC Bayern, dessen Entwicklung ich nur schwer einschätzen kann. Ich bleibe mal auf dem skeptischen Pfad und sage, dass er seine Spiele bekommen wird, aber die 1000 Minuten nicht knackt.
Daniel: Serge Gnabry landet am Ende unter 750 gespielten Minuten und 6 Torbeteiligungen in allen Wettbewerben.
Mit Serge Gnabry hat letzte Saison niemand gerechnet, zu viele Verletzungen. Nicht wenige glaubten, er würde nicht mehr wiederkommen. Hin und wieder wurde er dann sogar eher zu gut gesehen, aber knapp über 2000 Spielminuten und 21 Torbeteiligungen sind nicht wegzulachen.
Diese aktuelle schwere Verletzung allerdings ist die eine zu viel für seinen nicht mehr ganz so jungen Körper. Erst in der Rückrunde wird man wieder von ihm hören, aber auch dann wird es leider nicht die letzte Verletzung bleiben, es wird ein ganz schwieriges Jahr für Gnabry.
Maurice: Nein
Die Kombination aus den beiden genannten Thesen halte ich am Ende dann doch für zu steil. Denn Gnabry wird bereits in der Hinrunde Minuten sammeln können. Blaupause für Daniels These wäre die Saison 23/24, doch selbst damals sammelte Serge in 674 Minuten noch sieben Scorerpunkte.
Maurice: Über alle Wettbewerbe hat Brown mehr Torbeteiligungen als Davies.
Der Supercup hat es einmal mehr gezeigt, dass Brown vor allem in seinem Offensivdrang der legitime Nachfolger (?) von Davies ist. Zwar laboriert der Kanadier mal wieder an einer Muskelverletzung, doch werden die beiden Linksverteidiger am Saisonende relativ ausgeglichene Einsatzminuten haben. Doch während Davies zu Beginn Kaltstart-Probleme haben wird, stehen bei Brown die Zeichen auf Vollgas. Seinen bisherigen Saison-Bestwert von zehn Torbeteiligungen wird er dabei deutlich überflügeln. Übrigens, der Bestwert von Davies liegt auch nur bei zehn Scorern.
Daniel: Nein
Nathaniel Brown wird wahrscheinlich wirklich mehr Torbeteiligungen sammeln, schon alleine weil er deutlich mehr Spiele bestreiten wird als Alphonso Davies, aus Prinzip wette ich aber dagegen.
Die interessantere Frage für mich ist eher, was mit Davies passiert, wenn er endlich mal nicht sofort auf das Spielfeld gezwungen wird. Wenn seine Alternativen keine rechtsfüßigen Defensivallrounder sind, die der Trainer eigentlich dort gar nicht haben möchte. Was passiert, wenn er Mitte der Rückrunde dann endlich wirklich topfit ist? Browns Statistiken wird er dann nicht mehr einholen, aber vielleicht seinen Stammplatz.
Daniel: Luis Diáz spielt eine etwas schwächere Saison und sammelt nicht mehr als 38 Torbeteiligungen in allen Wettbewerben.
Luis Díaz hat eine unglaubliche Entwicklung hinter sich. Auf eine richtig gute Hinrunde hängte er eine absolut überragende Rückrunde an, ging am Ende mit fast 50 Scorern aus der Saison. 49 waren es, um genau zu sein. Ganz an diese Fabelwerte wird er nicht noch einmal anknüpfen – und dennoch richtig gut sein. 38 Scorer wären richtig stark.
Maurice: Nein
Wo ich mit Daniel einig bin, ist, dass es nicht noch einmal 49 Scorerpunkte bei Diaz werden. Allerdings traue ich dem Kolumbianer zu, in einer extrem torhungrigen Bayern-Offensive, in der er die klare Nummer Drei ist, 40 Scorer zu. Der positive Vergleich wäre hier Thomas Müller, der in vergleichsweise offsensivstarken Bayern-Teams gleich vierfach hintereinander mindestens 39 Torbeteiligungen sammelte: 39 (12/13), 39 (13/14), 39 (14/15), 45 (15/16).







































