FC St. Pauli vs. 1. FC Kaiserslautern 1:2 – Es geht mit dem Teufel zu | OneFootball

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·31. August 2026

FC St. Pauli vs. 1. FC Kaiserslautern 1:2 – Es geht mit dem Teufel zu

Artikelbild:FC St. Pauli vs. 1. FC Kaiserslautern 1:2 – Es geht mit dem Teufel zu

Auch gegen den 1. FC Kaiserslautern offenbart der FC St. Pauli fehlende Effizienz in der Offensive und fehlende Konsequenz in der Defensive und fängt sich eine völlig unnötige Niederlage.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Zwei Punkte aus drei Spielen, Pokal-Aus – der FC St. Pauli hat nicht weniger als einen Fehlstart in die Saison hingelegt. Wir haben dazu bereits gestern kurz nach Abpfiff ein paar Stimmen zusammengetragen, die allesamt voller Ärger über unnötige Gegentreffer, aber auch selbstbewusst ob der gezeigten Leistung waren.


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Die Aufstellung

Eric Smith kehrte in die Startelf zurück und verdrängte Joel Fujita von dort. Für Smith sprach seine Ballsicherheit, erklärte Marcel Rapp nach Abpfiff, der mehr Ballbesitz gegen Kaiserslautern haben wollte als in den letzten Partien. Dass Fujita und nicht Matti Rasmussen für Smith in der Startelf seinen Platz räumen musste, darf durchaus auch als klare Ansage an Fujita verstanden werden. Rapp deutete nach dem Spiel an, dass der 24-jährige vielleicht auch etwas zu sehr mit Wechselgedanken beschäftigt sein könnte, nannte seine Trainingsleistungen „okay“.Scott Banks und Ricky-Jade Jones standen nicht im Kader, weil mit Abdoulie Ceesay jemand sein Comeback und mit Youssoupha Niang jemand sein Debüt feierte.

Der 1. FC Kaiserslautern trat mit einer auf zwei Positionen veränderten Startelf gegen den FC St. Pauli an. Anstelle von Mergim Berisha kam Erencan Yardımcı als Mittelstürmer in die Startelf. Zudem hat Ibrahim Kanaté sich mit seinem sehenswerten Treffer im Pokalspiel gegen Mannheim für den Start von Beginn an empfohlen. Er ersetzte auf der offensiven Außenbahn Thierry Tazemeta. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht agierte in einem klar erkennbaren 3-4-2-1 gegen das 3-4-1-2 des FC St. Pauli (was weniger klar erkennbar gewesen ist).

Druckvoll, aber ohne Erfolg

Der FC St. Pauli ist extrem gut in die Partie reingekommen. Den ersten Abschluss gab bereits nach 20 Sekunden (der Versuch von Hrgota war aber zu zentral und wenig kraftvoll) und auch in der restlichen Anfangsphase spielte nur der FCSP. Der kam in den ersten Minuten auf sieben Abschlüsse, der FCK hatte bis zur 24. Minuten nicht einen Versuch gehabt. FCK-Trainer Lieberknecht hatte sein Team bereits auf diesen hohen Druck zu Spielbeginn vorbereitet:„Wir haben damit gerechnet, dass der FC St. Pauli so startet, wie er gestartet ist. Wir mussten diese Druckphase überstehen, um überhaupt mal ins Spiel reinzufinden.“

Doch die Vorbereitung und das Wissen halfen dem FCK nur bedingt, der FC St. Pauli strahlte große Dominanz in den ersten gut 25 Spielminuten aus. Vor allem im Gegenpressing wusste das Team von Rapp zu überzeugen und schnürte die Gäste so in der eigenen Hälfte ein. Die Elf von Lieberknecht versuchte es defensiv gegen den FCSP mit einer Mischung aus mannorientierter Spielweise (wenn das Team höher stand) und einer sehr kompakten Staffelung, wenn das Team im eigenen Drittel verteidigte. Kritisch wurde es für das Team, wenn es sich im Übergang zwischen diesen beiden Herangehensweisen befand. Auch weil der FC St. Pauli viel dafür tat.

Im Ballbesitz übernahm Eric Smith den tiefen Aufbau, er fiel dazu auch ab und an in die letzte Kette und baute neben Mathisen auf. Seine Präsenz und Ballsicherheit tat dem FC St. Pauli gut und dürfte ein signifikanten Teil dazu beigetragen haben, dass sein Team in den meisten Phasen die Partie dominierte. Noch wichtiger waren aber die Bewegungen der FCSP-Spieler. Insgesamt wurde nämlich relativ viel rotiert, in der Anfangsphase bereits viel, in der Schlussphase der Partie sogar noch mehr. Und es wurde besonders dann gut, wenn der FC St. Pauli den 1. FC Kaiserslautern recht schnell in den Übergang von der mannorientierten Verteidigungsweise hin zur kompakten Formation zwang. Denn da der FCSP viel rotierte, sorgte diese Übergangsphase beim FCK immer für etwas Chaos in der Zuordnung, was der FC St. Pauli für sich nutzen konnte.

Artikelbild:FC St. Pauli vs. 1. FC Kaiserslautern 1:2 – Es geht mit dem Teufel zu

Ein Lichtblick: Eric Smith riss wieder in altbekannter Manier das Spiel des FC St. Pauli an sich. Das hat dem Team merklich gut getan.

// (c) Stefan Groenveld

Überzahl mit Hrgota, aber fehlende Präsenz ganz vorne

Das Chaos erzeugte vor allem Branimir Hrgota, der sich aus seiner Offensivposition immer wieder auf die Seiten oder ins zentrale Mittelfeld fallen ließ. Auffällig oft war er zu Spielbeginn dabei auf der eigenen rechten Seite zu finden und versuchte sich dort zusammen mit Pyrka und Nemeth durchzukombinieren. Allein die Tatsache, dass Nemeth hier genannt wird, zeigt ganz gut, wie flexibel der FCSP agierte. Denn nicht nur Hrgota agierte an sehr vielen Ecken und Enden des Spielfeldes. Oppie ließ sich auch mal in den offensiven linken Halbraum fallen, um auf der Linie Platz für Tomoya Andō zu schaffen. Rasmussen schob mehrfach mutig in die Halbräume vor. Im zweiten Abschnitt hatten Taichi Hara und Abdoulie Ceesay gute Szenen auf den offensiven Außenbahnen. Zur etwas tieferen Rolle von Hrgota erklärte Rapp: „Es ging darum die Überzahl im Mittelfeld zu kriegen mit Brane. Ich glaube das hat ganz ordentlich funktioniert. Wir wissen aber, dass wir nicht so viel Torgefahr ausstrahlen, wenn wir einen zurückziehen.“

Ob das Zurückziehen eines Offensivspielers nun dafür maßgeblich war, darf bezweifelt werden, aber der FC St. Pauli machte zu wenig aus dieser Dominanz. Zwar habe ich mir während der Partie notiert, dass der FCSP eine wirklich starke Anfangsphase hatte, aber erst im Anschluss ist mir aufgefallen, dass es dabei keine wirklich zwingende Chance gab. Das muss man auch erstmal schaffen, so dominant zu sein, so schnell die Bälle zurückerobern, erfolgreich Überzahlsituationen auf den Außenbahnen erschaffen – und dann daraus kein Kapital schlagen können. Jedenfalls stehen Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis zueinander. Weil viele Flanken nicht den Mitspieler fanden. Weil dann doch noch irgendwie ein FCK-Spieler ein Bein dazwischenbekam. Weil es in den kribbeligen Momenten einfach am „Punch“ (vielleicht auch an Präsenz in den wichtigen Zonen) fehlte. Sogar der eigentlich sonst sehr sichere und zuverlässige Raumfinder Martijn Kaars vermochte es gegen den FCK nicht im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu stehen.

FCK nutzt erste Chance zur Führung

Ganz anders der 1. FC Kaiserslautern, der aus extrem wenigen Offensivaktionen nahezu das Maximum herausholte. In der 24. Minute gab es den ersten, völlig ungefährlichen, Abschluss durch Marlon Ritter, der auf den Rängen der Nordkurve landete. Fünf Minuten später stellten die Roten Teufel den Spielverlauf auf den Kopf – und die Spieler des FC St. Pauli müssen sich dabei an den Kopf fassen, weil es ein völlig unnötiger Gegentreffer gewesen ist. Bei einem Einwurf für den FCK stellte der FCSP diese Zone mit vielen eigenen Spielern zu. Direkt nach dem Einwurf standen gleich fünf FCSP-Spieler in unmittelbarer Nähe zum Ball, mit Smith und Rasmussen waren auch beide Sechser dabei. Doch niemand störte Kanaté daran den Einwurf anzunehmen und auf Kunze weiterzuleiten. Der linke FCK-Sechser machte dann das, was seinem Trainer gefallen haben dürfte: Er suchte schnell den Pass in den ballfernen Halbraum. Lieberknecht bestätigte nach der Partie auf der Pressekonferenz, dass genau das die Räume gewesen sind, die man sich vor der Partie ausgeguckt habe, wo man sich Chancen ausgerechnet habe. Das sein Team direkt eine der ersten Möglichkeiten zur Führung nutzt, ist dann aus FCSP-Sicht aber schon sehr ärgerlich.

Natürlich ist der Treffer in der weiteren Entstehung auch unglücklich. Sahin lief mit dem Ball bis an die Strafraumkante. Sein schwacher Abschluss verendete eigentlich, bei Mitspieler Yardımcı nämlich. Doch der Ball sprang von dessen Fuß so glücklich in seinen Lauf, dass er ihn mit der nächsten Bewegung ins Tor schießen konnte. Ben Voll war da bereits geschlagen, weil er schon beim Sahin-Abschluss in die andere Ecke geflogen war. Wie genau das Tor gefallen ist, da spielt also zweifelsohne der Zufall eine Rolle. Aber Vorsicht, nur Pech ist es nicht gewesen. Der FCSP hat beim Einwurf des FCK eine Überzahl in Ballnähe. Da konnten sich die Gäste viel zu leicht draus befreien. Und wenn schon beide Sechser auf die eine Seite rausschieben, dann muss der ballferne Halbraum von jemand anderem übernommen werden. Aber es war niemand da oder fühlte sich dafür zuständig. Insofern ist der Gegentreffer natürlich aus dem Nichts gefallen und in gewisser Weise auch unglücklich zustandegekommen. Aber die Szene kann zweifelsohne auch besser verteidigt werden.

Gegentreffer sind Niederschläge für FC St. Pauli

In der Folge war nicht mehr viel übrig vom druckvollem Spiel des FC St. Pauli. Das Gegentor schien das Team verunsichert zu haben und erst mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 sollte es den Mut wiederfinden. Marcel Rapp erklärte später, dass diese schwache Spielphase „ein Stück weit auch am Selbstvertrauen“ liege. Klar, wenn Du intensiv presst und damit zuerst viele Bälle gewinnst, in einer ähnlichen Situation aber plötzlich trotz guter Positionierung keinen Zugriff hast und dir dann dadurch das 0:1 fängst, dann agierst Du beim nächsten Mal vermutlich etwas vorsichtiger. Das bestätigt auch Rapp indirekt, als er erklärte: „Wir hatten schon Spieldominanz, wussten aber auch von ihnen das sie kontern wollen.“ Das Team des FC St. Pauli vermied also das Risiko in der Phase zwischen dem 0:1 und 0:2 – und ausgerechnet das wurde zum Risiko für das eigene Tor.

Folglich war nun ein wenig mehr von der Offensive des 1. FC Kaiserslautern zu sehen. Dieser ordnete sich in einem klaren 3-4-2-1 an. Ritter und Kanaté besetzten die offensiven Halbräume, Sahin und Kunze die Doppelsechs, nur sehr selten wichen sie von diesen Positionen ab. Einzig bei Abstoss-Situationen: Da schob nämlich Rechtsverteidiger Joly auf eine Höhe mit den Offensivspielern, während Linksverteidiger Haas Teil der Kette blieb, weil vor ihm Kanaté die Außenposition besetzte.Der FC St. Pauli agierte gegen diese Struktur in tieferen Phasen mit einem klaren Fokus auf die Räume. Rasmussen und Smith ließen der Doppelsechs des FCK etwas Platz, auch der ballferne Außenverteidiger wurde nur wenig beachtet. In Phasen mit höherem Pressing wurde dann mannorientierter verteidigt. Probleme mit dem Offensivspiel des 1. FC Kaiserslautern hatte der FCSP nur selten – und wenn, dann aufgrund individueller Fehler, nicht aufgrund der Struktur.

Artikelbild:FC St. Pauli vs. 1. FC Kaiserslautern 1:2 – Es geht mit dem Teufel zu

Noch ein Lichtblick: Abdoulie Ceesay ist nach Verletzung zurück und erzielte im vierten Pflichtspiel hintereinander einen Joker-Treffer. Auch sonst war der 22-jährige sehr präsent im Spiel. Er darf sich berechtigte Hoffnung auf einen Startelfeinsatz machen. Darauf hoffen ziemlich viele.

// (c) Stefan Groenveld

Fette, fette, Fehlerkette.

So zum Beispiel auch kurz nach Wiederanpfiff: Der FCK bolzte den Anstoss stumpf ins Seitenaus und in der Folge habe zumindest ich das erste Mal gesehen, dass sich diese Art und Weise des Anstosses gelohnt hat. Denn der FC St. Pauli hatte einen eigenen Einwurf, verlor dabei aber den Ball, Rasmussen gewann ihn jedoch zurück. Dann ist es extrem eng und der Ball ist plötzlich wieder weg. Doch auch Kaiserslautern ist weit weg davon den Ball zu kontrollieren. Mathisen ist im Laufduell mit dem eigenwechselten Tazemeta früher am Ball, doch seine Klärungsaktion ist nicht konsequent, der Ball flippert deshalb durch seine Beine. Im Anschluss wird auch noch Rasmussen getunnelt und Tazemeta trifft aus spitzem Winkel ins kurze Eck – 0:2.Wieder ist es ein Gegentreffer für den FC St. Pauli, der sicher auch etwas glücklich für den FCK zustandekommt. Aber die Fehlerkette ist beim FCSP erneut sehr lang. Rasmussen hätte bereits auf Nummer sicher gehen können und den Ball im Zweifel rausbolzen müssen. Mathisen erst recht (in der Position darf noch viel weniger Risiko eingegangen werden), beide taten das aber nicht und so bekam Rasmussen dann noch die Höchststrafe, als er seinen verlorenen Ball wieder holen wollte. Überhaupt nicht gut sah auch Ben Voll in dieser Szene aus. Der Winkel war sehr spitz, der Ball geht flach ins kurze Eck, weil Voll mit einem Schuss ins lange Eck rechnet.

Das darf nicht passieren. Weder der erste noch der zweite Gegentreffer. Marcel Rapp erklärte zwar nach Abpfiff: „Es gibt kein Spiel, wo eine Mannschaft zu keinen Torchancen kommt. Heute haben wir nicht viele Chancen zugelassen, trotzdem haben wir zwei Gegentore bekommen.“ und hat damit natürlich Recht. Aber betrachtet man beide Szenen im größeren Kontext, dann muss festgehalten werden: Der FC St. Pauli fängt sich aktuell ziemlich viele Gegentreffer, die aufgrund individueller Fehler zustandekommen. Fehler, die Dir auch in der zweiten Liga nicht passieren sollten. Da mag durchaus auch Glück für den Gegner dabei sein, dass der Ball dann auch reingeht. Aber es ist halt so unnötig, dass er überhaupt zum Abschluss kommt. Es war klar, dass eine offensivere Spielweise auch dazu führen würde, dass der Gegner ein paar mehr Gelegenheiten bekommt. Aber das „Wie“ ist hier entscheidend. Weil sich der FC St. Pauli keine Gegentreffer fängt, die mit der neuen Offensovstruktur zu erklären sind. Stattdessen sind es viel zu einfache Gegentreffer.

Ceesay-Comeback macht Hoffnung

Der FC St. Pauli musste sich nach diesem zweiten Gegentreffer ordentlich schütteln und schien sich in einem Loch zu befinden. Rausgezogen wurde er von einem Comebacker. In der 55. Minute kamen Abdoulie Ceesay und Connor Metcalfe für Martijn Kaars und Marcus Mathisen in die Partie. Rapp erklärte nach Abpfiff, Kaars habe noch ein wenig Hüftprobleme und Hara sei besser im Spiel gewesen. Als Grund für die Mathisen-Auswechslung nannte er die Gelbe Karte, die der 30-jährige bereits hatte. Smith ging auf seine Position, Metcalfe neben Rasmussen auf die Doppelsechs. Ceesay agierte als zentrale und sehr agile Spitze.

Mit der 2:0-Führung im Rücken zog sich der FCK nun noch weiter zurück. Das machte die Sache für den FCSP nicht einfacher. Rapp erklärte, dass man in dieser Phase extrem aufpassen musste: „Wenn der FCK tiefer stand, dann waren sie im Block und den muss man erstmal bespielen, das ist nicht so einfach. Wir hatten schon Spieldominanz, wussten aber auch von ihnen, dass sie kontern wollen.“ In der 56. Minute fand das Team dann aber eine Lücke. Hrgota spielte einen Schnittstellenpass rechts in den Strafraum in richtung Grundlinie. Eigentlich hatte Kunze die Situation im Griff, er war eher als Hara am Ball, versuchte diesen abzuschirmen. Doch Hara wand sich um Kunze herum und spitzelte den Ball halb im Liegen vor das verwaiste Tor. Also dorthin, wo gemeinhin Mittelstürmer stehen müssen. Und so war es auch: Ceesay erzielte den Anschlusstreffer, nur wenige Sekunden nach seiner Einwechselung und sorgte dafür, dass der FC St. Pauli nochmal aufwachte und seine unsichere Spielweise abschüttelte.

Nun war der FC St. Pauli dem Ausgleich wieder deutlich näher. Und alle Spieler wurden auch wieder wesentlich aktiver bei ihren Offensivaktionen. Plötzlich tauchte Hara wieder mal auf Linksaußen auf. Metcalfe brach im linken Halbraum durch. Nemeth hinterlief Pyrka undundund – da waren sie wieder, die vielen Rotationen, die den 1. FC Kaiserslautern bereits zu Spielbeginn vor Probleme gestellt hatten.Vom FCK kam in dieser Phase nichts mehr außer der Versuch auf Zeit zu spielen und den Spielrhythmus des FCSP zu stören. Das gelang nur bedingt, aber der FCSP kam eben auch nicht mehr zu klaren Torgelegenheiten (Rapp: „Wenn der Gegner so tief steht, dann ist es schwer sich hochkarätige Chancen zu erspielen.“), obwohl zeitweise eine Dauerbelagerung der FCK-Hälfte vorlag. Am Ende gelang der verdiente Ausgleich nicht mehr, der FC St. Pauli verliert diese Partie – auf äußerst unnötige Art und Weise.

Mehr vom Spiel, aber nicht mehr Punkte

So bleibt es ein Spiel, in dem der FC St. Pauli sicher mehr versuchte und offensiv präsenter war als der Gegner. Aber daraus zu wenig machte. Der FCK mag sehr defensivstark sein und tiefgestanden haben. Aber gemessen am Aufwand und den eigentlich guten Abläufen ist es dem FC St. Pauli zu selten gelungen sich zwingende Torchancen zu erspielen.Was nicht schöngeredet werden darf: Dass der 1. FC Kaiserslautern – jenes Team das in den letzten 300 Minuten vor dieser Partie nur einen einzigen Treffer erzielte – gegen den FC St. Pauli zu eigenen Toren eingeladen wurde. Die Fehler sind zu vielfältig, um ein strukturelles Problem zu sein. Es sind eher Aussetzer. Und diese passieren aktuell zu oft.

Nun ist der FC St. Pauli gefordert schnellstmöglich drei Punkte zu holen. Am besten schon am Freitag in Bielefeld. Dazu braucht es endlich eine effizientere Nutzung der eigenen Gelegenheiten und es muss dringend das fehlerbehaftete Defensivspiel verbessert werden. Es bleibt weiterhin der Eindruck, dass beim FCSP aktuell nur Kleinigkeiten fehlen, um erfolgreich zu sein. Mit einmal tief durchatmen ist ab Montagmittag sicher nicht nur bei mir, sondern auch bei einigen anderen die Einschätzung des Spiels gegen Kaiserslautern positiver, als sie es noch kurz nach Abpfiff war. Doch gepunktet werden muss trotzdem dringend. Denn längere Phasen ohne gute Ergebnisse sind fies, weil sie Dir das Selbstvertrauen rauben. Und genau das, das war ja im Spiel gegen den FCK gut zu erkennen, darf dem FC St. Pauli nicht fehlen.

Immer weiter vor!// Tim

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