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·17. August 2026
FC St. Pauli vs. Holstein Kiel „Zu wenig Punkte, aber die Leistung geht voran“

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·17. August 2026

Der FC St. Pauli fährt am zweiten Spieltag sein zweites Unentschieden ein. Holstein Kiel sicherte sich spät einen Punkt und hier kommen die Stimmen und Statistiken zum Spiel.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Am zweiten Spieltag der zweiten Liga trennten sich Holstein Kiel und der FC St. Pauli mit einem verdienten Remis. Das war für beide das zweite Unentschieden der Saison, in dem auch noch beide Mannschaften zwei Tore schossen und damit haben beide Teams nun je zwei Punkte in der Tabelle.
Dabei erwischte St. Pauli einen guten Start und ging in der 32. Minute durch Martijn Kaars mit 1:0 in Führung. Kurz vor der Halbzeitpause erhöhte Taichi Hara auf 2:0. Damit sah es schon fast nach einem wichtigen Auswärtssieg aus. Nach der Pause kämpfte sich Kiel allerdings zurück. Phil Harres verkürzte in der 56. Minute auf 1:2. Der FC St. Pauli konnte die Führung anschließend nicht mehr über die Zeit bringen. In der 88. Minute erzielte Jonas Therkelsen den Ausgleich. Damit verspielte die Mannschaft von Marcel Rapp eine 2:0-Führung und muss sich mit einem Punkt zufriedengeben.
„Ich glaube, wir haben heute wieder ein paar Geschenke verteilt. Deswegen liegen wir dann auch unglücklicherweise, gerade in der ersten Halbzeit, mit 0:2 hinten. Wir haben das Spiel trotzdem grundsätzlich dominiert“, erklärte Tim Walter in der Pressekonferenz. Auch wenn er an der ersten Halbzeit einiges auszusetzen hatte, war es ihm unverständlich, warum es mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Pause ging. Walter betonte: „Trotzdem sind wir dann zurückgekommen, weil wir einfach einen guten Teamspirit hatten, wir hatten eine gute Energie. Wir haben alles nach vorne geworfen, wir haben alles versucht, um dieses Spiel rumzureißen und letztendlich ist es uns dann geglückt.“
Für die nächsten Wochen nimmt sich der Cheftrainer mit seiner Mannschaft vor, den „Walter-Ball“ noch weiter auszubauen: „Im Spielaufbau müssen wir viel mutiger sein, da müssen wir viel mehr den Ball fordern.“ Die Umsetzung können sie nächste Woche schon unter Beweis stellen, denn am Samstagabend trifft Holstein Kiel im DFB-Pokal auf den TSV 1860 München.
„Das Spiel ging sehr gut los für uns. Wir haben eine Riesenchance durch Martijn Kaars, machen die nicht rein. Dann, glaube ich, in der ersten Halbzeit ging es so ein bisschen hin und her, beide Mannschaften haben Chancen. Wir machen zwei Tore, gehen in die Halbzeit, dann kriegen wir ein Tor und dann kommt der Knackpunkt vom Spiel“, so schätzte Marcel Rapp das Spiel ein. Mit dem Knackpunkt meinte er den Moment, wo das dritte Tor hätte fallen sollen, können, müssen: „Was ich mir gewünscht hätte, wäre das dritte Tor gewesen, dann wäre Ruhe drin gewesen, aber es ist halt nicht immer ein Wunschkonzert.“ Weiter erklärte unser Cheftrainer: „Jetzt gehen wir mit einem Punkt heim, sind ein bisschen enttäuscht, weil da einfach mehr drinnen war. Die Jungs haben alles gegeben, die haben die Sache gut umgesetzt.“ Der Saisonstart hätte sicherlich besser laufen können, aber Rapp machte deutlich: „Es sind zu wenig Punkte, aber die Leistung geht voran und da sind wir zufrieden.“
Die Zahlen unterstreichen den Eindruck eines Spiels, in dem Holstein Kiel über weite Strecken die aktivere Mannschaft war: 65,98 Prozent Ballbesitz, 459 erfolgreiche Pässe und 19 Abschlüsse (davon sieben aufs Tor). Auch die 32 Ballkontakte im gegnerischen Strafraum sprechen dafür, dass die Störche immer wieder in gefährliche Räume kamen. Der FC St. Pauli brachte es dagegen auf zwölf Abschlüsse und nur 34,02 Prozent Ballbesitz. Besonders auffällig ist zudem der große Unterschied bei der Passqualität und beim Pressing: Kiel spielte deutlich mehr erfolgreiche Pässe und hatte mit einem PPDA von 6,88 wesentlich mehr Druck auf den gegnerischen Spielaufbau erzeugt als der FCSP (12,75).
Auch die Expected-Goals-Werte bestätigen das Bild aus den übrigen Statistiken: Kiel hatte mit 2,46 xG die etwas besseren Chancen als St. Pauli mit 2,23 xG (allerdings gibt es auch eine bemerkenswert große Streuung der xG-Werte zwischen den Anbietern). Besonders auffällig ist dabei das Verhältnis bei den herausgespielten Chancen: Kiel kommt auf 1,29 xG aus dem Spiel heraus, während der FC St. Pauli mit 2,45 deutlich mehr gefährliche Situation kreieren konnte. Bei den Standards dreht sich das Bild dagegen klar zugunsten der Kieler (0,80 zu 0,11 xG). Gleichzeitig liegen die Teams beim xGOT mit 2,06 zu 2,22 näher aneinander. Damit unterstreichen auch die Expected Goals den Eindruck aus dem ersten Statistikabschnitt: Kiel hatte mehr Ball, mehr Abschlüsse und mehr Kontrolle, schaffte es aber trotz der insgesamt guten Chancenqualität nicht, diese Überlegenheit in ein entsprechendes Ergebnis umzumünzen.
Aufgrund des Spielverlaufs waren die Spieler des FC St. Pauli nach der Partie allesamt geknickt. „Es ist sehr enttäuschend. Wir haben 2:0 geführt und dann ein bisschen zu schnell das 2:1 bekommen und dann auch noch fünf Minuten vor Schluss das 2:2, das ist nicht, wie ein Spiel laufen muss“, beschrieb Martijn Kaars sein Gefühl nach dem Spiel. Auch Louis Oppie war enttäuscht und erklärte, wie die zweite Halbzeit ablief: „Wir haben nicht mehr unser Spiel gemacht. Wir standen auf einmal tief, haben nur Kiel spielen lassen. Dann haben wir viele Ballverluste gehabt, sind nicht mehr in unsere Abläufe reingekommen und haben Kiel einfach stark gemacht.“ Kapitän David Nemeth war ähnlicher Meinung und hob noch einmal Kiels gefährliche Offensivaktionen hervor: „Sie sind tief in unsere Hälfte gekommen, haben gute Flanken schlagen können und dann müssen wir das einfach besser wegverteidigen.“
Doch auch wenn es wieder „nur“ ein Unentschieden war, gab es durchaus Verbesserungen im Vergleich zum letzten Spiel. David erklärte dazu: „Wir haben die Chancen mehr genutzt, die haben wir auch letztes Spiel schon gehabt, aber dieses Mal haben wir sie auch gemacht. Ich glaube, wir haben einfach viel Energie auf den Platz gebracht.“ Trotzdem, so erklärte es Kaars nach Abpfiff, ist die Ausbeute nach zwei Spieltagen „zu wenig“. Ein Eindruck, den sicher viele beim FC St. Pauli teilen.
Mit dem zweiten Unentschieden befindet sich der FC St. Pauli aktuell auf dem 13. Tabellenplatz. Sicherlich ist das nicht der Traumstart, aber es waren ja auch erst zwei Spieltage. Obwohl noch viel Luft nach oben besteht, kann man auch aus diesem Spiel positive Sachen mitnehmen. Martijn Kaars erklärte: „Wir müssen nur weitermachen und nächste Woche wieder Chancen kreieren.“ Das sollen sie im DFB-Pokal gegen Rot-Weiss Essen am Sonntag zeigen. Worauf wir uns jetzt schonmal freuen können, ist, dass ein Unentschieden nicht das Ergebnis des nächsten Spiels sein wird.
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