FC St. Pauli vs. VfL Wolfsburg 1:0 – Mutig, leidenschaftlich, wirkungsvoll | OneFootball

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·13. September 2026

FC St. Pauli vs. VfL Wolfsburg 1:0 – Mutig, leidenschaftlich, wirkungsvoll

Artikelbild:FC St. Pauli vs. VfL Wolfsburg 1:0 – Mutig, leidenschaftlich, wirkungsvoll

Was für ein Fußballabend! Der FC St. Pauli passt sein Spiel, seine Startelf und seine Formation radikal an und gewinnt verdient gegen den VfL Wolfsburg.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Es dürfte lange her sein, dass ein Spiel des FC St. Pauli so einen positiven Gesamteindruck hinterlassen hat. Der 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg war nicht nur aufgrund des Chancenverhältnisses verdient, sondern auch, weil die Spieler des FCSP von der ersten Sekunde an eine Leidenschaft an den Tag legten, wie man sie sich vom eigenen Team erträumt. Jede erfolgreiche Defensivaktion wurde bejubelt, auf dem Platz und von den Rängen. Und so wurde aus einem zu Beginn ausgeglichenem Spiel Stück für Stück eines, bei dem der FC St. Pauli immer besser wurde. Weil zusätzlich nicht nur die Einstellung stimmte, sondern auch der Matchplan.


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Mit dem Sieg gegen den VfL Wolfsburg beendete der FC St. Pauli eine inzwische quälend lang gewordene Sieglos-Serie. Entsprechend groß war die Erleichterung nach Abpfiff bei allen Beteiligten, dass es für eine gute Leistung nun endlich ein entsprechendes Ergebnis gab: Der verdiente LohnZur Spielerbewertung geht es hier entlang.

Die Aufstellung

Vor der Partie konnte mit zwei personellen Veränderungen gerechnet werden, mit den Startelfdebüts von Connor Metcalfe (für Branimir Hrgota) und Abdoulie Ceesay (für Martijn Kaars) nämlich. Doch es gab insgesamt fünf personelle Wechsel in der Startelf. Lars Ritzka ersetzte Tomoya Andō auf der linken Defensivseite, der kurzfristig aus erfreulichen privaten Gründen fehlte. Zudem fehlte Marcus Mathisen erkrankt. Für ihn kam Joel Fujita in die Startelf, allerdings nicht positionsgetreu.

Fünf Veränderungen beim FC St. Pauli

Die größte Überraschung vor Anpfiff war, dass auch Top-Scorer Taichi Hara nicht in der Startelf zu finden war, obwohl dieser nicht verletzungsbedingt passen musste. Marcel Rapp entschied sich dafür gegen Wolfsburg mit Youssoupha Niang zu starten, der eine hybride Rolle zwischen Sturmspitze und rechter Seite und damit eine sehr laufintensive Aufgabe einnahm. Rapp: „Wir haben jemanden gebraucht, der beim Anlaufen alle Wege nach hinten macht, der trotzdem Dynamik hat, um in die Tiefe zu gehen.“

Auch der VfL Wolfsburg rotierte personell kräftig. Cleiton ersetzte den gesperrten Angely in der Innenverteidigung. Für den verletzten Rexhbecaj rückte Svanberg in die Startelf und in der Offensive fehlte Glatzel erkrankt, Shiogai ersetzte ihn. Zudem saß Arnold auf der Bank, Damar startete im zentral offensiven Mittelfeld.(Falls ihr eine Grafik zur Aufstellung vermisst: Die dafür notwendige Software funktioniert so zuverlässig, wie das Offensivspiel der Wolfsburger in der zweiten Hälfte gefährlich war. Nämlich gar nicht.)

Alles anders – und der Plan geht auf

Direkt zu Spielbeginn wurde deutlich: Hier und und heute ist etwas anders. Nicht nur die Einstellung, sondern vor allem die Formation und das Pressingverhalten des FC St. Pauli waren verändert. Marcel Rapp entschied sich dazu, für diese Partie die eigene Spielweise radikal anzupassen und somit möglichst effektiv das Aufbauspiel der Wolfsburger zu stören und zudem auch zu eigenen Gelegenheiten zu kommen. Das beeindruckte vor allem deshalb, weil die Veränderungen tiefgreifend, fast schon radikal waren.

Eine ganz offensichtliche Veränderung gab es im Pressingverhalten des FC St. Pauli. In den Situationen, in denen der VfL Wolfsburg den Ball in der eigenen Hälfte hielt, wurde dieser konsequent von FCSP-Spielern angelaufen, das Pressing war fast durchgehend hoch und wurde während der Partie immer besser. Hierzu ordnete sich der FCSP in einer Art 4-1-4-1 an. Ceesay war die vordere Speerspitze des Pressings, dahinter agierten Niang (rechte Seite), Rasmussen und Metcalfe (entweder auf einer Linie oder Rasmussen hinter Metcalfe) und Fujita (linke Seite). Hinter diesen fünf Spielern agierte Smith als alleiniger Sechser. Das allerdings nur im hohen Pressing. Stand der FCSP mal tiefer, agierte Smith als zentraler Innenverteidiger. Die beiden Außenverteidiger waren, anders als sonst, nicht am hohen Pressing beteiligt.

Das ist nicht weniger als eine radikale Anpassung des Pressings, der Abläufe. Warum hat sich der FC St. Pauli zu dieser Anpassung entschieden? Rapp: „Wir haben den Gegner analysiert und gesehen, dass sie mit drei Spielern die ganze Kette binden würden. Deswegen haben wir uns entschieden mit vier Spielern zu verteidigen und Eric davor zu haben.“ Warum der FCSP-Cheftrainer sich deshalb entschied ausgerechnet mit Smith und nicht, wie üblich, mit den Außenverteidigern im Pressing nach vorne zu gehen? „Wir wollten mit Pyrka gegen Reese und Oppie gegen Bernhardsson einfach schnelle Spieler haben, wollten sie hinten lassen, sie nicht nach vorne schicken.“

Wolfsburg gelingt es nur zu Beginn, in den Zwischenraum zu kommen

Dieses Pressingverhalten war extrem spannend. Aber es wurde auch deutlich, vor allem in der ersten Halbzeit, dass es bei nicht konsequenter Umsetzung extrem gefährlich sein kann. Bekanntlich versucht der VfL Wolfsburg unter Strobl immer flache Lösungen. Auch gegen den FC St. Pauli und dessen hohes Pressing war das der Fall. Und es gelang den Wolfsburgern auch einige Male, das Pressing durch das Zentrum zu brechen. Besonders die Rolle von Damar war hier spannend, der sich oft sehr gut im Zwischenraum positionierte und Smith etliche Male entwischen konnte. Nahezu alle gefährlichen Offensivaktionen der Wolfsburger in der ersten Hälfte sind aus solchen Szenen entstanden. VfL-Trainer Strobl betonte entsprechend auch nach Abpfiff, dass man im ersten Abschnitt oft den Weg in den Zwischenraum gefunden habe.

Und aus diesen Szenen hätte durchaus auch das 1:0 fallen können, für Wolfsburg. Nachdem die Gäste das erste Mal durch das Pressing durchgebrochen waren, konnte Ritzka nur noch mit einem Foul helfen, Reese knallte den fälligen Freistoß an die Latte (3. Minute). Reese scheiterte zudem in der 20. Minute an Voll. In rund einer Handvoll weiteren Szenen gelang es den Wolfsburgern, das Pressing des FC St. Pauli zu brechen, doch laut Strobl fehlte dann oft der letzte Pass, um erfolgreich zu sein. Bei all dem Jubel und der Freude über den Erfolg des FCSP, der auch dank der Anpassungen gelang, muss unbedingt beachtet werden, dass es besonders in der ersten Hälfte durchaus die Möglichkeit gab, dass dieses Vorhaben scheitert. Wo kein Risiko, da kein Mut. Wie viel Mut aber dazugehört, das eigene Spiel so umzustellen, zeigt der umgedrehte Gedanke: Wie würde über dieses Pressingverhalten wohl geurteilt werden, wenn Wolfsburg eine der Szenen zum Torerfolg genutzt hätte, in denen Damar völlig frei im Zwischenraum aufdrehen konnte?

Artikelbild:FC St. Pauli vs. VfL Wolfsburg 1:0 – Mutig, leidenschaftlich, wirkungsvoll

Hauke Wahl hat sich seine Rückkehr ans Millerntor sicher etwas anders vorgestellt. Mit dem VfL Wolfsburg fand er nur in der ersten Spielphase zuverlässig den Weg in Richtung Tor des FC St. Pauli. Auf der anderen Seite hatten er und die anderen Verteidiger große Probleme mit dem vertikalen Spiel des FCSP.

// (c) Stefan Groenveld

Wolfsburger Offensivbemühungen zerschellen am FCSP-Pressing

Der FC St. Pauli hat also sicher auch ein wenig Glück gehabt, dass er zu Spielbeginn nicht in Rückstand geriet. Aber zum einen wurde das Pressing von Minute zu Minute besser und Wolfsburg gelang es zwar rund ein halbes Dutzend Mal, das Pressing zu brechen. Doch das ist ziemlich wenig im Vergleich zu dem, was Wolfsburg in den Spielen davor an erfolgreichen Durchbrüchen hatte. Auf zehn Abschlüsse kam Wolfsburg insgesamt in dieser Partie. Der vorherige Negativwert der Wolfsburger lag bei 17 Abschlüssen. Bisher lag der durchschnittliche xG-Wert der Wolfsburger bei 2,8 pro Partie. Gegen den FC St. Pauli kam der VfL auf einen Wert von 0,9. Die Trainer sämtlicher anderer Zweitligisten dürften sich das Pressingverhalten des FCSP gegen Wolfsburg sehr genau anschauen, weil es als Blaupause dienen dürfte, wie man die Wolfsburger vor Probleme stellen kann.

Mit diesem Pressingverhalten gelang es dem FC St. Pauli also, den Wolfsburger Dogmatismus (immer flach eröffnen) gegen ihn selbst anzuwenden. Zwar wurde es potenziell brandgefährlich, wenn es Wolfsburg gelang, das Pressing des FCSP zu brechen. Aber viel häufiger als ein aufdrehender Wolfsburger im Zwischenraum sah man in dieser Partie einen Ballgewinn des FC St. Pauli in der Hälfte des Gegners, der so auch zu einigen guten Gelegenheiten kam. Der FC St. Pauli zerstörte mit seinem Verhalten also nicht nur das Wolfsburger Spiel, sondern nutzt dessen Schwächen auch aus. Chapeau!

Und damit kommen wir endlich, nachdem wir uns nun eine halbe Ewigkeit mit dem Pressing des FC St. Pauli befasst haben, zu den Offensivabläufen des Teams. Auch hier gab es einige Anpassungen zu beobachten. Smith agierte auch offensiv auf der Sechs, ließ sich im Aufbau aber auch ab und an zwischen die Innenverteidiger fallen. Diese Partie war quasi die Rückkehr von Smith als „perfektem Hybriden“, der je nach Spielsituation entweder ein Sechser oder ein zentraler Innenverteidiger war. Gerne mehr davon!

FC St. Pauli offensiv: Viel Ceesay, wenig Pyrka

Je nachdem, ob Smith zwischen den Innenverteidigern aufbaute oder als Sechser, verhielten sich auch Rasmussen und Fujita verändert. Stand Smith tiefer, agierten sie auf der Sechs. Stand Smith höher, agierten sie als Achter – und vor allem Fujita interpretierte diese Rolle sehr fluide. Er besetzte nämlich oft einfach auch offensiv die Position auf der linken Seite oder im linken Halbraum. Auffällig war zudem, dass vor allem Pyrka im Aufbau viel weiter hinten stand als zuletzt. Während Oppie in Ballbesitzphasen immer wieder vorschob und Fujita sich auch mal auf die Linksverteidiger-Position fallen ließ, blieb Pyrka auf der anderen Seite auf seiner Position kleben. Rapp erklärte nach Abpfiff, warum der Rechtsverteidiger seine Position hielt und hatte ein Lob für ihn übrig: „Fabian Reese ist ein guter Umschaltspieler. Wir haben gesagt: Pyrka kann sich schon vorne mit einschalten, muss aber die Momente finden, soll nicht jedes Mal mit nach vorne laufen. Das hat er gut gemacht.“ Die Zahlen zeigen: Pyrka hat es sehr gut gemacht, eroberte die meisten Bälle aller Feldspieler zurück.

Die Positionierung des FC St. Pauli war also anders, als sie vielleicht erwartet werden konnte. Die grundsätzliche Idee, wie man erfolgreich sein möchte, war aber durchaus erwartet worden. Connor Metcalfe erklärte nach der Partie, dass es ein zentraler Teil des Matchplans gewesen sei, möglichst schnell und vertikal zu spielen, immer möglichst direkt die Tiefe zu suchen. Auch hierzu wurde sich entsprechend positioniert (und ja auch demnach personell aufgestellt): Mit Ceesay und Niang lauerten zwei temporeiche Spieler dauerhaft auf Tiefenläufe. Diese waren auch immer mal wieder erfolgreich, weil der VfL Wolfsburg in letzter Linie mannorientiert verteidigte und das Offensiv-Duo des FCSP Tempovorteile besaß. Und weil Ceesay einfach sooo einen krassen Entwicklungssprung gemacht hat. Wow!

FCSP besser, je länger Partie andauert

In der ersten Hälfte waren die Chancen für Tore vorhanden – auf beiden Seiten. Es ist ein echtes Offensivfeuerwerk gewesen, die Partie nahm sich keine Auszeiten. Wolfsburg wurde mit zunehmender Spieldauer aber immer ungefährlicher: Fünf der zehn VfL-Abschlüsse in dieser Partie gab es in den ersten 20 Spielminuten. Der FC St. Pauli hingegen wurde immer besser. War die Anfangsphase noch ausgeglichen, so war der FCSP in den letzten 20 Minuten der ersten Hälfte tonangebend. Am Ende standen 6-1 Ecken und auch bei den xG-Werten war der FCSP leicht vorne. Interessant war vor allem die Pass-Statistik: Wolfsburg spielte fast doppelt so viele Pässe wie der FC St. Pauli (304 zu 160), aber war dabei nur ein Scheinriese. Denn die meisten dieser Pässe gab es in der eigenen Hälfte, in der gegnerischen Hälfte spielte Wolfsburg 99 erfolgreiche Pässe, der FCSP 72 – der viele Ballbesitz brachte den Wolfsburgern also nur wenig.

Marcel Rapp betonte nach dem Spiel, dass man in der zweiten Hälfte das eigene Pressing „konsequenter“ durchgezogen habe, dass es gelungen sei, „mehr Druck auf den Ball“ zu erzeugen. Dem VfL Wolfsburg gelang es entsprechend viel seltener, das Pressing zu überspielen und offensiv gefährlich zu werden. In der 47. Und 54. Minute kamen die Gäste jeweils nach Standardsituationen zu zwei Abschlüssen (besonders jener von Fischer in der 54. war gefährlich). Das wars. Im Anschluss hatte der VfL Wolfsburg keinen einzigen Abschluss mehr in der Partie. Der FC St. Pauli kontrollierte die so hochgelobte Offensive der Gäste mit seinem Pressing zuverlässig. Und wenn es mal brenzliger wurde, dann war die Leidenschaft und Intensität mit der verteidigt wurde, beeindruckend. Für diese Leistung hat der FCSP genau das bekommen, was er verdient hat: Kein Gegentor.

Ein wahrer Rausch

Sowieso war die Leistung in dieser zweiten Hälfte bemerkenswert: Das, was der FC St. Pauli zwischen der 55. und 70. Minute spielte, war nach meinem Empfinden mit das Beste, was man seit langer Zeit am Millerntor gesehen hat. Mutig mit und gegen den Ball, griffig in den Zweikämpfen, kreativ im Offensivspiel. Die erste Hälfte hat bereits Spaß gemacht, hat bereits gezeigt, dass die mutigen Entscheidungen die richtigen waren. Aber in der zweiten Hälfte entfaltete sich erst die volle Wucht, die der FC St. Pauli in dieser Formation, mit diesem Matchplan und diesem Personal auf den Rasen bekommen wollte. Es war überragend und spätestens in dieser Phase war klar: Der Mut, für diese Partie alles radikal anzupassen, er hat sich gelohnt. Der FC St. Pauli war das klar bessere Team und diese Leistung verdient eigentlich drei Punkte. Was fehlte: Eigene Treffer.

Nach 70 Minuten ließ der Offensivdruck des FC St. Pauli etwas nach, sicherlich auch weil die Beine und der Kopf langsam müde wurden. Von Wolfsburg kam offensiv sowieso nichts mehr, vom FCSP aber auch immer weniger. Als man sich langsam aber sicher auf ein torloses Unentschieden einzustellen begann, belohnte sich der FC St. Pauli dann aber doch noch:

Auch noch in der 88. Minute setzte Ceesay extrem stark nach, lief seinen Gegenspieler Adjetey im Pressing druckvoll an, nachdem dieser einen Rückpass von Wahl erhalten hatte. Adjetey verlor den Ball an Ceesay, der ihn auch körperlich stark unter Druck setzte. Ein Foul von Ceesay? Eher nicht, vor allem nicht, wenn man die großzügige Linie vom Schiedsrichter berücksichtigt. Doch Adjetey setzte nach, er konnte Ceesay den Ball noch von den Füßen spitzeln. Allerdings ging dieser dann direkt in die Füße von Fujita, der ebenfalls auch noch spät in dieser Partie druckvoll am Pressing mitwirkte. Fujita brachte sich vor dem Strafraum in Position, entschied sich gegen den Pass auf den mitgelaufenen Oppie und schoss stattdessen selbst den Ball in Richtung Tor. Erneut war Adjetey entscheidend beteiligt. Er fälschte den Schuss von Fujita entscheidend ab. BÄM!

Artikelbild:FC St. Pauli vs. VfL Wolfsburg 1:0 – Mutig, leidenschaftlich, wirkungsvoll

Der spielentscheidende Zweikampf: Abdoulie Ceesay gewinnt gegen Jonas Adjetey den Ball. Sekunden später findet der Abschluss von Joel Fujita den Weg ins Tor des VfL Wolfsburg, es ist der verdiente Siegtreffer für den FC St. Pauli.

// (c) Stefan Groenveld

So darf es weitergehen!

Der Rest ist großer Jubel gewesen. Der FC St. Pauli gewinnt gegen den VfL Wolfsburg – und das nicht etwa glücklich, sondern verdient. Die mutigen Entscheidungen in Sachen Personal, Formation und Spielidee wurden mit dem ersten Saisonsieg belohnt. Und es wurden gefühlt unendlich viele Geschichten geschrieben. Von Eric Smith, der wieder zu der Rolle zurückfand, die ihn soo stark gemacht hat. Er gewann sieben von acht Zweikämpfen, fing sieben Pässe ab und in diesem Fahrwasser gelang es auch David Nemeth zu glänzen, der 14 Ballklärungen hatte und damit die meisten aller Feldspieler.  Von Connor Metcalfe, der erstmals von Anfang an die Rolle des Zehners spielte, fünf Chancen herausspielte, gefährliche Standards schlug und unter seine Leistung das wohl größte Ausrufezeichen setzte, das er jemals im Trikot des FC St. Pauli gesetzt hat. Von Abdoulie Ceesay, der 90 Minuten lang für die Wolfsburger Hintermannschaft kaum zu halten war, die meisten Zweikämpfe aller Spieler führte und dem ein großer Teil des Siegtreffers gehört. Und natürlich von Joel Fujita, der nach zweimaliger Nicht-Berücksichtigung vor allem in der zweiten Hälfte wieder das zeigte, was FCSP-Fans zu Beginn der letzten Saison so sehr begeisterte.

Alles, das Spiel, die Stimmung und der Verlauf zeigen: Nachdem der FC St. Pauli bisher für gute Leistungen zu wenig Punkte bekommen hat, bekommt er mit dem Erfolg gegen Wolfsburg nun nicht nur drei Punkte, sondern auch einen emotionalen Boost. Dieses Spiel hat viel zurückgegeben nach Monaten der Tristesse, was es nicht weniger emotional und erfreulich macht. Das war Fußball, wie man sich ihn eigentlich immer wünscht: Mutig und leidenschaftlich, attraktiv und wirkungsvoll. So darf und soll es weitergehen.

Immer weiter vor!// Tim

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