MillernTon
·7. April 2026
FCSP vs. FCU „Wie viel der Punkt wert ist, sehen wir am Ende der Saison“

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Ein 1:1 im Auswärtsspiel, schwache Statistiken und die Aufmunterung, dass der FC St. Pauli weiterhin alles in der eigenen Hand hat. Die Stimmen und Statistiken zum Spiel gegen Union Berlin.(Titelfoto: Ronny Hartmann/Getty Images/via OneFootball)
Sonntag-Nachmittag, 15:30 Uhr, der Tabellen-10. und Tabellen-16. trennen sich 1:1. Nach einer schwierigen ersten Viertelstunde kontrollierte der FC St. Pauli das Spiel etwas mehr und ging in der 25. Minute durch ein Traumtor von Mathias Pereira Lage in Führung. Durch Freistoß und Abpraller am Gegenspieler landete der Ball beim Torschützen, der aus 25 Metern einfach mal abzog. Das Tor brachte den gewünschten Push mit sich und die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Blessin kam deutlich besser ins Spiel. Nach der Halbzeit war Union klarer und spielte sich einige Standards heraus. Eine solche Situation nutzte Stürmer Andrej Ilic und köpfte ins linke Eck ein. Von da an wurde das Spiel dem Ergebnis gerecht und bei beiden Mannschaften ging weniger. Irvine holte sich in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte ab, er kam zwei Mal gegen Schäfer zu spät und wird sich mit dieser Entscheidung abfinden müssen. Am Ende steht ein klassisches Remis, ein Ergebnis, bei dem der FC St. Pauli vielleicht sogar etwas glücklicher wegkommt.
Der Cheftrainer des 1. FC Union Berlin zeigte sich in seinem Statement weder unglücklich noch sehr zufrieden: „Ich würd es zwiegespalten sehen, es ist ein Teilerfolg den wir gerne mitnehmen. Wir hätten natürlich vor dem Spiel gerne mehr gehabt. Ich glaube, das kann sich jeder vorstellen. Aber das gilt auch für beide.“ Er lobte die FCU-Spieler für ein gutes, klares Spiel, so wie sie sich ihren Fußball vorstellen. Bei der ein oder anderen Aktion wünschte er sich noch ein bisschen mehr Klarheit und ging dabei speziell auf die Momente ein, wo der Ball im Strafraum runterkommt und dann eine Entscheidung getroffen werden muss. Ebenfalls stelle er sich die Umschaltsituationen besser vor, da gingen sie „immer noch einen Schritt zu viel oder einen Schritt zu langsam“, erklärte Baumgart. Auch über den Gegner verlor der Trainer noch ein paar Worte: „Wenn ich gegen St. Pauli auflaufe, egal ob die hinter uns sind, dann weiß ich, das ist eine Mannschaft, mit der wir auf Augenhöhe agieren. Das sind also Spiele, die durch Kleinigkeiten entschieden werden. Der erste Schuss ist ein Treffer, dann bist du froh, dass du dann wieder zurückkommst und das 1:1 machst.“ Abschließend erklärte Baumgart: „Ich glaube am Ende ist es ein verdientes 1:1, was uns genauso hilft, unsere Ziele zu erreichen und deswegen nehmen wir es genauso mit.“
Alexander Blessin wirkte genau wie Baumgart weder happy noch extrem unzufrieden, eher dem Spiel entsprechend. Auch er nutzte er den Begriff „gespalten“ in seiner Zusammenfassung des Spiels. „Die ersten 15-20 Minuten müssen wir einfach überstehen, weil da sehr viel Druck und sehr viel Kraft und Power kommt mit ihrem schwungvollen Spiel“, erklärte Blessin zur Anfangsphase der Partie. Weiter beschrieb er, dass besonders die Stimmung das Ganze sehr gepusht hätte und sie so nach dieser Anfangsphase das Tor machen konnten: „Das hat uns natürlich ein bisschen Sicherheit gegeben.“ Außerdem betonte er nochmal die Power hinter dem Schuss von Pereira Lage und erzählte: „Wenn ich damals so einen Schuss gehabt hätte, dann hätte es vielleicht für eine bessere Karriere gelangt.“ Desweiteren hob er hervor, wie froh er sei, dass Mathias sich endlich mal belohnen konnte. Über die zweiten 45 Minuten und den Ausgleichstreffer sagte er, sein Team und er „wussten genau um die Stärke natürlich von den Standards, von den Einwürfen. Ich glaube, in der Summe waren es dann sieben Eckbälle, wo wir eigentlich sechs davon ganz gut verteidigt haben.“ Zum Schluss erklärte Blessin: „In der Summe nehmen wir den Punkt mit. Zufrieden ist immer das falsche Wort, aber der Punkt hilft uns auf jeden Fall“.
Die Statistiken zeigen nicht gerade St. Paulis Schokoladenseite. Es gibt nur wenige Kategorien, in der die Mannschaft besser als Union Berlin ist. Besonders hoch ist der PPDA-Wert. Passes allowed Per Defense Action zeigt an, wie viele Pässe das gegnerische Team in der eigenen Hälfte und in einem kleinen Teil der Hälfte des Gegners spielen „darf“, bevor die verteidigende Mannschaft eingreift, in Form einer Defensivaktion. Ein niedriger Wert steht dabei für eine eher höhere Pressingintensität. Höhere Zahlen, wie dieses Mal beim FC St. Pauli, zeigen passives und abwartendes Defensivverhalten. Der Durchschnittswert in dieser Saison von Blessins Team liegt bei 17,7, gegen Union wurden deutlich mehr Pässe zugelassen (PPDA: 26,4). Bereits sechsmal lag St. Pauli schon über den 26,4 PPDA, zwei dieser Spiele wurden verloren, es gab ein Unentschieden und drei Siege. Ebenfalls spannend sind die Ballkontakte im gegnerischen Strafraum: Union kam 32-mal im Strafraum des FC St. Pauli an den Ball, das ist auch nicht gerade wenig. Viel mehr heißt es aber, dass sie nicht nur viele Pässe im Unioner Angriff zuließen, sondern den Gegner auch des Öfteren bis in den eigenen Strafraum haben kommen lassen.
Bei den xG-Statistiken sieht es auch nicht gerade prickelnd aus. Ganz im Gegenteil, denn hier ist eindeutig eine schwache Offensive zu erkennen. Von acht Torschüssen ging genau der eine aufs Tor, der zum 1:0 für den FC St. Pauli führte, mit einem xG-Wert von 0,12. Keiner der anderen Schüsse übertraf diesen Wert, es fehlte dem FCSP also an hochkarätigen Chancen. Und wenn man sich Union Berlins 2,98 xGOT anschaut, muss man schon fast dankbar für das 1:1 sein. Vielleicht war das Unentschieden doch etwas glücklicher als gedacht?
Hauke Wahl erklärte, dass der FC St. Pauli das Spiel in den ersten Minuten ein bisschen mitgespielt habe: „Ich finde, dass wir ok gut ins Spiel gekommen sind. Wir wussten um die Stärken Unions, wir wussten wie sie spielen“. Weiter beschrieb er: „Nach dem Tor haben wir eine Phase, wo wir guten Fußball spielen, wo wir endlich mal unser Spiel durchdrücken.“ Diese Phasen fehlten in der zweiten Halbzeit vermehrt. Nikolaj Vasilj, der mal wieder mit einigen Top-Paraden glänzte, aber auch einen großen Wackler hatte, erklärte: „Es war das Spiel, das wir auch erwartet haben, mit vielen langen Bällen und vielen Zweikämpfen.“ Auch er war der Meinung, dass sie in der zweiten Hälfte nicht zu ihrem Spiel gefunden haben und dass dies der Grund für das Ergebnis sei: „Offensiv kam zu wenig von uns. Unsere Leistung hätte besser sein können, deshalb können wir mit dem einen Punkt zufrieden sein.“ Wahl fügte dem hinzu: „Unterm Strich sollten wir mit dem Punkt leben.“
Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich ein bisschen die Schnauze voll davon, immer zu sagen, dass wir den Punkt mitnehmen und weiterhin alles in der eigenen Hand haben. Klar, wenn du in der Tabelle 16. Platz stehst, dann vergeht die Lust nach Positivität einfach. Natürlich hat Hauke Wahl aber total Recht, wenn er sagt: „Wir haben weiterhin alles in der eigenen Hand“. Darum geht es immer noch und das wird auch in den nächsten Wochen das Thema sein, denn noch kann man sich auf jeden Fall aus eigener Kraft in der Liga halten. Nur das müsste auch bald passieren. Doch der Punkt hilft selbstverständlich trotzdem. Ganz nach dem Motto: Einer ist besser als keiner. Wahl sagte diesbezüglich: „Wie viel der Punkt wert ist, sehen wir am Ende der Saison.“ Ein kleiner Mutmacher in der Tabelle ist der Abstand auf die Wolfsburger. Die kämpfen momentan auch gegen den Abstieg, liegen allerdings vier Punkte hinter dem FC St. Pauli. Dazu kommt zudem eine schlechtere Tordifferenz und ganz simpel der Fakt, dass sie jetzt wohl zwei Spiele mehr als der FCSP gewinnen müssen, um es mindestens in die Relegation zu schaffen. Dafür wird der letzte Spieltag (Wolfsburg ist am Millerntor zu Gast) nun nicht mehr ausreichen. Aber auch der Blick nach oben kann Mut machen: Köln (15.) liegt nur zwei Punkte entfernt und Werder Bremen (14.) auch nur drei. Es gibt somit definitiv noch die Chance, hier was rumzureißen.
// Nike
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