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·23. Juni 2026
Fluch oder Mythos? Was die Geschichte des 1. FC Köln über das zweite Bundesligajahr verrät

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Andreas Breuer
23 Juni, 2026
Laut einer alten Fußballweisheit ist die zweite Saison die kniffligste. Die Zahlen sprechen aber eine andere Sprache: Bis 2025/26 stiegen 43 Prozent der Bundesliga-Aufsteiger direkt wieder ab, während lediglich 19 Prozent nach der zweiten Spielzeit in Liga Zwei zurückkehrten. Auch Köln hat die zweiten Bundesligajahre meistens überstanden.

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Ende der 90er Jahre mutierte Ewald Lienen zur Kölner Kultfigur: Zunächst führte er die Geißböcke in der Saison 1999/00 aus dem Tal der Tränen zurück in die Bundesliga. Dort erreichte er mit seiner Mannschaft im ersten Jahr den zehnten Tabellenplatz – und damit den sicheren Klassenerhalt. Von Dauer war dieses scheinbar perfekte Match allerdings nicht. In der Spielzeit 2001/02 verzettelte sich Lienen in Köln und bekam nach dem 19. Spieltag und einer Negativserie die Papiere. Eine Kehrtwende war das freilich nicht: Der 1. FC Köln stieg trotz teurer Transfers und Leihen von Spielern wie Marco Reich, Marc Zellweger, Rigobert Song und Lilian Laslandes ab – und das zum ersten und einzigen Mal in der Vereinsgeschichte im verflixten zweiten Bundesligajahr.
Unterdessen musste der Effzeh nach den Aufstiegen 2003 und 2005 schmerzhaft erfahren, dass die erste Saison für Bundesligaaufsteiger oft die gefährlichste ist. Weder Trainer wie Friedhelm Funkel, Marcel Koller, Uwe Rapolder und Hanspeter Latour noch kölsche Spieler-Ikonen wie Podolski, Lottner, Scherz oder Cullmann konnten die direkten Abstiege nach nur einem Jahr im Fußball-Oberhaus verhindern.
Runder lief es für die Kölner dagegen in der zweiten Saison nach der Bundesligarückkehr 2008. Und das, obwohl Christoph Daum „seinen“ FC vor der Spielzeit 2009/10 überraschend Richtung Fenerbahçe Istanbul verlassen hatte und sein Nachfolger Zvonimir Soldo einen Fehlstart nach Maß hinlegte: ein Punkt aus den ersten fünf Spielen – am Geißbockheim schrillten mal wieder sämtliche Alarmglocken.
Doch Soldo bekam die – nicht gerade pflegeleichte – Truppe um Typen wie Faryd Mondragón, Miso Brecko, Petit, Maniche, Milivoje Novakovic und den mal wieder heimgekehrten Lukas Podolski in den Griff. Der FC überstand die schwere zweite Saison mit 38 Punkten (13. Tabellenplatz) nach anfänglichen Fehlzündungen am Ende unfallfrei. Der Crash mit reichlich schwarzem Rauch und dem Gang in Liga Zwei folgte dann ‚erst‘ nach dem vierten Bundesligajahr 2011/12.
Im zweiten Jahr nach dem fünften Aufstieg (2014) brachte FC-Coach Peter Stöger dann Historisches zustande: Der 1. FC Köln erreichte mit 43 Zählern und dem neunten Rang einen einstelligen Tabellenplatz. Das hatte es in der Domstadt zuletzt 24 Jahre vorher gegeben: Damals hieß der Kölner Trainer Jörg Berger und der FC qualifizierte sich für den UEFA-Cup. Ein ähnliches Kunststück gelang Stöger dann 2016/17 im dritten Bundesligajahr, als er sein Team um Horn, Heintz, Höger und Hector in die Europa League führte. Doch weil Freud und Leid in Köln bekanntlich eng verknüpft sind, ließ der Absturz nicht lange auf sich warten: 2018 fuhr der Fahrstuhl mit den Geißböcken an Bord wieder eine Etage tiefer – erneut nach vier Jahren in der ersten Liga.
2020/21 spielte der 1. FC Köln dann seine bis dato letzte zweite Saison nach einem Aufstieg (2019). Und diese Spielzeit war so prekär, wie es die alte Fußballweisheit prophezeit. Denn es brauchte ein Kopfballtor von Sebastiaan Bornauw am letzten Spieltag gegen Schalke, zwei Relegationsspiele gegen Kiel und ganz viel Friedhelm Funkel, um dem erneuten Abstieg mit einem blauen Auge davonzukommen.
In der nächsten Saison geht der FC nach dem Aufstieg 2025 einmal mehr in ein zweites Bundesligajahr. Sowohl statistisch gesehen als auch mit Blick auf die Vereinshistorie spricht einiges dafür, dass Köln die Klasse halten kann. Damit das aber auch faktisch eintrifft, ist Thomas Kessler gut beraten, in diesem Sommer noch einige Kader-Schwachstellen zu beseitigen. Und FC-Coach René Wagner wird beweisen müssen, dass er tatsächlich in der Lage ist, den 1. FC Köln dauerhaft in der obersten Spielklasse zu etablieren.







































