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Matti Peters·8. Mai 2026
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Matti Peters·8. Mai 2026
"Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali." Mit diesen deutlichen Worten überraschte Bundestrainer Julian Nagelsmann Anfang März im Gespräch mit dem 'kicker'.
Nicht wenige interpretierten die Aussagen als eine Art WM-Freibrief für den 31-Jährigen. Ein Vertrauensvorschuss, der in Fan- und Medienkreisen auf viel Unverständnis stieß. Reaktionen, die Goretzkas Standing sowohl bei Anhängern des FC Bayern als auch bei den DFB-Fans ziemlich gut beschreiben.
📸 ALEXANDRA BEIER - AFP or licensors
Er ist nicht der große Publikumsliebling, der gefühlt nichts falsch machen kann. Vor allem in den letzten beiden Jahren wurde vieles in seinem Spiel kritisch gesehen. Aber nicht nur bei den Anhängern, sondern auch im Verein. Die Verantwortlichen des FC Bayern legten ihm in den vergangenen Transferperioden immer wieder nahe, dass er sich einen neuen Klub suchen könne und ein Verbleib mit wenig Spielzeit verbunden wäre.
Aber Goretzka ist nicht nur auf dem Platz ein Kämpfertyp. Er entschied sich dafür, die Rolle des Herausforderers anzunehmen, verhielt sich professionell, gab Vollgas im Training und war immer da, wenn er gebraucht wurde.
Das imponierte auch den Klubverantwortlichen: "Als wir vor eindreiviertel Jahren gesagt haben, es kann schwer werden, hat er die Saison sehr gut gespielt, im Sommer, als wir gesagt haben, es kann schwer werden, hat er sich zurückgekämpft. Im Winter hat er sich entschieden, beim FC Bayern zu bleiben – und er hat ein gutes Näschen gehabt", erklärte Max Eberl am vergangenen Samstag nach dem 3:3 gegen Heidenheim, bei dem Goretzka ein Doppelpack gelang, in einer Medienrunde.
Es ist diese Hartnäckigkeit, die Goretzka einerseits in Zweikämpfen auf dem Platz, aber vor allem auch im Umgang mit Tiefschlägen in seiner Karriere auszeichnet. Diese Widerstandsfähigkeit muss auch großen Eindruck beim Bundestrainer hinterlassen haben.

Nachdem Nagelsmann ihn überraschend vor der Heim-EM 2024 ausbootete, hatten wohl nur die wenigsten mit einem DFB-Comeback unter dem gleichen Trainer gerechnet. Und doch spielte Goretzka eine tragende Rolle in der WM-Quali.
Zu Nagelsmann habe er indes schon zu dessen Trainerzeit in München "eine spezielle Verbindung gehabt", die letztlich auch "eine schwierige Zeit bei der EM, als wir natürlich schon auch unterschiedlicher Meinung waren", überdauerte. "Da bin ich auch ein Stück weit stolz, dass wir das zusammen ausgeräumt haben", erklärte Goretzka vor ein paar Monaten.
Den Vertrauensvorschuss, den er im März durch Nagelsmanns markante Worte erhielt, konnte Goretzka vor allem in den letzten Wochen stetig zurückzahlen. Seit der Bekanntgabe seines Abschieds beim FC Bayern im Januar zeigte die Formkurve des Mittelfeldspielers immer häufiger nach oben. Zuletzt stand er in der Bundesliga sogar sechs Partien in Folge in der Startelf und steuerte sechs Torbeteiligungen in den vergangenen acht Einsätzen bei.
Er kommt also pünktlich für die großen Saison-Highlights wieder so richtig in Topform. Auf Klubebene, aber auch im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in knapp fünf Wochen, bei der ihm der Bundestrainer eine wichtige Rolle zugedacht hat.
Bis dahin soll auch Goretzkas neuer Arbeitgeber feststehen. An Optionen mangelt es offenbar nicht. Das bestätigte auch Bayerns Sportvorstand Max Eberl kürzlich der 'Bild': "Es überrascht mich nicht, dass er viele Anfragen hat, weil er ablösefrei, deutscher Nationalspieler und ein sehr guter Spieler ist [...] Sein Weg wird in einer europäischen Top-Mannschaft weitergehen.“
📸 Christof Koepsel - 2025 Getty Images
Als heißeste Interessenten wurden zuletzt die AC Milan und Juventus gehandelt. Im vergangenen Winter scheiterte zudem Arsenal mit einem Angebot am Deadline Day, und auch Atlético wurde in der Vergangenheit großes Interesse an Goretzka nachgesagt. Er selbst scheint offen für ein Abenteuer im Ausland. Das betonte er im Rahmen der Bekanntgabe seines Bayern-Abschieds: "Ein Schritt raus wäre auch ein Schritt für meine Persönlichkeitsentwicklung. Etwas Neues kennenzulernen, das würde auch mein Leben bereichern."
Und sollte es bis zum WM-Start noch keine Entscheidung für einen neuen Verein geben, könnte Goretzka ja die ganz große Fußballbühne nutzen, um noch mehr potenzielle Arbeitgeber auf den Plan zu rufen. Im Verein verhalf ihm diese Situation zuletzt ja auch zu Topleistungen.
📸 ALEXANDRA BEIER - AFP or licensors
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