liga3-online.de
·16. Juli 2026
Fortuna Düsseldorf: Das Drittliga-Schwergewicht nimmt Fahrt auf

In partnership with
Yahoo sportsliga3-online.de
·16. Juli 2026

Allmählich, ganz allmählich kommt Fortuna Düsseldorf nach dem Abstieg in die 3. Liga wieder auf die Beine. Und nicht nur der wachsende Kader macht Mut: Allen voran die besondere – und in diesem Maße nicht erwartbare – Fan-Unterstützung sorgt für Aufsehen. Für die Spielklasse ist der "Stargast" vom Rhein die größtmögliche Attraktion, die Rekorde purzeln lassen könnte.
Der Umgang mit Superlativen sollte stets ein vorsichtiger sein. Nein: Fortuna Düsseldorf ist nicht der größte Klub Deutschlands. Und nein, der Abstieg von F95 wird die 3. Liga nicht in ihren Grundfesten erschüttern, allerorts automatisch für ausverkaufte Stadien sorgen. Kurzum: Die Nummer wird nicht ganz so groß, wie es etwa ein Abstieg von Schalke 04 – der im Frühjahr 2025 gar nicht mal so unwahrscheinlich daherkam – gewesen wäre. Der womöglich größte Verein, der je eine Stippvisite in dieser 3. Liga machte, könnte die Fortuna aber sehr wohl sein.
Schließlich gastieren die 19 Drittliga-Rivalen nicht nur im größten (dauerhaft als Heimspielstätte genutzten) Stadion, seit es die 3. Liga gibt. Vielmehr deutet so einiges darauf hin, dass die 54.600 Plätze der Merkur-Spielarena auch zu einem sehr ordentlichen Teil gefüllt sein werden und damit ein weiterer Rekord fällt. Aktuell steht der Zuschauerrekord bei 50.095 Besuchern – aufgestellt im Mai 2009 beim Heimspiel von Fortuna Düsseldorf gegen Werder Bremen II.
17.000 verkaufte Dauerkarten! Diese Zahl vermeldete die "Rheinische Post" vor dem vergangenen Wochenende. Und ganz gleich, ob nun noch wenige oder viele hinzukommen: Dieser Wert ist schon jetzt ein Rekord, unerreicht selbst von Größen wie Kaiserslautern oder Dresden. Mehr als 75 Prozent der bisherigen rund 20.000 Jahresticket-Inhaber haben den Rot-Weißen damit die Treue gehalten, dazu bereits mindestens 2.000 Fans trotz Abstieg neu abgeschlossen. Die neue Realität wird die Fortuna dabei bereits früh in der Saison einholen: Am 2. Spieltag gastiert die Reserve der TSG Hoffenheim II am Rhein, am 3. Spieltag die U21 des VfB Stuttgart. Angesichts wohl geschlossener Gästeblöcke obliegt es schon dort umso mehr dem Heimpublikum, ihrem komplett neu zusammengestellten Kader den Auftakt ins Jahr so leicht wie möglich zu machen.
Ob Großaspach oder Havelse, ob Wiesbaden oder Regensburg: Über den Zuspruch an den Tageskassen wird an den meisten Tagen nicht mehr der Gegner, sondern rein das sportliche Abschneiden entscheiden. Die Grundlage für künftigen Erfolg soll derzeit Sportchef Samir Arabi legen – und dieser liefert dafür bereits reichliche Arbeitsnachweise ab. Innenverteidiger-Talent Felix Meiser (19/FC Augsburg) wurde kürzlich mit einigen Vorschusslorbeeren als bereits 13. Neuzugang an den Flinger Broich gelotst.
Spieler wie Dominique Heintz (1. FC Köln), Jorrit Hendrix, Yassine Bouchama (beide Münster), Jomaine Consbruch (Fürth) und Fabian Schleusener (Karlsruhe) kommen mit teils erheblicher höherklassiger Erfahrung. Und Talente wie Lukas Eixler (22/Zwickau), Miguel Goncalves (21/Homburg) oder eben Meiser kommen aus ganz anderen Regalen als früher. Eine angenehme Abwechslung für manchen Fortunen, der in der Vergangenheit horrende Transfer-Sommer erlebt hat.
Mit 25 Akteuren ist der Kader zwar noch nicht komplett. Doch die Sorge aus dem Mai, sportlich infolge des Abstiegs zu lange nicht wirklich handlungsfähig zu sein, war unbegründet. Ja: Fortuna hat zeitliche Nachteile kompensieren müssen. Doch Trainer Alexander Ende hat Wunschspieler und -positionen im Kader bereits fast überall doppelt besetzt: Seine enge Mittelfeldraute im 4-4-2 und der damit einhergehende Verzicht auf Flügelspieler ist in der Kaderstruktur längst ablesbar. Mit den verbliebenen Tim Oberdorf und Matthias Zimmermann sowie Heintz, Hendrix und Schleusener steht eine umfangreiche erfahrene Achse parat. Auch wenn jedem Team Zeit eingeräumt werden muss, in gemeinsame Abläufe zu kommen, so könnten die Voraussetzungen deutlich schlechter aussehen.
Mit deutlich über 20.000 Fans pro Heimspiel im Rücken wird sich die 3. Liga zumindest für die Fortuna am Spieltag kaum anders anfühlen als das Jahr zuvor. Nicht anders wird es am Freitagabend des 7. August sein, wenn Düsseldorf in Mannheim gastiert – natürlich ließ sich der DFB die Chance nicht entgehen, F95 sogleich mit dem Eröffnungsspiel nach 17 Jahren zurück in der Drittklassigkeit zu begrüßen. Eine ganze Tribüne fest in roter Hand, eine tolle Kulisse, vielleicht ist das Carl-Benz-Stadion ja sogar ausverkauft?
Doch sowohl aufgerüstete Mannheimer als auch die spielstarken Profi-Reserven werden zur ersten Nagelprobe für Alexander Endes hochwertige Spielidee. Es folgen das erwartete "Heimspiel" bei Fortuna Köln – und bereits am 5. Spieltag das Straßenbahnderby gegen Mitfavorit MSV Duisburg. Samt europapokal-würdiger Atmosphäre vor, darauf lässt sich jetzt schon festlegen, rund 50.000 Zuschauern. Was für ein Auftakt!
Spätestens vier Spieltage darauf, darunter Westschlager in Aachen und Münster, wird der Turn- und Sportverein wissen, woran er ist. Und die 3. Liga wissen, ob sie die nächsten Rekorde aufstellt: Aktuell hält Dynamo Dresden (2024/25) den Bestwert für den höchsten Zuschauerschnitt von exakt 28.991 pro Partie. Die Wucht, die der gefallene Traditionsverein schon vier Wochen vor dem Saisonstart erzeugt, legt nahe: Sollte Fortuna Düsseldorf auch nur eine kleine Chance auf die Zweitliga-Rückkehr besitzen, könnte dieser Wert pulverisiert werden.







































