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·6. April 2026
„Fürchterlicher Tag“: Müller-Wohlfahrt blickt zurück auf sein Bayern-Aus

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·6. April 2026

Ein Vorfall aus der Vergangenheit sorgt beim FC Bayern noch Jahre später für Gesprächsstoff. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Pep Guardiola lieferten sich einst einen heftigen Konflikt. Nun blickt der langjährige Teamarzt auf die Ereignisse zurück – und spart nicht mit Kritik.
Über fast vier Jahrzehnte prägte Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt die medizinische Abteilung beim FC Bayern. Im April 2015 kam es jedoch zum Bruch mit Guardiola, der schließlich im Rücktritt des Arztes mündete. Rückblickend schildert der 83-Jährige die Situation sehr deutlich.
„Es war der 15. April, ein fürchterlicher Tag. Wir hatten das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Porto verloren. Danach machte man mich vor versammelter Mannschaft in der Umkleidekabine für die Niederlage verantwortlich. Es hieß, wir hätten zu viele Verletzte im Team, und ich ließe Spieler zu lange pausieren. Völlig absurd. Das wollte ich nicht akzeptieren“, erklärte Müller-Wohlfahrt im Gespräch mit dem Spiegel.
Der Mediziner widerspricht der damaligen Darstellung entschieden und betont seine Arbeitsweise. „Dem damaligen Trainer Pep Guardiola ging die Genesung jedoch nicht schnell genug. Er war es vom FC Barcelona offenbar gewohnt, auch in medizinischen Fragen das letzte Wort zu haben, aber das war in München bis dato anders“, so der langjährige Bayern-Arzt.

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Müller-Wohlfahrt sieht auch strukturelle Gründe für die Eskalation. Insbesondere die Abwesenheit von Uli Hoeneß habe eine entscheidende Rolle gespielt. „Wäre er im Verein gewesen, wäre es nicht zum Bruch mit Guardiola gekommen, da bin ich mir sicher“, sagte er.
Zugleich erinnerte er an frühere Zeiten beim Rekordmeister, in denen er großes Vertrauen genoss. „Dettmar Cramer hat mich mal als ‚Glücksfall für den deutschen Fußball‘ bezeichnet. Udo Lattek wartete oft bis zur letzten Minute mit der Mannschaftsaufstellung und sagte: ‚Der Doktor hat das letzte Wort.’“
Nach seinem Rücktritt kehrte Müller-Wohlfahrt 2017 auf Wunsch von Jupp Heynckes noch einmal zurück, ehe er seine Tätigkeit 2020 endgültig beendete. Als Grund nannte er unter anderem die Veränderungen im Profifußball: „Das Umfeld des Fußballgeschäfts war mir zunehmend fremd geworden, diese astronomischen Gehälter und Transfersummen, die mittlerweile gezahlt werden. Der Profisport ist kälter und unpersönlicher geworden. Es gibt weniger Kameradschaft.“
Auch die Entwicklung innerhalb des Klubs beschreibt er differenziert. Während er frühere Jahre als familiär wahrnahm, sieht er aktuell wieder positive Ansätze unter Trainer Vincent Kompany. „Unter dem aktuellen Trainer Vincent Kompany geht es zum Glück wieder etwas familiärer zu, habe ich gehört. Das freut mich“, erklärte Müller-Wohlfahrt.









































