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·27. März 2026
Fußball-Nationalmannschaft von Ghana hat einen deutschen Trainer: einfach „Moin“

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Die Fußball-Nationalmannschaft von Ghana wird von einem deutschen Trainer geleitet: Otto Addo. Der ehemalige Bundesliga-Profi hat die WM als Spieler, Analyst und jetzt als Nationaltrainer erlebt und bereitet seine Mannschaft in einem intensiven Test auf das Duell mit Deutschland vor. Am Montag (20.45 Uhr/ARD) in Stuttgart steht das Spiel nach dem Test in Österreich am Freitag als WM-Härtetest auf dem Programm. Addo verbindet seine Rolle mit einer biografischen Brücke zwischen Hamburg-Hummelsbüttel und Accra und bringt in Presseaussagen klare Worte zu Rassismus, Politik und den Ambitionen Ghanas.

Ghana-Nationaltrainer Otto Addo vor dem Freundschaftsspiel zwischen Japan und Ghana im Toyota Stadium in Toyota, Japan, am 14. November 2025. Koji Watanabe / Getty Images
Für Otto Addo ist das Spiel gegen Deutschland am Montag (20.45 Uhr/ARD) in Stuttgart von besonderer Bedeutung. Es dient seiner Mannschaft als WM-Härtetest nach dem Spiel in Österreich am Freitag, gleichzeitig ist es auch ein Prüfstein gegen einen der Topfavoriten des Turniers. „Alles ist möglich“, sagte Addo in der Presserunde und unterstrich damit die Ambition seiner Auswahl.
Das Testspiel ist für Addo in doppeltem Sinne wichtig: sportlich, weil seine Mannschaft „an guten Tagen mit den Top-Nationen mithalten“ kann, und persönlich, weil er weiß, „dass meine Zukunft zu großen Teilen in Deutschland liegen wird“. Dennoch betont er, dass es nicht überaus wahrscheinlich sei, dass Ghana Deutschland schlagen wird, aber als WM-Härtetest biete die Partie wichtige Erkenntnisse.
Bei der Einschätzung des Gegners zählt Addo Deutschland zu den Topfavoriten des Turniers. Gleichzeitig sieht er in der Partie eine Möglichkeit, Momentum zu sammeln und Matchglück in K.o.-Phasen vorzubereiten.
| MHPArena | 30.3.2026-19:45

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Vorschau: Doppelchance : Germany oder Unentschieden
Otto Addo lacht kratzig, als er über seine Karriere und Herkunft spricht. Den ersten Versuch eines Telefonats hatte er noch abbrechen müssen – der Verbandspräsident kam in Wien ins Zimmer. Im Austausch mit Journalisten in Wien und Köln schilderte Addo seinen Lebensweg als Grundlage für seine Arbeit als Nationaltrainer.
„Ich bin in Hamburg mit meiner Zwillingsschwester und meiner alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. Jetzt bin ich Nationaltrainer.“, sagte Addo und machte damit seine private Biografie zum Teil seiner öffentlichen Rolle. Früher habe er sich nur als Ghanaer gesehen: „Ich habe mich so gesehen, wie andere mich sehen. Die erste Frage war immer: Woher kommst du?“
Heute fühlt er sich als Deutsch-Ghanaer, „sozusagen als das Beste aus zwei Welten“, zwischen Hamburg-Hummelsbüttel und Accra. Diese doppelte Identität prägt seine Arbeit als Chefcoach und seine Kommunikation mit Spielern und Medien.

Brandon Thomas-Asante (l.) von Ghana im Zweikampf beim Freundschaftsspiel zwischen Südkorea und Ghana im Seoul World Cup Stadium am 18. November 2025. Chung Sung-Jun / Getty Images
Addo spricht offen über Rassismus und seine persönlichen Erfahrungen in deutschen Stadien. Der ehemalige Mittelfeldspieler kämpft gegen Rassismus, den er in deutschen Stadien bitter erfahren hat, und macht dies immer wieder zum Thema in seiner öffentlichen Arbeit.
Auf die schwierige Frage nach Politik vor der WM reagierte Addo differenziert: „Was versteht man unter Politik?“, fragte er. Er stellte klar: „Für mich ist es keine Politik, sich für Menschen, die rassifiziert oder diskriminiert werden, einzusetzen.“ Gleichzeitig zog er eine Grenze bei geopolitischen Konflikten: „Aber zu Kriegsthemen, da werde er sich sicher nicht äußern.“
Den jüngsten Wirbel um die Aberkennung des Afrika-Cup-Sieges des Senegal ärgert ihn besonders, weil viele Menschen darin eine Bestätigung von Klischees sehen. Addo konterte: „Es ist schade und schlecht, was passiert ist.“ Er relativierte zugleich, dass Skandale es überall gebe und verwies auf frühere Ungereimtheiten: „bei der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland gab es auch genug Ungereimtheiten.“
Addo betont die Qualität des ghanaischen Kaders und die internationalen Verbindungen der Spieler. Bei der WM sind nach seinen Worten mindestens neun afrikanische Mannschaften dabei; Marokko, „der erste Halbfinalist vom Kontinent“, wird wieder stark eingeschätzt, der Senegal ebenfalls – doch Ghana habe ebenfalls einiges zu bieten.
Drei Profis aus Ghanas Team spielen in Deutschland: Ransford Königsdörffer vom Hamburger SV, Patric Pfeiffer von Darmstadt 98 und Jonas Adjetey vom VfL Wolfsburg. Darüber hinaus nennt Addo Antoine Semenyo, „Rechtsaußen von Manchester City“, der einen Marktwert von 75 Millionen Euro habe.
„Verstecken müssen wir uns nicht“, sagte Addo und sprach damit die Selbstachtung und die sportlichen Ansprüche seines Teams an. Der frühere Mittelfeldspieler ist „fest davon überzeugt“, irgendwann einen afrikanischen Weltmeister zu erleben; mit dem richtigen Momentum und etwas Matchglück in der K.o.-Runde könne das durchaus Realität werden.
In Ghana steht Addo vor einer sprachlich und kulturell heterogenen Aufgabe; der westafrikanische Staat ist extrem divers. Addo spricht Twi, die Sprache seiner Eltern und der Ashantis, und betont: „Aber ich verstehe auch Ga.“ Darüber hinaus geht es auch mit Englisch, Spanisch, Französisch – und einem breiten hamburgischen „Moin“.
Die Verwendung von „Moin“ nannte er pragmatisch, damit „die Herkunft gleich geklärt ist.“









































