Rund um den Brustring
·14. Januar 2026
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·14. Januar 2026

Mit zwei Siegen gegen direkte Konkurrenten starten die Brustringträger ins Jahr 2026. Beim Heimsieg gegen die Eintracht war aber irgendwie alles anders als beim Auswärtssieg am Samstagabend. Die drei Punkte blieben trotzdem in Bad Cannstatt, auch dank eines überraschenden Torschützen
Die Gegensätze hätten wirklich kaum größer sein können: Am Samstag spielte der VfB die Gastgeber vor der Pause regelrecht an die Wand und nutzte fast jede seiner Chancen. Gegen die SGE hätte Deniz Undav nach eigener Aussage “zehn Tore” schießen können, so blieb es “nur” bei seinem zehnten Saisontreffer im 13. Spiel und bei dem war auch ein wenig Glück dabei. Gegen Leverkusen zeigte der VfB über weite Strecken eine dominante und konzentrierte Leistung, am Dienstagabend hingegen machte sich die Mannschaft immer wieder das Leben mit Ungenauigkeiten selber schwer und kassierte zum einen zwei absolut vermeidbare Gegentore: Erst ließ Vagnoman Kristensen am kurzen Pfosten zu viel Raum und später ließ sich der VfB bei einer 2:1‑Führung im eigenen Stadion auskontern, weil Badredine Bouanani zuerst einen hohen Ball uninspiriert direkt auf den Frankfurter Torhüter spielte und dann nach dessen Abwurf nicht mehr hinter Außenverteidiger Theate hinterher kam, als der den Ausgleich einleitete. Gegen Leverkusen war das Spiel früh entschieden, gegen die Eintracht traf der VfB spät und dann auch noch durch jemanden, von dem man es nicht erwartete, dem man es aber umso mehr gönnt.
Niko Nartey musste erstmal überprüfen, ob ihm nicht wie gegen die Bayern der VAR wieder ein Tor klauen will, bevor er sich richtig freuen konnte. Und dazu hat er allen Grund: Im Sommer noch kurz vor Vertragsende spielte er sich im Laufe der jetzt beendeten Hinrunde zurück in die Mannschaft und zahlte das Vertrauen seines Trainers in den letzten Wochen zurück, bevor er sich kurz vor Ende des Spiels selber für seine Beharrlichkeit belohnte, die ihn vom drohenden Karriereende mitten zurück in den Bundesliga-Betrieb geführt hat. Was eine schöne Geschichte, die aber auch zum VfB in diesem Spiel passte. Denn die Mannschaft wollte sich nicht mit dem 2:2 gegen durchaus nicht zu unterschätzende Frankfurter zufrieden geben. Der Glauben, auch spät noch Spiele entscheiden zu können, ist ungebrochen. Zumal es sich auch die Eintracht selber ein wenig schwer machte.
Fast schon ein wenig absehbar war der Fehler von Kauã Santos vor dem Ausgleich von Startelf-Rückkehrer Ermedin Demirovic — übrigens mit vier Treffern in acht Spielen jetzt — denn gegen eine der anfälligsten Abwehrreihen der Liga durfte auch der VfB seine Tore machen. Und es hätten noch viel mehr sein können, weil die Mannschaft nach dem Ausgleich, wie so häufig, immer besser ins Spiel rein fand, bis man dann in der zweiten Halbzeit regelrechten Chancenwucher betrieb und ganz klassisch dafür bestraft wurde. Aber der VfB 2026 ist bisher nicht zu stoppen. Und dass, obwohl ein wichtiger Offensivspieler sowie mehrere Abwehrspieler fehlen, so dass Sebastian Hoeneß ganz untypisch seine Startelf nur auf einer Position veränderte und dabei ausgerechnet den späteren Siegtorschützen von der Bank brachte.
Diesen Rückrundenabschluss kann man nicht anders als beeindruckend beschreiben. Die Mannschaft hat in zwei Spielen sowohl ihre Spielstärke, als auch ihren Durchsetzungswillen und ihre Resilienz bewiesen, außerdem treffen wir wieder regelmäßig. 32 Tore in 17 Spielen sind eine gute Hausnummer, genauso wie die gleiche Anzahl an Punkten. Da fehlen einerseits nur acht bis zu den 40 Punkten, andererseits nur zwei zu den 34 Hinrunden-Punkten in der Vizemeister-Saison. Nach einem holprigen Start und dem Wachmacher gegen Freiburg ist der VfB jetzt wieder richtig in Fahrt gekommen, kleine Aussetzer wie München oder Hamburg einmal ausgenommen. Auf die bisherige Halbserie kann man auf jeden Fall mit Stolz zurückblicken. Die Aussetzer, die die Brustring-Mannschaft auch gegen Frankfurt hatte, überkam man, der nächste Schritt ist jetzt, noch konstanter dabei zu sein, solche Situationen zu vermeiden. Aber wir haben ja noch ein paar Spiele vor uns.
Titelbild: © Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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