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Selina Eckstein·30. November 2025
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Selina Eckstein·30. November 2025
Ein Rückstand in der Bundesliga? Kein Problem, denken sich die Stuttgarter aktuell. Denn die Schwaben stehen für späte Tore und Comeback-Qualitäten. Wenn der Gegner sich eigentlich schon als Sieger wähnt, schlagen sie zu.
An den ersten elf Spieltagen holte das Team von Sebastian Hoeneß bereits zehn Punkte nach Rückstand – ein beeindruckender Ligabestwert, den sie sich aktuell nur mit der TSG Hoffenheim teilen.
Beim Hamburger SV dürfte man auf diese Statistik neidisch blicken. Der Aufsteiger holte in der laufenden Saison erst einen einzigen Punkt nach Rückstand. Dazu kommt die Ladehemmung in der Offensive: Mit nur neun Toren in elf Spielen erzielte der HSV nicht einmal die Hälfte der VfB-Treffer (20).
Beide Teams trennen aktuell Welten. Während die Schwaben in drei Wettbewerben (Bundesliga, EL, DFB-Pokal) vertreten sind, geht es für die Hamburger um nichts anderes als das Überleben in der Bundesliga. Der Kaderwert des HSV liegt bei rund 106,5 Millionen Euro, während Stuttgarts zurzeit knapp 340 Millionen Euro beträgt.
Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass sie die beiden Klubs gefühlt auf Augenhöhe begegneten. In der Saison 2022/23 taumelten die Schwaben schon dem Abstieg entgegen, Bruno Labbadia wurde entlassen und Sebastian Hoeneß eingestellt.
Vom letzten Tabellenplatz ging es in die Relegation und dort trafen sie auf den Hamburger SV, der die 2. Bundesliga endlich wieder verlassen wollte. Doch stattdessen gab es ziemlich klare VfB-Siege (3:0 zu Hause, 3:1 in Hamburg).
Für die Stuttgarter war es der Startschuss zu einem Höhenflug, der bis heute anhält. Denn schon in der Saison danach (2023/24) wurden sie Vize-Meister vor Bayern München und spielten 2024 in der Champions League. Real Madrid, Juventus und Bergamo waren nur einige Gegner.
Der neue Trainer, der Spieler entwickelt, eine mutige Offensivtaktik, in der Angreifer glänzen und dann für hohe Transfereinnahmen sorgen können, sowie ein gutes Gespür für die nötigen Neuzugänge katapultierten den Klub nach oben.
Durch den DFB-Pokalsieg im Mai 2025 qualifizierten sich die Schwaben auch in dieser Saison wieder für das internationale Geschäft. Die gute Arbeit von Sebastian Hoeneß bleibt auch beim heutigen Gegner nicht unbemerkt. "Meine Co-Trainer und ich haben uns in den letzten Jahren sehr intensiv mit dem VfB beschäftigt", wird Merlin Polzin von der 'Hamburger Morgenpost' zitiert.
"Seit der Relegation gegen uns hat sich der VfB unter Sebastian Hoeneß fantastisch entwickelt, was die Art und Weise und die Spieler angeht. Es wird definitiv ein sehr anspruchsvoller Gegner werden", fügte der HSV-Coach an.
Ein Gegner, der vor allem nicht mehr viel mit dem Relegationsteam gemein hat. Denn die Stuttgarter mussten einige Topstars abgeben. Hiroki Ito (FC Bayern), Serhou Guirassy, Waldemar Anton (beide BVB), Wataru Endo (Liverpool FC) und Enzo Millot (Al-Ahli) verließen den Klub. Schaut man sich die Startelf aus dem Relegations-Rückspiel an, sind nur noch Chris Führich, Josha Vagnoman und Atakan Karazor geblieben.
📸 Maja Hitij - 2023 Getty Images
Alle drei spielen allerdings derzeit keine große Rolle mehr. Stattdessen trumpfen andere Spieler auf. Allen voran Deniz Undav, der auf sechs Tore in sieben Bundesliga-Spielen kommt. Auch die Kaderbreite hilft dem VfB beim straffen Programm aus Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal.
Sie fahren also mit einer breiten Brust nach Hamburg, während der Hamburger SV nach wie vor um Stabilität kämpft. So ist es ein Duell mit umgekehrten Vorzeichen: Früher waren es die Hamburger, die als großer Name den Ton angaben – heute sind es die Stuttgarter, die mit Selbstverständlichkeit und Spielfreude auftreten.
Der HSV kämpft ums Überleben, der VfB spielt um Europa. Die Frage ist nun: Gelingt Hamburg der Befreiungsschlag – oder setzt Stuttgart seinen Höhenflug unbeirrt fort?
📸 AXEL HEIMKEN
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