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·29. September 2026
Gladbach: Wie viel Kredit hat Rouven Schröder noch?

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·29. September 2026

Rouven Schröder hat am 14. Oktober 2025 sein Amt als „Head of Sports“ bei Borussia Mönchengladbach angetreten. Der 50-Jährige bekam viele Vorschusslorbeeren, da Borussia die sportliche Verantwortung einer externen Person übertrug, die nachweislich über Erfahrung verfügt und gut vernetzt ist. Nach der Amtszeit von Roland Virkus lag der Verein aus unserer Sicht wirtschaftlich am Boden und auch der Kader war heruntergewirtschaftet.
Schröder übernahm den Club tief im Abstiegskampf und musste sich zunächst einmal ein Bild von der Situation machen. Zu diesem Zeitpunkt war Eugen Polanski von der Geschäftsführung als Interimstrainer eingesetzt worden. Gladbach konnte sich durch einige Siege im November aus dem Tabellenkeller lösen. Daraufhin wurde der 40-Jährige gerade einmal vier Wochen nach Schröders Amtsantritt als Cheftrainer installiert und erhielt einen Vertrag bis 2028. Inwieweit Polanski wirklich „Schröders Trainer“ war, lässt sich allerdings nur schwer beantworten.

Polanski war Schröders erster Fehler – IMAGO / STEINSIEK.CH
Unmittelbar nach der Vertragsverlängerung setzte es im Pokal eine herbe Heimniederlage gegen den FC St. Pauli mit dem heutigen Gladbach-Trainer Alexander Blessin. Auch in der Bundesliga verlor man gegen Wolfsburg und Dortmund noch zwei wichtige Spiele vor Weihnachten. Der Start ins neue Jahr ging mit einer deutlichen Niederlage in Hoffenheim ebenfalls gehörig schief. Spätestens danach kamen erste Zweifel an Polanski und der langen Vertragslaufzeit auf.
Im Winter verstärkte Rouven Schröder den Kader mit Alejo Sarco, Kota Takai und Hugo Bolin. Doch lediglich der Schwede konnte überzeugen. Die beiden anderen Spieler wurden zum Saisonende wieder abgegeben, da sie nur ausgeliehen waren. In der Rückrunde gerieten die Fohlen teilweise tief in den Abstiegskampf. Schröder hielt dennoch an Polanski fest. Durch überraschende Heimsiege gegen Dortmund und Hoffenheim konnte Borussia die Klasse zumindest punktetechnisch noch relativ komfortabel halten.
Viele am Borussia-Park haben sich möglicherweise von genau diesen beiden Spielen täuschen lassen womöglich auch Rouven Schröder. Man entschied sich dafür, mit Polanski in die neue Saison zu gehen. Rückblickend war das aus unserer Sicht wohl der erste Kardinalfehler von Rouven Schröder.
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In der Zwischenzeit hatte man mit Kaderplaner André Hechelmann bereits einen Vertrauten von Schröder verpflichtet und legte auf dem Transfermarkt los wie die Feuerwehr. Insgesamt verpflichtete Borussia zehn Spieler für gerade einmal 14 Millionen Euro.
Wirtschaftlich hatte Schröder aufgrund der schwierigen finanziellen Situation kaum Handlungsspielraum und musste Bundesligaqualität wie Reitz, Elvedi und Reyna verkaufen, ohne anschließend in ein ähnliches Regal greifen zu können. Zudem mussten Lösungen für teure Fehltransfers aus der Amtszeit von Roland Virkus gefunden werden und das gelang Schröder.
Bereits im Winter konnte man Omlin an Leverkusen verleihen und sparte dadurch sein hohes Gehalt, bevor man den Schweizer im Sommer ablösefrei an Basel abgab. Auch Ngoumou musste man aufgrund seines hohen Gehalts trotz laufenden Vertrags ablösefrei abgeben. Zudem endete der Vertrag von Marvin Friedrich und auch für Cvancara konnte erneut eine Lösung gefunden werden.
Schröder hat es damit definitiv geschafft, die Personalkosten im Lizenzspielerkader zu senken.

Ablösefreier Abgang von Ngoumou – Photo by Christof Koepsel/Getty Images
Anstatt jedoch den Cheftrainer auszutauschen, stellte man Polanski mit Jan-Moritz Lichte und Gellhaus zwei neue Co-Trainer zur Seite. Nach drei Niederlagen in der neuen Saison musste Polanski schließlich seine Koffer packen. Schröder installierte anschließend Alexander Blessin als neuen Cheftrainer ausgerechnet den Trainer, der Gladbach zuvor mit St. Pauli aus dem Pokal geworfen hatte.
Nach der Länderspielpause feiert Blessin nun im hochemotionalen Derby sein Pflichtspieldebüt für Borussia.
Durch die Entlassung von Polanski soll Schröder laut der „Rheinischen Post“ bereits angezählt sein. Eine überraschend deutliche Kritik an Schröder, der noch nicht einmal ein Jahr im Amt ist und zumindest die Personalkosten deutlich gesenkt sowie einen massiven Kaderumbruch vorangetrieben hat, der noch längst nicht abgeschlossen ist. Auf der anderen Seite steht insbesondere die Entscheidung, mit Polanski in die neue Saison zu gehen. Sie hat sich bereits nach drei Spieltagen als folgenschwer erwiesen.
Damit fällt Schröders bisherige Bilanz bei Borussia Mönchengladbach durchaus gemischt aus. Der wirtschaftliche Umbau des Kaders ist weit vorangeschritten, sportlich wartet Borussia allerdings weiterhin auf die erhoffte Entwicklung.
Wie viel Kredit hat Rouven Schröder nach knapp einem Jahr bei Borussia Mönchengladbach noch bei euch? Schreibt es in die Kommentare!
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🖊 Autor: Jan David Busch
📷 Photo by IMAGO / HMB-Media







































