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·20. September 2026
Gladbach will Alexander Blessin als neuen Trainer – Ist er der Richtige?

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Borussia Mönchengladbach steht offenbar kurz vor der Verpflichtung eines neuen Cheftrainers als Nachfolger von Eugen Polanski. Sportchef Rouven Schröder bestätigte nach dem 3:4 gegen Mainz 05 eine mündliche Einigung mit einem Wunschkandidaten, ohne dessen Namen zu nennen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll es sich dabei um den früheren St.-Pauli-Trainer Alexander Blessin handeln. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.
Schröder machte nach dem Spiel deutlich, dass eine offizielle Bestätigung erst folgen soll, wenn alles unterschriftsreif ist. Man werde die kommenden Tage nutzen, um Vollzug zu melden. Gleichzeitig verwies der Sportchef darauf, dass die zuständigen Vereinsgremien dem Deal noch zustimmen müssen.
Frühere Kandidaten wie der ehemalige Bremer Trainer Horst Steffen und der zuletzt bei Hannover 96 entlassene Christian Titz schloss Schröder für die Position ausdrücklich aus. Alexander Blessin wurde dagegen bereits vor der bestätigten Einigung als Kandidat gehandelt und gilt inzwischen als der Trainer, mit dem sich Borussia mündlich geeinigt haben soll.
Der 53-Jährige aus Stuttgart-Bad Cannstatt hatte als Spieler eine überschaubare Profikarriere, unter anderem mit sieben Bundesligaeinsätzen für den VfB Stuttgart. Seine Trainerlaufbahn führte ihn zunächst in den Nachwuchsbereich von RB Leipzig, ehe er 2020 mit dem belgischen Erstligisten KV Oostende seine erste größere Station als Cheftrainer übernahm. Danach arbeitete Blessin beim CFC Genua und bei Union Saint-Gilloise in Belgien. Mit Union gewann er 2024 den belgischen Pokal. Anschließend wechselte er zum FC St. Pauli und übernahm dort erstmals einen Bundesligisten.
Von 2024 bis Juni 2026 war Blessin Cheftrainer der Hamburger. In seiner ersten Bundesliga-Saison führte er St. Pauli zum Klassenerhalt. In der darauffolgenden Spielzeit konnte die Mannschaft diesen Erfolg nicht wiederholen und stieg als Tabellenletzter ab. Im Juni trennte sich der Klub anschließend von Blessin. St. Pauli würdigte dabei ausdrücklich seine Arbeit und verwies auf die erfolgreiche erste Bundesliga-Saison.
Blessins Mannschaften standen in der Vergangenheit häufig für intensives Pressing und schnelles Umschalten. Seine Zeit im Umfeld der Red-Bull-Akademie in Leipzig prägte dabei auch seine Spielidee. Welche Formation er in Gladbach bevorzugen würde, ist allerdings offen. Schröder betonte bereits, die taktische Grundordnung sei für die Trainerwahl nicht entscheidend: Ob Vierer- oder Dreierkette, letztlich gehe es vor allem um Ergebnisse.
Weniger erfolgreich verlief Blessins zweite Bundesliga-Saison am Millerntor. Nach einem starken Start mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen geriet St. Pauli in einen Negativlauf, der in neun Niederlagen in Serie mündete. Die Hamburger fielen dadurch von Platz vier bis auf Rang 17 zurück und konnten den Abstieg letztlich nicht verhindern.
Nach Saisonende trennte sich St. Pauli von Blessin. Sportchef Andreas Bornemann betonte zwar, dessen Qualitäten als Trainer seien unbestritten, erklärte nach der internen Analyse aber, dass der Klub einen Neuanfang mit voller Überzeugung aller Beteiligten anstrebe.
Schröder hatte das Anforderungsprofil für die Nachfolge Polanskis bereits vor Bekanntwerden des Namens umrissen. Gesucht werde ein Trainer mit Erfahrung, der bereits gezeigt habe, dass er mit schwierigen Situationen umgehen könne.
Blessins Vita liefert dafür entsprechende Erfahrungen: Er kennt den Kampf um den Klassenerhalt aus seiner ersten Saison mit St. Pauli und hat zugleich internationale Stationen in Belgien und Italien vorzuweisen. Allerdings steht seiner erfolgreichen ersten Bundesliga-Saison mit St. Pauli auch der Abstieg in der darauffolgenden Spielzeit gegenüber.
In Gladbach wartet nun eine Mannschaft mit erheblichen defensiven Problemen. Nach vier Spieltagen steht Borussia bei null Punkten und 16 Gegentoren auf dem letzten Tabellenplatz. Nach der 3:4-Niederlage gegen Mainz hat der Klub damit weiterhin auf den ersten Punkt der Saison gewartet.
Ob Blessin tatsächlich der neue Cheftrainer der Borussia wird, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden. Die mündliche Einigung ist nach aktuellem Stand erzielt, der Vertrag aber noch nicht unterschrieben. Die anstehende Länderspielpause würde dem neuen Trainer anschließend Zeit geben, die Mannschaft auf das nächste Spiel beim 1. FC Köln vorzubereiten.
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