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·17. September 2026
González gibt ihm den Ball, Spalletti klatscht: Woltemades erster Juve-Treffer kommt am Tag seiner Klopp-Nominierung

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·17. September 2026

Turin. Um 10 Uhr stand Nick Woltemade auf einer Liste in Frankfurt: Kader zwei, Angriff, Juventus Turin. Um 21.35 Uhr stand er am Elfmeterpunkt im Allianz Stadium, und Nico González, der frühere Stuttgarter, drückte ihm den Ball in die Hand, strich ihm durch die Haare und ging weg. Woltemade schaute Nikolas Polster aus, schob links unten ein. 3:0 gegen NEC Nijmegen, 5:0 am Ende. Sein erstes Tor für Juventus, sein erstes Tor seit dem 16. Mai, und der Abschluss eines Tages, der für den 24-Jährigen anders begonnen hatte als die zwei Wochen davor.
Woltemade war am Deadline Day von Newcastle nach Turin gekommen – Leihe bis 2027, ohne Kaufoption, 2,8 Millionen Euro Leihgebühr –, und die ersten beiden Einsätze waren die eines Mannes, der zur falschen Zeit ins Spiel kam. Gegen Milan als Joker, Juventus rettete spät ein 1:1. In Sassuolo als Joker beim Stand von 0:0, danach 2:3, dazwischen ein Kopfball knapp vorbei, den Sportmediaset als „aufgefressene Führung“ beschrieb. Note 5. Die Gazzetta strafte ihn ab, die Sportschau nannte am Donnerstagmorgen sein „Formtief“ – und Klopp nominierte ihn trotzdem, im Gegensatz zu Deniz Undav.
Luciano Spalletti sagte vor dem Anpfiff, was in Turin niemand beschönigte: „Er war bei seiner Ankunft nicht besonders gut in Form. Er muss erst noch aufgebaut werden. Wir müssen ihn spielen lassen.“ Und dann der Satz, der die Startelf erklärte: „Ich brauche während des Spiels eine echte Alternative für den Angriff.“ Randal Kolo Muani, der andere Stürmer, wartet ebenfalls noch auf sein erstes Saisontor.
Spalletti stellte Woltemade als einzige Spitze auf, dahinter drei ehemalige Bundesliga-Profis: González, Weston McKennie, Kerim Alajbegović. Es dauerte acht Minuten. NEC-Keeper Polster spielte einen kapitalen Fehlpass, der bei Juve-Torwart Kamil Grabara landete, dessen langer Ball González bediente – Assist Torwart, 1:0. Alajbegović schlenzte in der 24. Minute aus 16 Metern das 2:0. Dazwischen hatte Woltemade seine erste Chance: aus kurzer Distanz, schwer zu nehmen, Polster hielt (23.).
Dann der Elfmeter, und die Geste. González, in dieser Saison bereits Torschütze, überließ dem Deutschen den Strafstoß – nicht beiläufig, sondern demonstrativ, so Goal. Es war die Art von Entscheidung, die eine Mannschaft für einen Mitspieler trifft, wenn sie merkt, dass er sie braucht. Nach dem Tor kamen alle. Spalletti applaudierte. Für einen Trainer, der öffentlich von Aufbauarbeit spricht, war es der erste Baustein.
Ein Elfmeter gegen einen niederländischen Außenseiter, der zuvor in der Champions-League-Qualifikation an Bodø/Glimt gescheitert war, ist kein Formbeweis. Es ist ein Anfang. Woltemade hatte seit Februar nur zwei Tore für seine Klubs erzielt; in Newcastle war die zweite Saisonhälfte laut fussballdaten „kaum überzeugend“. Elf Tore in 53 Spielen für die Magpies, dann die Leihe, dann zwei Kurzeinsätze ohne Scorerpunkt. Ein Stürmer, der so lange nicht trifft, verliert etwas, das mit einem Elfmeter zurückkommen kann: das Gefühl, dass der Ball ins Tor gehört.
Die zweite Bedeutung ist die Nationalmannschaft. Klopp hat ihn für Kader zwei berufen – Serbien in München am 1. Oktober, Griechenland in Thessaloniki am 4. Oktober –, zusammen mit Wirtz, El Mala, Adeyemi. Wer in Kader zwei steht, hat zwei Wochen Zeit, bevor er gebraucht wird. Woltemade spielt in dieser Zeit noch gegen Atalanta (Sonntag, 18 Uhr) und, je nach Spalletti, in der Serie A weiter. Jedes Tor bis dahin ist ein Argument. Das erste hat er.
Und Mika Baur, am Vormittag als eine der Überraschungen aus Kader zwei genannt, traf am selben Abend erstmals für Celtic – beim 1:3 gegen Ferencváros. Klopps erster Tag als Bundestrainer mit Kader endete mit zwei Toren seiner Nominierten in der Europa League. Das ist Zufall. Es ist trotzdem eine hübsche Fußnote.







































