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·7. August 2026
Goretzka postet, die Fans deuten – ein Klub fehlt weiter

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·7. August 2026

Ein Foto auf Instagram. Ein paar tausend Kommentare. Eine Debatte darüber, was Leon Goretzka damit sagen wollte. Am Ende bleibt der Befund, den niemand deuten muss: Der 31-Jährige hat seit dem 1. Juli keinen Arbeitgeber.
Das gehört an den Anfang, weil es in der Aufregung untergeht. Goretzkas Vertrag beim FC Bayern lief nach acht Jahren aus und wurde nicht verlängert. Er verabschiedete sich in der Südkurve, stemmte bei der Übergabe die Meisterschale als Erster nach oben – Manuel Neuer hatte ihm den Vortritt gelassen. Ein Abschied mit Würde also, aber eben ein Abschied.
Wer heute über Goretzka und den Bayern-Kader diskutiert, diskutiert über eine Personalie, die in München seit Wochen abgeschlossen ist. In der vergangenen Saison war er im defensiven Mittelfeld hinter Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlović meist dritte Wahl. Bei der WM reichte es für wenige Minuten.
Wie schnell aus einer Beobachtung eine Geschichte wird, zeigte der 31. Juli. Goretzka tauchte am Vormittag an der Säbener Straße auf, und für ein paar Stunden lief der Rückkehr-Gedanke durch die Timelines. Er kam in Freizeitkleidung, blieb kurz und gab seinen Dienstwagen zurück.
Ähnlich gelagert: die Aufnahmen, die ihn beim Einzeltraining auf dem Gelände des VfL Bochum zeigten. Sein Heimatverein, seine Jugend, sein Ruhrgebiet – daraus lässt sich ein Transfer basteln. Realistischer ist die schlichte Erklärung, dass ein vereinsloser Profi im August irgendwo laufen muss.
Das Muster ist nicht neu. Im Dezember löschte Goretzka fast alle Bayern-Beiträge von seinem Profil, und die halbe Republik las darin die Kündigung. Der Bild-Podcast „Bayern Insider“ berichtete damals von einem „Social-Media-Detox“ – ausgelöst durch massive Anfeindungen, vor allem auf X.
Die interessantere Zahl steht nicht unter einem Posting. Dem Vernehmen nach fordert die Spielerseite ein Jahresgehalt von rund sieben Millionen Euro netto plus ein Handgeld um zehn Millionen. Für einen ablösefreien 31-Jährigen mit einer Saison als dritte Wahl im Rücken ist das eine Ansage, die den Markt eher verengt als öffnet.
Entsprechend zäh läuft es. Juventus galt Ende Juli als heißeste Spur, laut Fabrizio Romano droht dort aber eine Hängepartie. Genannt wurden außerdem der AC Mailand, Atlético Madrid, der FC Barcelona, Napoli, Arsenal und, aus der MLS, Chicago Fire. Viel Auswahl auf dem Papier, wenig Substanz auf dem Konto. Goretzka steht damit nicht allein: Zur Monatsmitte waren 31 Profis der 18 Bundesligisten mit Vertragsende zum 30. Juni noch ohne Klub.
Der Zeitdruck ist real, auch wenn er ohne Ablöse jederzeit unterschreiben kann. Bundestrainer Jürgen Klopp führt Goretzka weiter unter seinen 57 Feldspielern – hinter dem Eintrag steht der Vermerk „vereinslos“. Ein Umbruch im Jahrgang 1995/96 gilt als eines der Themen seiner Amtszeit. Ohne Klub gibt es keine Spielpraxis, ohne Spielpraxis kein Argument.
Was auf Instagram passiert, ist deshalb kein Signal, sondern ein Ersatz. Solange nichts zu vermelden ist, wird das Vermelden selbst zur Nachricht. Für einen Profi im August ist das die schlechteste Form von Aufmerksamkeit.
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