„Grenzüberschreitung“ von Vuskovic: St. Pauli reagiert auf HSV-Kritik | OneFootball

„Grenzüberschreitung“ von Vuskovic: St. Pauli reagiert auf HSV-Kritik | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: Nur die Raute

Nur die Raute

·24. Januar 2026

„Grenzüberschreitung“ von Vuskovic: St. Pauli reagiert auf HSV-Kritik

Artikelbild:„Grenzüberschreitung“ von Vuskovic: St. Pauli reagiert auf HSV-Kritik

Das sportlich enttäuschende Hamburger Stadtderby zwischen dem FC St. Pauli und dem HSV hat ein deutlich lauteres Nachspiel abseits des Rasens.

Nach dem 0:0 rückte vor allem das Verhalten von HSV-Verteidiger Luka Vuskovic in den Fokus. Auslöser waren Aussagen des 18-Jährigen unmittelbar nach Abpfiff am Sky-Mikrofon. Vuskovic beklagte, dass Anhänger des FC St. Pauli „meinen Bruder und meine Familie beleidigt haben“ und stellte klar: „Ich kann nichts Positives über diese Fans sagen.“


OneFootball Videos


Hintergrund waren unter anderem Banner im St.-Pauli-Block, die sich gegen den wegen Dopings gesperrten Mario Vuskovic richteten. Die Emotionen des HSV-Profis kochten anschließend weiter hoch. Im Kabinengang spuckte Luka Vuskovic im Spielertunnel vor der St.-Pauli-Kabine aus. Trainer Merlin Polzin zeigte auf der anschließenden Pressekonferenz Verständnis für die Reaktion seines Schützlings.

St. Pauli verurteilt „sexistische Banner wie im HSV-Block“

Am Samstag reagierte der FC St. Pauli mit einer ausführlichen Stellungnahme und bezog klar Position. „Ein Derby ist mit großen Emotionen verbunden. Dazu gehören auch Frotzeleien und vereinzelt leider auch Beleidigungen auf beiden Seiten“, heißt es darin. Weiter stellt der Kiez-Klub klar: „Diese sind für sich genommen nicht zu begrüßen und beide Seiten sollten sich davon distanzieren; solche Vorfälle werden von manchen im Wissen um das hitzige Umfeld ausgehalten, sind aber kein Maßstab für einen respektvollen Umgang.“

Deutlich wird St. Pauli bei der Kritik an konkreten Handlungen: „Wir stehen als Verein klar für ein respektvolles Miteinander. Dazu zählen weder herabwürdigende Sprüche von unseren Tribünen noch sexistische Banner wie im HSV-Block zu sehen noch andere beleidigende Inhalte.“ Besonders scharf fällt die Bewertung des Verhaltens von Vuskovic aus: „Wir erwarten von Spielern, Trainern und Repräsentanten der Vereine ein angemessenes und professionelles Auftreten: sich nicht leicht provozieren zu lassen, Fans nicht zu bepöbeln und keine Grenzüberschreitungen wie Spucken in Richtung Fans oder auf den Boden und an die Wand im Kabinentrakt.“

Zugleich weist St. Pauli ein einseitiges Deutungsmuster zurück: „Emotionen erklären vieles, rechtfertigen aber nicht alles. Vor diesem Hintergrund irritiert uns, dass teils über Tage ein Narrativ gezeichnet wird, dem zufolge nur eine Seite provozierend oder verursachend gewesen sei, während andere Vorfälle ausgeblendet werden.“

Trotz aller Deutlichkeit bemühten sich die Braun-Weißen um einen versöhnlichen Schlusspunkt. „Insgesamt ist aber viel wichtiger und bemerkenswerter: der besonnene Ablauf eines emotionalen Derbys. Das sollte Maßstab für die Bewertung sein. Für den FC St. Pauli gilt nun: Die Spiele gegen den HSV sind abgehakt, der Blick geht nach vorn“, erklärte der Verein.

Impressum des Publishers ansehen