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·4. Februar 2026

Gwinn, Bühl & Co: Die besondere Verbindung zwischen FCB & SCF

Artikelbild:Gwinn, Bühl & Co: Die besondere Verbindung zwischen FCB & SCF

Wer heute das Mannschaftsfoto des SC Freiburg aus dem DFB-Pokalfinale 2019 betrachtet, bleibt spätestens beim zweiten Blick an vertrauten Gesichtern hängen: unten Giulia Gwinn und Klara Bühl nebeneinander, oben links Kapitänin Clara Schöne. Das Bild aus dem Kölner RheinEnergieStadion zwischen dem damaligen Überraschungsfinalisten Freiburg und dem elfmaligen Pokalsieger aus Wolfsburg bewahrt einen Moment, in dem Karrieren noch in deren Anfangsstadien lagen, zumindest wenn man auf Gwinn und Bühl blickt. Und deutet, aufgrund der damaligen Finalteilnahme der Freiburgerinnen zugleich bereits an, wohin sie vielleicht führen würden: in die große Fußballwelt, eventuell irgendwann nach München. Damals blieb der Pokal für das heutige Münchner Dreigespann ein Versprechen, der Sportclub unterlag dem VfL Wolfsburg mit 0:1.

Wenn Schöne, nunmehr Co-Trainerin der Bayern, heute auf diesen Tag zurückschaut, mischt sich Wehmut in die Erinnerung. Es sei ihr vorletztes Spiel für Freiburg gewesen, erzählt sie, ein intensiver Tag, an dem sie „fest überzeugt war, dass wir das Finale gewinnen“. Am Ende sei es knapp gewesen, „wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht“. Auch Bühl, damals 18 Jahre alt, denkt ähnlich: Auch sie habe „ein, zwei gute Chancen“ gehabt – „wir waren nah dran, uns fehlte nur das Tor“.


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Einige Jahre später schloss sich der Kreis aber. 2025 sollten die FCB-Frauen endlich wieder den Pokal sichern, 13 Jahre des Wartens gingen zu Ende. Schöne, die bereits 2012 mit den FC Bayern Frauen den Pokal holte, feierte ihren zweiten Titel; für Gwinn und Bühl war es der Premierensieg. Eine Trophäe, die auch frühere Stationen mit einschließt, teils geformt auf den Plätzen im Breisgau. Bühl spricht von etwas „Besonderem“, einer gemeinsamen Geschichte, die Gwinn, Schöne und sie durch die gemeinsame Zeit beim SCF verbinde: Die Jahre in Freiburg seien unvergesslich gewesen, „besondere Momente, ein tolles Team, viel Freude auf dem Platz“. 

Fundament Freiburg, Bühne München

Freiburg war und ist für viele Spielerinnen ein verlässlicher Ausgangspunkt: klare Strukturen, sichtbare Entwicklung. In München setzten Bühl und Gwinn ihre Laufbahnen auf höchstem Niveau fort, nachdem sie im Breisgau ihre Laufbahn starteten, ausgebildet worden waren. Beide sind heute zentrale Figuren in der Startelf der Doublesiegerinnen und der Nationalmannschaft, Gwinn gar Kapitänin der DFB-Frauen. Sie prägen das Spiel in München wie im Nationaltrikot. Schöne, vor ihrer Zeit in Freiburg lange beim FC Bayern, schlug den Weg auf die Trainerbank ein. 

Zwischen dem SC Freiburg und den FC Bayern Frauen verläuft, wenn man so will, seit Jahren eine leise, aber tragfähige Verbindung: Das Mannschaftsfoto von 2019 wird zum nüchternen aber sprechenden Symbolbild: Es zeigt, wie eng Erfolg mit Kontinuität, Ausbildung und klugen Entscheidungen verbunden ist. Von Freiburg nach München und bisweilen zurück: keine bloße Geografie, sondern ein Modell, in dem aus Talenten Leistungsträgerinnen wurden und Wechsel selten Zufälle waren. Kaum zwischen zwei Klubs der Liga gab es zuletzt so viele Bewegungen wie zwischen Freiburg und Bayern. Und hinter jeder Bewegung eine Logik. 

Biografien als Brücken

Die Liste der Akteurinnen, die für den SCF und den FCB aufliefen, ist lang und aussagekräftig. Neben Schöne, Gwinn und Bühl lief im aktuellen Kader der Münchnerinnen auch Carolin Simon für beide Vereine auf. Auf Freiburger Seite verdichtet sich diese Verbindung in einer Biografie besonders deutlich: Laura Benkarth, in Freiburg geboren und ausgebildet, stand von 2008 bis 2018 im Tor des SCF, wechselte anschließend nach München und hütete zwischen 2018 und 2023 das Gehäuse des FC Bayern. Nach zwei Jahren in Lyon kehrte die inzwischen 33-Jährige im vergangenen Jahr in den Breisgau zurück.

Benkarth ist aber nur ein Beispiel. Blickt man zurück, ergibt sich ein vertrautes Muster: Melanie Leupolz, Verena Schweers, Lina Magull, Melanie Behringer, Sara Däbritz. Um nur ein paar zu nennen. Sie alle standen in Freiburg auf dem Rasen und liefen später für den FC Bayern auf. In Baden fanden sie Ausbildung, in München prägten sie Titelkämpfe, wurden Führungsspielerinnen. Nationalmannschaftsdebüts, große Turniere, Kapitänsrollen inklusive. Die Wege ähneln sich, ohne identisch zu sein. 

Vielleicht liegt das Freiburger Besondere in der Art, wie der Verein die Grenze zwischen Umfeld und Spielfeld aufhebt. Die Wege sind kurz, der Dialog direkt. Für Gwinn war der Sportclub „eine entscheidende Station, der erste Schritt in die Bundesliga.“ Ein Ort, an dem sie „auch erwachsen geworden“ sei. Viele vertraute Gesichter prägten dieses Gefühl der Zugehörigkeit: „Ich freue mich am Freitag besonders auf Lisa Karl, mit der ich lange zusammengespielt habe.“

Was bleibt, ist die Atmosphäre. Freiburg sei wie der FC Bayern „ein sehr familiärer Klub“, sagt Gwinn, ein Umfeld, das gerade jungen Spielerinnen „extrem gut tut“, weil es neue Gesichter mühelos aufnehme, „das macht Freiburg aus“. Bühl beschreibt wiederum ein akribisches Umfeld, in dem Training und Freude zusammenfinden und „ohne großen Druck die ersten Erfahrungen in der Bundesliga“ möglich sind. Und aus Trainersicht verdichtet Schöne diese Erfahrung zu einem Prinzip: Für junge Spielerinnen sei Freiburg „der ideale Mix gewesen – genug erfahrene Kräfte, die Orientierung geben, aber nicht so viele, dass Spielzeit verloren geht“.

Wiedersehen am Freitagabend

Am Freitag kreuzen sich die Wege einmal mehr: Auf die Münchnerinnen wartet eine schwere Auswärtspartie, für Freiburg ein besonderes Heimspiel, wenn die Doublesiegerinnen im engen Dreisamstadion gastieren. Gwinn und Bühl wissen, was auf sie zukommen wird; Duelle in Freiburg waren nie einfach. Das Publikum trägt die Heimmannschaft, peitscht sie an. Der Rhythmus im Dreisamstadion kippt selten zugunsten des Gastes. „Freiburg ist ein griffiger Gegner“, sagt Gwinn mit Blick voraus; in den vergangenen Jahren habe der SC „zu Hause oft auch gegen die Topteams der Liga gepunktet. Uns wird alles abverlangt werden, wir müssen von Anfang an sehr wachsam sein.“

Das Hinspiel ging klar an die Münchnerinnen: Oktoberfest‑Stimmung, ein überzeugender 4:0‑SiegGwinn-Comeback nach überstandener Innenbandverletzung. Doch die Liga ist in diesem Jahr einmal mehr eng und voller Wendungen. Freiburgs Frauen haben am vergangenen Wochenende beim HSV ihren 200. Bundesligasieg gefeiert. Ein Zeichen: Man ist da, man wächst, man gehört dazu. Der SCF hat es in den vergangenen Jahren gezeigt: Platz fünf in der Vorsaison, zuvor zweimal Rang sechs in der Bundesliga. Die Gesamtbilanz spricht zwar für die Bayern (35 Siege, 6 Unentschieden, 7 Niederlagen), aber Zahlen entscheiden bekanntlich kein Spiel. Zwei der letzten drei Gastspiele beim SCF endeten remis, die Barcala-Elf ist also gewarnt. 

Clara Schöne absolviert aktuell ihre Pro-Lizenz: 

🏟️💫 Die FC Bayern Frauen bestreiten ihr Champions League-Viertelfinale in der Allianz Arena: 

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