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·9. April 2026
Hertha schnuppert nochmal am Aufstieg – mit großem Ass im Ärmel?

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·9. April 2026

Es war eine Phase von gleich sechs sieglosen Spielen, ausgehend vom Dezember, die Hertha BSC zwischenzeitlich weit vom noch immer spannenden Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga getrennt hatte.
Nach dem 20. Spieltag und somit nach drei ernüchternden Remis zum Auftakt in die Rückrunde, belegten die Berliner den siebten Tabellenplatz mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Es folgte ein kurzes Aufbäumen durch einen 3:0-Sieg über die SV Elversberg, ehe es mit den Niederlagen gegen Hannover 96 und den SC Paderborn zwei weitere Rückschläge gab. Spätestens zu diesem Zeitpunkt, also nach dem 23. Spieltag mit bereits zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz, wurde die ersehnte Rückkehr in die Bundesliga auch öffentlich abgehakt.
Seitdem dieser Druck verschwunden ist, hat Hertha aber regelmäßig gewonnen. Auf die letzten fünf Spiele kommen gleich vier Siege, was eine Punkteausbeute von 13 aus möglichen 15 Zählern entspricht – während die Spitzengruppe hier und da selbst hat Punkte liegen lassen. Und plötzlich wird klar: Über die vergangenen Wochen hat sich die Mannschaft von Stefan Leitl wieder an die Aufstiegsränge heranrobben können. Die aktuelle Ausgangslage: Platz sechs, nur noch fünf Punkte Rückstand auf Rang drei. Der Hauptstadtklub könnte tatsächlich nochmal mitmischen.

Stefan Leitl | picture alliance/GettyImages
Daher liegt die Mutmaßung nicht fern, dass den Hertha-Spielern die Brust gelöst wurde. Ausgehend von dem Moment, in dem der Aufstieg nicht mehr die mutig erklärte Zielsetzung, sondern nur noch ein ferner und theoretischer Traum war, folgten gute Auftritte und eine umso bessere Ausbeute an Punkten. Die Leitl-Truppe konnte sich etwas freimachen und ihre Qualität, die sie zweifelsohne zu einem der Aufstiegs-Favoriten machen müsste, beständiger auf den Platz bringen.
Nun stellen sich aber zwei Fragen. Zum einen: Ist dieser jüngste Aufwärtstrend auch beständig? Zum anderen: Kann Hertha damit tatsächlich nochmal an der Bundesliga-Rückkehr schnuppern?
Eine Einschränkung gibt es: Die vier Siege der letzten Wochen wurden allesamt gegen Mannschaften geholt, die nicht selbst zur Spitzengruppe gehören. Mit dem 1. FC Nürnberg gehörte sogar nur einer dieser vier Gegner in die (zurzeit) obere Tabellenhälfte. Preußen Münster ist das Zweitliga-Schlusslicht, Fortuna Düsseldorf steckt auch noch immer im Kampf um den Klassenerhalt und Dynamo Dresden hält sich bis dato nur dank eines zwischenzeitlichen Formhochs über den letzten Drei.
Etwas bissig könnte man also sagen, dass das auch Gegner sind, die eine qualitativ so gut besetzte Mannschaft wie Hertha besiegen muss. Das ist in dieser 2. Liga aber längst nicht gegeben, in der sich so manch vermeintlicher Favorit am Underdog schon die Zähne ausgebissen hat.

Auch der Sieg in Dresden hat nochmal Kraft freigesetzt | picture alliance/GettyImages
Außerdem zeigt sich beim Blick auf das Restprogramm der Berliner: Viel schwieriger als das Programm der letzten Wochen, wird es auf die letzten Spieltage auch nicht mehr.
Ausgehend von der aktuellen Tabelle gibt es auf die finalen sechs Duelle mit dem 1. FC Kaiserslautern (am kommenden Wochenende) nur einen einzigen Gegner, der sich in der oberen Tabellenhälfte befindet. Zusammengerechnet stehen die übrigen Gegner im Durchschnitt auf Platz 13. Zum Vergleich: Die sechs Gegner der SV Elversberg, die zurzeit den heimlich von der Hertha noch begehrten Relegationsplatz belegt, stehen im Durchschnitt auf Platz 7,7. Das ist nochmal ein deutlicher Unterschied.
Das Restprogramm kann dem Hauptstadtklub also durchaus Hoffnung machen. Und trotzdem bleibt eine große Hürde zu nehmen: Fünf Punkte Rückstand sind auf sechs Spieltage zwar gewiss nicht unmöglich, aber doch schwierig aufzuholen. Zumal Hannover (Fünfter) und Darmstadt (Vierter) auch noch mitmischen. Die Konkurrenz muss also mindestens zwei Spiele verlieren, während Hertha durchgehend gewinnt. Ein größerer Leistungs- und Ergebnis-Einbruch von Elversberg und Co. würde es zwar vereinfachen, ist aber auch entsprechend unwahrscheinlich.









































