90PLUS
·14. Juli 2026
Highspeed gegen Kontrolle: Frankreich und Spanien vor Halbfinal-Kracher

In partnership with
Yahoo sports90PLUS
·14. Juli 2026

In Dallas stehen sich am Abend die zwei wohl besten Nationalmannschaften der Welt gegenüber. Frankreich brennt auf die Revanche.
Die ganze Fußballwelt schaut am Dienstag auf das AT&T Stadium in Arlington bei Dallas. Im Halbfinale der WM 2026 stehen sich Frankreich und Spanien gegenüber (21 Uhr MESZ, ZDF/Magenta TV). Nicht nur wegen der Superstars auf beiden Seiten darf man sich auf dieses Duell freuen, auch die Resultate der letzten Aufeinandertreffen versprechen ein echtes Spektakel.
Bevor das Spiel um den Einzug ins Finale angepfiffen wird, lohnt sich ein Blick in den Rückspiegel. Vor zwei Jahren standen sich Les Bleus und die Seleccion schon einmal im Halbfinale eines großen Turniers aufeinander. Bei der EM in Deutschland standen sich die beiden Nationen in München gegenüber.
Frankreich erwischte damals einen traumhaften Start und ging durch Randal Kolo Muani schon nach neun Minuten in Führung. Spanien brauchte nach der kräftezehrenden Verlängerung im Viertelfinale gegen Deutschland zwar etwas, um ins Spiel zu kommen, ein Traumtor des damals erst 16-jährige Lamine Yamal (21.) und Dani Olmo (25.) drehten die Partie jedoch innerhalb von nur vier Minuten. Die Führung gab die Mannschaft von Luis de la Fuente nicht mehr her und sicherte sich wenige Tage später gegen England den dritten EM-Titel der spanischen Fußballgeschichte.

Foto: Getty Images
2025 kam es auch in der Nations League zum Duell – ebenfalls im Halbfinale. Beim Final Four in Deutschland hieß der Sieger erneut Spanien. Die Furia Roja spielte den Weltmeister von 2018 in der ersten Stunde gnadenlos an die Wand und führte nach 55 Minuten bereits mit 4:0. Kylian Mbappe küsste Frankreich per Elfmeter wach, doch Yamal stellte den alten Abstand gleich wieder her. Erst in der Schlussphase bäumte sich das Team von Didier Deschamps nochmal auf und verkürzte auf 4:5, es reichte jedoch nicht mehr für die Verlängerung.
Die jüngere Vergangenheit des Duells spricht also für die Spanier, doch für das kommende Spiel dürften die vergangenen Jahre keinerlei Bedeutung haben. Beide haben im Turnierverlauf bisher überzeugt und vertrauen dabei auf ganz unterschiedliche Ansätze.
Frankreich überrollt bisher nahezu jeden Gegner fast schon mühelos. Das Offensiv-Trio um Mbappe, Ousmane Dembele und Michael Olise sucht weltweit seinesgleichen und kommt zusammen auf wahnsinnige 24 Torbeteiligungen. Auch die Abwehr steht stabil, William Saliba und Dayot Upamecano lassen vor Mike Maignan nichts anbrennen. Der riesige Pool an Weltklassespielern macht Frankreich seit Jahren stets zum Top-Favoriten auf alle Titel, in seinem letzten Turnier als Cheftrainer ist es Deschamps jedoch erstmals gelungen, die Stars zu einem Gefüge zu formen, das attraktiven Fußball spielen kann.

Foto: Getty Images
Der Gegenpol zum französischen Highspeed-Fußball ist die spanische Kontrolle. Weniger spektakulär, aber ähnlich souverän marschiert der amtierende Europameister bisher durch das Turnier. Beim 0:0 im ersten Gruppenspiel gegen Kap Verde kamen zwar noch Zweifel auf, inzwischen ist Spanien jedoch voll in seinem Rhythmus angekommen und gilt als die Mannschaft, die Frankreich wohl am ehesten aufhalten kann.
De la Fuentes Elf kommt über den Ballbesitz, zermürbt so seine Gegner und ist in den entscheidenden Momenten eiskalt zur Stelle. Dabei ist es bisher nicht Superstar Lamine Yamal, der für die Seleccion den Unterschied macht. Der Youngster spielt ein gutes Turnier, seine Verletzung im Saisonendspurt mit dem FC Barcelona ist ihm jedoch anzumerken. Dafür springen in Nordamerika die Mikels in die Bresche. In der Vorrunde und im Sechzehntelfinale gegen Österreich war es La-Real-Stürmer Mikel Oyarzabal, der mit vier Toren überzeugte, in der K.O.-Phase traf Top-Joker Mikel Merino von Arsenal zweimal spät zum Sieg.
Beide Teams haben gleich mehrere Akteure in ihren Reihen, die in großen Momenten ein Spiel auf der größten Bühne entscheiden können.“Lamine Yamal hat außergewöhnliche Qualitäten, er kann alles. Aber bevor wir über Lamine Yamal sprechen, sollten wir über die gesamte spanische Mannschaft sprechen“, warnte Warren Zaire-Emery daher zurecht.

Foto: Getty Images
De la Fuente ist sich dennoch sicher, dass auch sein Wunderkind auf dem rechten Flügel noch seinen Augenblick bekommen wird. „Der große Tag von Lamine Yamal bei dieser WM kommt noch“, kündigte der spanische Erfolgscoach auf der Pressekonferenz an: „Ich hoffe morgen, ansonsten im Finale.“ Auch der seit Montag 19 Jahre alte Ausnahmespieler geht gelassen ins Spiel gegen Les Bleus: „Ich spüre keinen Druck. Wenn du dein Bestes gibst, brauchst du dich nicht unter Druck setzen.“
Die Favoritenrolle wollte im Vorfeld der Partie niemand so recht annehmen. „Ich will den Druck nicht auf Luis und sein Team schieben, aber sie sind der Favorit. Sie können sehr gut verteidigen und angreifen“, stapelte Deschamps gar bewusst tief und wagte eine Prognose, die alle Fans des Sports freuen dürfte: „Mit den Qualitäten beider Mannschaften könnte es spektakulär werden.“ Na dann: Game on!
Live







































