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·16. Januar 2026
Hobsch im Interview: "Der mediale Druck ist schon ein wenig verrückt"

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·16. Januar 2026

Trotz der namhaften Konkurrenz im Angriff gehört Patrick Hobsch beim TSV 1860 München nach einem für ihn schwierigen Start in die Saison mittlerweile wieder zu den Leistungsträgern. Mit liga3-online.de spricht der Stürmer über den Konkurrenzkampf bei den Löwen, eine wechselhafte Hinserie mit Ups und Downs, den Umgang mit Erfolgsdruck und das Top-Spiel zum Rückrundenauftakt gegen Rot-Weiss Essen.
liga3-online.de: Der Hype um das neue Team des TSV 1860 München samt prominenten Neuzugängen wie Kevin Volland und Florian Niederlechner war im Sommer riesig. Zu Buche steht nach der Hinrunde Platz acht. Wie ist das zu bewerten, Herr Hobsch?
Patrick Hobsch: Die Hinrunde war sehr wechselhaft. Wir hatten alle Phasen dabei: Einen super Start, eine Krise inklusive Trainerwechsel, dann eine starke Siegesserie. Es ist in der Tabelle alles eng beisammen, und wir befinden uns in Schlagdistanz zur Spitze. Dass es dennoch zu viele Phasen gab, mit denen wir nicht zufrieden sein können, erklärt sich fast von selbst.
Es fehlte zunächst an Konstanz, erst zum Ende der ersten Saisonhälfte änderte sich das mit zwischenzeitlich vier Siegen in Serie. Brauchte die neu zusammengestellte Mannschaft einfach etwas Zeit?
Ja – und das ist normal. Der Saisonstart hat etwas darüber hinweg getäuscht, weil wir auch Matchglück hatten. Hinten raus haben wir dann gezeigt, dass alles möglich ist, wenn wir unsere beste Leistung auf den Platz bringen. Wir sind jetzt gefestigter und starten selbstbewusst in die Rückserie.
Wie gehen Sie mit dem medialen Druck um? Der TSV 1860 München wurde zu Saisonbeginn praktisch überall als großer Titelfavorit genannt.
Diesen medialen Druck wird es bei uns im Verein wohl immer geben. Und das ist schon ein wenig verrückt. Die letzten Jahre waren meist durchwachsen – und dennoch betiteln uns danach die meisten Experten als Favoriten auf den Aufstieg. Diese Saison war es mit den vielen Transfers von großen Namen sicher eine etwas andere Situation. Der erzeugte Hype war unumgänglich und hat zu einer extremen Fallhöhe für uns geführt. Wir haben diese Situation angenommen und schon einige starke Spiele gezeigt. Jetzt gilt es, daran schnell anzuknüpfen.
Sie selbst hatten bei der großen Konkurrenz im Sturm zunächst einen schweren Stand und kamen meist von der Bank – trotz starker Scorerpunkte in der Vorsaison. Wie sind Sie damit umgegangen?
Es war nicht leicht für mich. Ich kam aus einer guten Rückrunde und einer super Vorbereitung. Ich habe mich aber nie hängen lassen und habe weitergemacht. Weiter für meine Einsätze gekämpft. Das hat mich schon immer ausgezeichnet, und dass ich nie den Kopf in den Sand stecke, hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Meine vielen Startelfeinsätze zum Ende der Hinserie haben mal wieder bewiesen, dass es sich lohnt, nicht aufzugeben. Darauf habe ich monatelang hingearbeitet.
Gibt es durch die Top-Besetzung im Angriff einen harten Konkurrenzkampf im Kader – wie ist das Verhältnis zu Kevin Volland, Justin Steinkötter, Sigurd Haugen und Florian Niederlechner?
Wenn deine direkten Konkurrenten unter anderem zwei Spieler mit so krassen Karrieren sind, führt das selbstverständlich zu einem großen Konkurrenzkampf. Aber: Den haben wir überall im Kader. Auch im Mittelfeld und in der Verteidigung. Der Unterschied ist vielleicht nur, dass im Angriff die größeren Namen vertreten sind. Deshalb wird darüber mehr gesprochen. Insgesamt kann ich nur sagen, dass du das Gerede darüber so gut wie möglich ignorieren und einfach Leistung bringen musst. Gelingt dir das, wirst du auf Dauer belohnt.
Wirkt sich dieser enorme Konkurrenzkampf auf die Homogenität der Mannschaft aus?
Absolut nicht. Wir haben eine charakterlich einwandfreie Truppe, und die Teamchemie ist großartig. Es gibt keine Anfeindungen und auch die Spieler, die zwischendurch mal hinten dran sind, ziehen mit.
Sie haben sich wieder zurück in die Stammelf gekämpft und dann das Vertrauen auch direkt mit Toren und Assists zurückgezahlt. Ist es auch deshalb aktuell Ihre herausforderndste Saison?
Es stimmt schon, dass die Saison bisher sehr herausfordernd für mich war. Aus solchen Karrierephasen kannst du aber viel lernen und mitnehmen. Ich bin mir fast sicher, dass ich in ein paar Jahren auf genau solche Spielzeiten zurückblicke und sage, dass sie mich als Fußballer geprägt haben.
Am Samstag startet die Rückserie mit dem Kracher gegen Rot-Weiss Essen. Wie lief die Vorbereitung?
Wir hatten optimale Bedingungen im Trainingslager in der Türkei und es ist großartig, dass der Verein das möglich gemacht hat. Alle sind jetzt heiß auf den Rückrundenstart. Leider hat uns das Verletzungspech verfolgt, und viele Leistungsträger brechen uns aktuell weg. Andere Spieler, die bisher nicht unbedingt zum Zug kamen, werden ihre Chance erhalten. Jetzt können wir beweisen, dass wir in der Breite einen starken Kader haben.
Auch Essen zählt zu den Titelaspiranten. Können wir ein echtes Top-Spiel erwarten?
Es wird sicher ein heißer Tanz. Rot-Weiss Essen bringt viele Fans mit, und die Erwartungen an das Spiel sind hoch. Allerdings ist es schwer vorhersehbar, was es schlussendlich für eine Partie wird und ob es eher wild oder taktisch geprägt ist. Insgesamt ist es einfach cool, gegen ein Team wie Essen in das Jahr zu starten. Ich freue mich auf die Duelle mit RWE immer sehr.
Sehen wir sie wieder in der Startelf?
(lacht) Ich hoffe natürlich, dass der Coach wieder auf mich setzt. Und ich hoffe vor allem, dass wir die Rückserie mit einem Sieg beginnen – egal mit welcher Aufstellung.
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