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·14. September 2026
HSV schon am Abgrund – Steigt Hamburg diese Saison wieder ab?

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·14. September 2026

Null Punkte. Null eigene Tore. Zwölf Gegentreffer. Tabellenletzter. Und das nach nur drei Spieltagen. Liebe HSV-Fans, tut mir leid, aber diese Zahlen muss man erstmal sacken lassen: Kein Team in Europas Top-5-Ligen hat nach drei Spieltagen eine schlechtere Tordifferenz als der Hamburger SV. Ja, Coventry ist ebenfalls noch punkt- und torlos – aber die Engländer haben erst fünf Gegentore kassiert. Der HSV dagegen steht bei 0:12. Kein schöner Anblick.
Die Frage drängt sich deshalb auf: Ist der Dino nach nur einem Jahr Bundesliga-Rückkehr schon wieder auf dem Weg zurück in die Zweitklassigkeit? 😬
Zur Einordnung, wie historisch schlecht dieser Fehlstart tatsächlich ist: Gemessen an der Tordifferenz ist es bereits der drittschlechteste Saisonstart der gesamten Bundesliga-Geschichte nach drei Spieltagen. Die beiden Klubs, die noch schlechter dastanden – Schalke 2020/21 mit 1:15 und Fortuna Düsseldorf 1986/87 mit 0:13 – sind am Ende beide abgestiegen. Kein gutes Omen, um es vorsichtig zu formulieren.
Sogar der letzte Dreier-Niederlagen-Fehlstart des HSV 2012/13 fällt mit einem Torverhältnis von 2:6 im Vergleich fast noch harmlos aus.
Natürlich ist das noch kein Abstiegsurteil. Aber wenn man nach drei Spielen 0:12 Tore auf dem Konto hat, darf man durchaus einmal etwas genauer hinschauen.
Dabei war die Stimmung im Sommer noch eine ganz andere. Mit Patson Daka, Terem Moffi, Zakaria El Ouahdi und der festen Verpflichtung von Fábio Vieira wollte der HSV nach dem soliden ersten Bundesliga-Jahr den nächsten Schritt gehen – sich als etablierter Erstligist festsetzen, statt nur ums nackte Überleben zu zittern.
Von dieser Euphorie ist nach drei Spieltagen praktisch nichts mehr übrig.
Besonders das 0:5 zu Hause gegen Mainz beschrieb Trainer Merlin Polzin selbst als „maximal beschissenen Nachmittag“ – deutlichere Worte findet man selten von einem Bundesliga-Trainer. Und leider passte die Wortwahl ziemlich gut zum Auftritt seiner Mannschaft.
Beim 0:5 in Leipzig wiederholte sich das Muster: Der HSV hielt in der ersten Hälfte ordentlich dagegen, ohne allerdings selbst wirklich gefährlich zu werden. Dann riss RB die Partie nach der Pause innerhalb kürzester Zeit komplett an sich.
„Das 3:0 hat uns den Stecker gezogen“, gab Torwart Daniel Heuer Fernandes anschließend unumwunden zu.
Sportdirektor Claus Costa stellte sich derweil demonstrativ vor seinen Trainer: „Ich halte gar nichts von Aktionismus. Ich halte nichts von unnatürlichen Dingen.“
Kapitän Nicolai Remberg versuchte es mit Zweckoptimismus: „Ich werde es nicht schönreden, trotzdem werden wir die positiven Dinge mitnehmen.“
Ehrlich gesagt: Bei 0:12 Toren dürfte selbst der optimistischste Fan gerade Mühe haben, diese positiven Dinge überhaupt zu finden.
Und genau darin liegt das Problem. Es geht längst nicht mehr nur darum, dass der HSV seine Chancen nicht nutzt. Die Mannschaft kassiert zu viele Tore, entwickelt offensiv kaum Durchschlagskraft und verliert Spiele, sobald der Gegner einmal ernsthaft Druck macht. Das ist nach drei Spieltagen zwar noch kein Weltuntergang – aber definitiv ein Alarmsignal.
Was die Sache zusätzlich brisant macht: Direktkonkurrent Borussia Mönchengladbach, ebenfalls noch punktlos, hat nach diesem katastrophalen Start bereits die Reißleine gezogen und sich von Trainer Eugen Polanski getrennt.
Beim HSV will man von einer ähnlichen Debatte aktuell nichts wissen – noch.
Aber die Geduld in Fußballdeutschland ist bekanntermaßen nicht unendlich. Vor allem dann nicht, wenn die Ergebnisse ausbleiben und sich die Auftritte wie in Leipzig trotz gelegentlicher Drangphasen am Ende doch wieder in deutlichen Niederlagen für den Gegner auflösen.
Der HSV hat sich den Luxus einer Trainerdiskussion nach drei Spieltagen sicher noch nicht verdient. Aber er hat sich sehr wohl die Frage verdient, warum eine Mannschaft, die im Sommer eigentlich den nächsten Schritt machen wollte, plötzlich wie ein Abstiegskandidat auftritt.
Interessant dabei: Vor Saisonbeginn lagen die Buchmacher-Abstiegsquoten für den HSV bei überschaubaren rund 27 Prozent – niedriger als bei den drei Aufsteigern, aber eben auch nicht ungefährlich.
Nach diesem Fehlstart dürfte sich die Einschätzung der Buchmacher entsprechend verschlechtert haben. Konkrete aktuelle Quoten sollte man allerdings nicht mit einer mathematischen Abstiegswahrscheinlichkeit verwechseln.
Ein „Supercomputer“ von 90min zeichnete bereits nach dem zweiten Spieltag ein düsteres Bild: Nach dem 0:7 gegen Mainz sah das Modell die Wahrscheinlichkeit eines direkten Abstiegs bei 34,3 Prozent, hinzu kamen 12,1 Prozent für die Relegation.
Was das Modell nach dem dritten Spieltag ausspuckt, ist eine andere Frage. Sicher ist nur: Viel Anlass für Optimismus liefert der Blick auf 0:12 Tore nicht.
Drei Spieltage sind natürlich noch keine verlorene Saison. Das sollte man trotz aller berechtigten Häme festhalten. Im Fußball kann sich eine Mannschaft innerhalb weniger Wochen komplett drehen – und der HSV hat noch 31 Spieltage Zeit, diesen katastrophalen Start zu korrigieren.
Aber die Kombination aus historisch schlechtem Torverhältnis, wackliger Defensive und praktisch nicht vorhandener eigener Torgefahr ist ein echtes Alarmsignal.
Und dann ist da noch die Trainerfrage.
Noch sitzt Merlin Polzin auf der HSV-Bank. Noch steht der Verein hinter ihm. Noch wäre es absurd, nach drei Spieltagen bereits von einer verlorenen Saison zu sprechen.
Aber der HSV sollte sich nichts vormachen: Wenn sich bis zur Länderspielpause weder die Ergebnisse noch die Auftritte deutlich verbessern, wird die Diskussion über personelle Konsequenzen kaum noch zu vermeiden sein.
Der Dino ist zurück in der Bundesliga – aber gerade tänzelt er ziemlich gefährlich am Rand des Abgrunds.







































